26. Mai 2026 | Nationalmannschaft | von Deutscher Ruderverband

Dreimal Gold, zweimal Silber und einmal Bronze – Deutsches U19-Team überzeugt bei Heim-EM in Brandenburg

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Mit sechs Medaillen, zwölf Finalteilnahmen und einer insgesamt geschlossenen Mannschaftsleistung haben die deutschen U19-Ruderinnen und -ruderer bei den U19-Europameisterschaften 2026 in Brandenburg an der Havel ein starkes Ausrufezeichen gesetzt. Vor heimischer Kulisse auf dem traditionsreichen Beetzsee präsentierte sich das Team des Deutschen Ruderverbandes konkurrenzfähig auf europäischem Spitzenniveau – auch wenn Bundestrainer Paul Zander nach dem Wochenende bewusst den Blick bereits Richtung Weltmeisterschaften richtete.

„Es war ein gutes Gesamtergebnis“, bilanzierte Zander nach zwei intensiven Regattatagen. Vor allem die Breite des Teams und die Vielzahl konkurrenzfähiger Boote sorgten für ein positives Gesamtbild. Gleichzeitig wurde deutlich, dass einige europäische Nationen in der Entwicklung ihrer Mannschaften aktuell noch einen kleinen Schritt voraus sind – insbesondere dort, wo Besatzungen bereits seit mehreren Jahren gemeinsam trainieren und Rennen fahren.

DRV-Vorstand Leistungssport Robert Sens: „Das internationale Nachwuchsrudern professionalisiert sich. Gemeinsam mit den LRV’s und den Leistungssporttreibenden Verein müssen wir alles tun, um unsere Jugendlichen dahingehend zu unterstützen, damit wir wieder die Führungsposition im Juniorrudern zurückerobern. Wir sind auf einem guten Weg.“

Starke Zeiten insbesondere von den Juniorinnen

Insgesamt präsentierten die Crews sehr starke Leistungen im Vergleich zu den bestehenden Weltbestzeiten, was die Leistungsentwicklung insbesondere im Juniorinnen-Rudern unterstreicht. Die stärkste Leistung der gesamten Regatta gelang AIN im Juniorinnen-Doppelzweier mit 101,36 % der bisherigen U19-World-Best-Time, während Rumänien im Juniorinnen-Achter mit 100,02 % die historische Bestmarke ebenfalls knapp unterbot. Damit wurden am Wochenende vier neue Weltbestzeiten aufgestellt, da die Mixed-Rennen erstmalig ausgefahren wurden. 

Besonders beeindruckend war zudem die enorme Leistungsdichte im Juniorinnen-Einer, in dem gleich drei Crews zu den zehn besten Leistungen aller Bootsklassen gehörten. Aus deutscher Sicht ragten vor allem der Silberrang im Juniorinnen-Doppelzweier (Greta Amort und Kaya Wölk) mit 99,47 % der World Best Time sowie Platz vier von Helena Tibitanzl im Juniorinnen-Einer mit 99,07 % der historischen Bestzeit heraus.
 

Mixed-Wettbewerbe feiern erfolgreiche Premiere

Ein besonderer Schwerpunkt lag in Brandenburg auf den erstmals ausgetragenen Mixed-Wettbewerben im Juniorenbereich. Der DRV hatte diese Bootsklassen frühzeitig ernst genommen und gezielt vorbereitet – mit Erfolg.

Der deutsche Mixed-Achter mit Steuermann Elias Anthony Lukowiak sowie Luis Rübenstrunk, Lars Berkemeyer, Niclas Brell, Jan Kohlbach, Caitlin Morton, Helena Rossetto, Carla Zajonc und Sophia Reineke dominierte das Finale eindrucksvoll und gewann Gold in 05:55,94 Minuten vor Italien und Rumänien.

Auch der Mixed-Doppelzweier mit Elena Schweisthal und Anori Benz überzeugte mit einer Bronzemedaille in 06:47,81 Minuten hinter Italien und Rumänien.

Bereits im Winter hatte das Trainerteam spezielle Trainingseinheiten genutzt, um Bootsbesetzungen zu testen und technische Abstimmungen wie Hebeleinstellungen zu optimieren. Diese strategische Vorbereitung zahlte sich sichtbar aus. Gleichzeitig boten die Mixed-Rennen einigen Athletinnen und Athleten die Chance auf zusätzliche internationale Erfahrung und weitere Medaillenchancen.


Deutsche Großboote setzen europäische Maßstäbe

Besonders beeindruckend präsentierten sich die deutschen Großboote in den klassischen Wettbewerben.

