Deutsche Nachwuchsboote überzeugen bei Vorläufen und Halbfinals der U19-EM in Brandenburg
Der erste Wettkampftag der U19-Europameisterschaften 2026 in Brandenburg an der Havel verlief aus deutscher Sicht äußerst vielversprechend. Sowohl in den Vorläufen am Vormittag als auch in den Halbfinalrennen am Nachmittag präsentierten sich zahlreiche deutsche Boote in hervorragender Verfassung und sicherten sich aussichtsreiche Startpositionen für den Finaltag.
Ulrike Hartmann, LRV Präsidentin von Brandenburg und Co-Chefin des Organisationskomitees: „Die bisherigen Eindrücke der U19 Europameisterschaften in Brandenburg zusammenfassend, können wir einen äußerst positiven Verlauf feststellen. Nach dem ersten vollen Wettkampftag mit nahezu 500 Athleten ist das Fazit sehr positiv. Das Wetter spielte hervorragend mit, was den reibungslosen Ablauf der Rennen sicherte. Die Bedingungen für die Sportler waren optimal, um ihre Bestleistungen abzurufen. Ein besonderes Augenmerk sollte auf die spannenden Zieleinläufe und die bemerkenswerten Leistungen der Nachwuchstalente gelegt werden, die hier unter Beweis gestellt wurden.“
Co-Organisator Dr. Steffen Christgau: „Die infrastrukturellen Gegebenheiten in Brandenburg sind vorbildlich, da die jährlichen Investitionen von Stadt und Land sowie fortlaufende Erneuerungsmaßnahmen eine erstklassige Wettkampfstätte gewährleisten. Dieser hohe Standard ermöglicht es, Athleten ein optimales Umfeld für ihre Wettkämpfe zu bieten, was in der Vergangenheit bereits mehrfach positive Resonanz hervorrief und sich auch in diesem Jahr wieder auszahlt. Es gab keine neuen baulichen Maßnahmen, denn die vorhandene Struktur ist bereits auf einem sehr guten Niveau.“
Bereits in den Vorläufen setzten mehrere deutsche Crews starke Ausrufezeichen. Besonders überzeugend präsentierten sich die deutschen Juniorin im Einer (JW1x). Im dritten Vorlauf überquerte Helena Tibitanzl mit einer starken Zeit von 08:01,42 als Siegerin die Ziellinie und qualifizierte sich direkt für das Halbfinale. Damit unterstrich die Athletin der Frankfurter RG „Germania“ früh ihre Ambitionen bei dieser Europameisterschaft.
Auch die deutschen Junioren im Doppelzweier (JM2x) zeigten eine dominante Vorstellung. Jan Bornemann und Aron Schäfer gewannen ihren Vorlauf souverän in 06:35,45 und sicherten sich damit direkt den Einzug ins Halbfinale. Ähnlich stark präsentierten sich die Juniorinnen im Doppelzweier (JW2x). Kaya Wölk und Greta Amort gewannen ihren Vorlauf in 07:15,23 und zogen ebenfalls souverän in die nächste Runde ein.
Ein weiteres Highlight lieferten die deutschen Junioren im Vierer ohne Steuermann (JM4-). Das Boot gewann seinen Vorlauf in 06:18,22 und setzte sich in einem engen Rennen gegen starke internationale Konkurrenz durch. Auch der Junioren-Doppelvierer (JM4x) überzeugte mit einem Vorlaufsieg in 06:06,38 und bestätigte damit früh seine Medaillenambitionen.
Nicht alle deutschen Boote hatten allerdings einen problemlosen Einstieg in die Regatta. Der Junioren-Zweier ohne (JM2-) belegte im Vorlauf in 06:55,44 den vierten Platz und musste damit den Weg ins B-Finale nehmen. Auch der Juniorinnen-Zweier ohne (JW2-) erreichte Rang vier in 07:48,55. Der Juniorinnen-Vierer ohne (JW4-) kam im Vorlauf auf Platz drei, während der Juniorinnen-Doppelvierer (JW4x) ebenfalls als Dritter das Halbfinale erreichte. Der Juniorinnen-Achter belegte in seinem Vorlauf Rang drei. Alle drei Boote sind im morgigen A-Finale zu sehen.
Am Nachmittag folgten die entscheidenden Halbfinalrennen
Im Rennen um die Finalteilnahmen steigerten sich viele deutsche Boote noch einmal deutlich. Kämpferisch stark verlief das Halbfinale für die deutschen Junioren im Einer. Oskar Müller belegte mit 07:24,79 den dritten Platz hinter Griechenland und der Schweiz und holte sich damit den Einzug ins A-Finale. Hier muss er noch einmal so ein starkes Rennen abliefern, dann ist vieles möglich.
Besonders beeindruckend präsentierten sich die deutschen Juniorinnen im Einer. Helena Tibitanzl dominierte ihr Halbfinale mit einer starken Zeit von 08:02,82 und verwies die Konkurrenz aus der Schweiz und Griechenland klar auf die Plätze. Mit dieser Vorstellung rückte die deutsche Athletin endgültig in den Kreis der Medaillenkandidatinnen.
Auch der Junioren-Doppelzweier bestätigte seine starke Form. Jan Bornemann und Aron Schäfer ruderten in 06:46,48 auf Rang zwei ihres Halbfinals und qualifizierten sich souverän für das A-Finale.
Im Juniorinnen-Doppelzweier entwickelte sich ein hochspannendes Rennen. Kaya Wölk und Greta Amort erreichten in 07:23,01 den zweiten Platz hinter Griechenland und lösten damit ebenfalls das Ticket für das Finale. Die engen Zeitabstände zeigten das hohe internationale Niveau in dieser Bootsklasse.
Ein besonderes Ausrufezeichen setzte der deutsche Junioren-Doppelvierer. Hannes Herting, Anori Benz, Tom Feldmeier und Christopher tom Wörden dominierten ihr Halbfinale eindrucksvoll und gewannen in starken 06:05,28 vor Tschechien und Kroatien. Die souveräne Vorstellung machte deutlich, dass das deutsche Quartett im Finale zu den Top-Favoriten zählt.
Insgesamt zeigte sich die deutsche Mannschaft am ersten Wettkampftag der Europameisterschaften in bemerkenswert guter Verfassung. Zahlreiche Vorlaufsiege, starke Halbfinalauftritte und 12 Finalqualifikationen unterstreichen das hohe Niveau des deutschen Nachwuchsruderns. Besonders in den Skullbooten und Großbooten gehen die deutschen Crews nun mit berechtigten Hoffnungen auf Medaillen in den Finaltag von Brandenburg.