Auch die Leistungen auf der Langstrecke machen Appetit auf die neue Saison
Nach den guten Leistungen auf dem Ergometer zeigten sich Deutschlands beste Ruderinnen und Ruderer auch auf der Langstrecke in Leipzig gerüstet für die neue Saison, deren Höhepunkt die Weltmeisterschaft Ende August in Amsterdam sein wird. „Gute bis sehr gute Leistungen“ beobachtete Cheftrainer Marcus Schwarzrock aus der Ferne, denn ein Sturz beim Joggen hatte ihm zu seinem Leidwesen die Reise nach Sachsen nicht möglich gemacht. „Die Neuausrichtung des Trainings hat sich auch auf dem Wasser positiv bemerkbar gemacht. Alle ziehen gut mit. Nun hoffe ich, dass wir bis zur Deutschen Kleinboot-Meisterschaft in drei Wochen in München keine weiteren Ausfälle hinnehmen müssen“, sagte Schwarzrock.
Gelsen auf dem Wasser vor Zeidler
Die drei schnellsten Männer am Vortag auf dem Ergometer waren auch im Einer auf der Langstrecke die Besten. Nur drehte Jonas Gelsen auf dem Wasser den Spieß um und war in 21:33 Minuten für die 6000 Meter vier Sekunden vor Ergo-Sieger Oliver Zeidler (21:37), der bei der 2000-Meter-Marke noch deutlich geführt hatte. Mit etwas Rückstand wurde Marc Weber wie auf dem Ergo erneut Dritter (21:56). Felix Heinrich (21:59) und Oliver Holtz (22:09) machten die Top-Fünf perfekt. Generell bestätigte sich ein breites leistungsstarkes Skuller-Feld. Ein Sonderlob gab es vom Cheftrainer Marcus Schwarzrock für Riemer Olaf Roggensack, der nach dem Ausfall seines Zweier-Partners in den Einer stieg und Rang zehn erreichte.
Klapperich/Hagemeister schnellster Zweier
Im Zweier-ohne-Wettbewerb der Riemer gab es auf dem Elster-Saale-Kanal zumindest für Außenstehende eine kleine Überraschung. Paul Klapperich und Theis Hagemeister waren deutlich die Schnellsten und lagen in 20:57 Minuten acht Sekunden vor Julius Christ und Sönke Kruse (21:05), die immerhin schon die letzten Olympischen Spiele gemeinsam bestritten hatten. Rang drei ging an Benedikt Eggeling und Jasper Angl (21:10). Die viertbeste Zeit ruderten Wolf Niclas Schröder und René Schmela (212:13), gefolgt von der starken B-Kader-Paarung Leon Gronbach/Justus Beckmann (21:19). Pech hatten Tobias Strangemann/Tassilo von Müller, die vor den letzten 1000 Metern noch auf Rang drei lagen, dann aber in die Botanik rauschten und mit dem entsprechenden Zeitverlust am Ende Zehnte wurden. Dem vom Skull herüber gewechselten Ole Hanack gelang nach der besten Riemer-Zeit auf dem Ergo auch auf dem Wasser ein gutes Rennen. Er und Laurits Follert, der nach einem Pausenjahr nun wieder da ist, wurden Neunte.
Faralisch und Schendekehl teilen sich den Sieg
Im Frauen-Einer teilten sich zwei Athletinnen den Sieg auf der Langstrecke. Juliane Faralisch, die bereits die Schnellste auf dem Ergometer gewesen war, und Tabea Schendekehl kamen jeweils nach 24:11 Minuten ins Ziel. Rang drei ging mit sechs Sekunden Rückstand an Frauke Hundeling (24:17), die sich ebenfalls gut präsentierte. Lisa Gutfleisch ruderte in 24:22 Minuten die viertbeste Zeit. Fünfte wurde Sarah Wibberenz (24:25), mit gerade mal einer Sekunde Vorsprung auf Johanna Debus (24:26), die ihren Aufwärtstrend in diesem Jahr untermauerte. Maren Völz machte als Siebte (24:30) ihren gelungenen Wiedereinstieg perfekt. Mit Rang zehn musste sich Alexandra Föster begnügen, die nicht im Vollbesitz ihrer Kräfte war und in 24:57 Minuten ins Ziel kam. Aus gesundheitlichen Gründen war Pia Greiten an beiden Tagen nur als Zuschauerin dabei.
Hartmann/Clotten spielen ihre Erfahrung aus
Bei den Riemerinnen gab es im Zweier ohne den Sieg für Paula Hartmann und Olivia Clotten. Die beiden erfahrenen Sportlerinnen kamen in 23:22 Minuten ins Ziel und waren damit drei Sekunden schneller als die kurzfristig zusammengestellte Paarung Leandra Hogrefe und Hannah Reif (23:25), die ebenfalls eine gute Fahrt hin gelegt hatte. Rang drei sicherten sich Lena Gresens und Michelle Lebahn (23:39). Mit Sara Grauer/Alina Krüger (23:45) und Melisa Mujic/Marie Gelbert (23:50) freuten sich B-Kader-Athletinnen über die Ränge vier und fünf. Da etliche starke Riemerinnen noch fehlten, waren die Ergebnisse allerdings nicht allzu aussagekräftig.
Para: Müller und Braun erfreulich gut
Für die Para-Boote waren auf der Langstrecke vor allem die Relationszeiten in Bezug zu den Schnellsten im Männer-Einer des A-Bereichs aufschlussreich. Für die Festsitz-Klassen war die Distanz auf 4000 Meter reduziert. Zufrieden war Para-Bundestrainer Marc Stallberg mit der soliden Vorstellung von Paul Umbach und Jasmina Bier im Doppelzweier PR2, ebenso wie mit Valentin Luz als Schnellster im Einer PR3. Marcus Klemp zeige im Einer PR1 „stabiles Niveau“. Der neu gebildete, gesteuerte Mixed-Vierer habe hingegen „noch viel Arbeit vor sich“. Julian Müller, der sich im Aufwärtstrend befinde, und Louisa Braun zeigten mit ihren Guides in den Doppelzweiern PR3 hingegen „sehr erfreuliche Leistungen“, so Stallberg.
„Unsere Ansprüche sind nach der guten letzten Saison höher geworden. Dem wollen wir uns stellen und haben in den nächsten Wochen bis zur Kleinboot-Meisterschaft noch an einigen Baustellen zu arbeiten“, sagte der Para-Bundestrainer.
Hier gibt es alle Ergebnisse aus Leipzig vom Sonntag.