Der Junioren-Vierer ohne Steuermann mit Niclas Brell, Jan Kohlbach, Yoan Ivanov und Henrik Möller lieferte im Finale A eine dominante Vorstellung ab und gewann Gold in starken 06:05,39 Minuten vor Italien und Frankreich. Betreut wurde das Boot von Trainer Erhard Günther.

Ebenfalls Gold holte der Junioren-Doppelvierer mit Hannes Herting, Anori Benz, Tom Feldmeier und Christopher tom Wörden. Das deutsche Quartett setzte sich in 05:57,93 Minuten gegen Polen und Dänemark durch. Verantwortlicher Trainer war Martin Ramm.

Auch die Doppelzweier überzeugten mit Medaillen. Aron Schäfer und Jan Bornemann gewannen im Junioren-Doppelzweier Silber in 06:24,14 Minuten knapp hinter Italien und nur wenige Zehntel vor Slowenien. Gordon Hanso betreute das Boot.

Im Juniorinnen-Doppelzweier holten Greta Amort und Kaya Wölk ebenfalls Silber in 06:59,63 Minuten hinter AIN und vor Griechenland. Bootstrainer war Björn Lötsch.

 

Viele Finalteilnahmen auf höchstem Niveau

Neben den Medaillen sammelten zahlreiche deutsche Boote wichtige internationale Finalerfahrung.

Der Juniorinnen-Vierer ohne mit Pia Kleine-Möllhoff, Sophia Reineke, Jule Lettau und Helena Rossetto belegte im Finale A Rang vier in 06:54,77 Minuten hinter Rumänien, Serbien und Griechenland. Trainer des Bootes war Jochen Wittor.

Auch der Juniorinnen-Doppelvierer mit Maja Meerbach, Maike van Beek, Elena Schweisthal und Frederike Amort erreichte das A-Finale und wurde Vierter in 06:34,96 Minuten in einem extrem engen Rennen hinter Polen, Tschechien und Rumänien. René Burmeister betreute das Boot.

Im prestigeträchtigen Junioren-Achter erreichte das deutsche Flaggschiff mit Paul Tamussino, Richard Haack, Hans Schwarz, Arnau Müller-Rubio, Thore Eibich, Jonas Holst, Malte Brackhahn und Ole Tietz sowie Steuermann Elias Anthony Lukowiak Platz fünf in 05:46,16 Minuten. Europameister wurde hier die Tschechische Republik vor Italien und Österreich. Trainer des Achters war Johannes Karg.

Der Juniorinnen-Achter mit Louisa Block, Henriette Festag, Charlotte Paulat, Maria Pesch, Mathilda Wendler, Emilia Kreutz, Carla Steffen und Lynn Bäcker sowie Steuerfrau Hannah Sievert belegte Rang vier hinter Rumänien, Italien und Tschechien. Verantwortlicher Trainer war Friedrich Dunkel.

Auch die Einerfahrerinnen und Einerfahrer zeigten starke Leistungen. Im Juniorinnen-Einer verpasste Helena Tibitanzl von der Frankfurter RG „Germania“ als Vierte nur knapp die Medaillenränge und erreichte 07:35,76 Minuten in einem hochklassigen Finale. Betreut wurde sie von Johannes Karg.

Im Junioren-Einer belegte Oskar Müller vom RV Wandsbek Rang sechs in 07:04,14 Minuten gegen eine äußerst starke europäische Konkurrenz. Sein Heimtrainer ist Friedrich Kaiser.


Optimismus trotz klarer Entwicklungsaufgaben

Trotz der positiven Bilanz sieht Bundestrainer Paul Zander weiterhin Entwicklungspotenzial mit Blick auf die kommenden Weltmeisterschaften. Einige Nationen seien aktuell in der Mannschaftsbildung und Stabilität ihrer Besetzungen weiter, analysierte er nach den Rennen.

„Wir haben noch einiges zu tun, auch Richtung WM“, erklärte Zander, zeigte sich aber gleichzeitig optimistisch, in den kommenden Trainingswochen weitere Fortschritte erzielen zu können.

Die U19-Europameisterschaften 2026 haben jedoch deutlich gemacht, dass der deutsche Nachwuchs international konkurrenzfähig ist. Mit starken Auftritten in den klassischen Bootsklassen, der erfolgreichen Premiere der Mixed-Wettbewerbe und zahlreichen Finalteilnahmen reist das deutsche Team mit viel Selbstvertrauen und Rückenwind in die nächste Phase der Saison.


 

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