DRV-Präsident Petri hat Argumente für Sanierung der Olympia-Ruderanlage
Joachim Herrmann kam sogar eine Stunde früher als geplant nach Oberschleißheim, weil sich Tennis-Star Alexander Zverev beim Männer-Turnier in München im Halbfinale allzu schnell verabschiedet hatte. Dass der bayerische Innenminister von der CSU ebenso der Einladung zur deutschen Kleinboot-Meisterschaft gefolgt war wie Münchens neuer, noch gar nicht offiziell im Amt befindlicher Oberbürgermeister Dominik Krause (Grüne), hatte natürlich mit der Bewerbung der Landeshauptstadt als deutscher Olympia-Kandidat zu tun. „Freistaat und Stadt ziehen an einem Strang, was die Olympiabewerbung betrifft“, bestätigte Krause. „Ich bin sehr dankbar, dass auch der neue OB voll dahintersteht“, sagte Herrmann.
Dass München sich vorwiegend mit den Sportstätten der Olympischen Spiele von 1972 bewerben könne, sei in Sachen Nachhaltigkeit ein großes Plus, so der Innenminister, und nannte die Ruderanlage als gutes Beispiel. „Es müsste kein Quadratmeter neu versiegelt werden, eine Renovierung besonders der Tribüne würde ausreichen.“ Alleiniger Eigentümer der Anlage ist seit einigen Jahren aber die Stadt, der Freistaat hat seine Anteile an sie abgetreten. „Wenn die Landeshauptstadt es anpackt, sie auf Vordermann zu bringen, würden wir das unterstützen. Wenn wir uns mit der Olympia-Bewerbung durchsetzen, würden auch vom Bund Mittel fließen. Auf jeden Fall muss es jetzt zügig vorangebracht werden“, sagte Herrmann.
München wäre für Olympia-Generalprobe ideal
Krause äußerte sich zum Thema Sanierung nicht, hörte aber sehr interessiert zu, als DRV-Präsident Moritz Petri darüber sprach, was ein finanzielles Engagement der Politik lohnend machen würde. „München ist eine der fairsten Regattastrecken dieser Welt und der Weltruderverband hätte es sehr gerne, dass wir dort wieder große Regatten ausrichten würden.“ Konkret gäbe es eine dringende Anfrage, 2028 den letzten Weltcup vor den Olympischen Spielen in Los Angeles in München auszurichten. Bei diesen Spielen müsse die Renndistanz einmalig von 2000 auf 1500 Meter verkürzt werden, weil durch die bestehende Ruderanlage eine Autobahnbrücke laufe.
„Der Weltverband lässt weiter 2000 Meter rudern, aber der letzte Weltcup vor den Spielen 2028, die Generalprobe also, soll über 1500 Meter gehen. Kaum eine Regattastrecke kann das leisten, weil die Startanlagen fest montiert sind. In München geht es, man kann die Startbrücke auf 1500 Meter einschwimmen“, sagte Petri.
Bisher müsse er dem Weltverband aber sagen, dass es nicht klappen werde, weil die Tribüne weitgehend abgesperrt sei. „Aber gut, wir hoffen, mit Ihrer Unterstützung, dass wir die Anlage wieder hinbekommen. Wir bitten nicht um eine Goldrandlösung, sondern um eine vernünftige Infrastruktur für unsere Athleten und Athletinnen“, sagte der DRV-Präsident.
DRV beantragt Bundesstützpunkt für München
Zudem gab Petri bekannt, dass der DRV für den nächsten olympischen Zyklus ab 2028 beim DOSB beantragt habe, in München einen Bundesstützpunkt einzurichten. Damit wäre er auch in Süddeutschland präsenter als bisher. „Bei einem Bundesstützpunkt“, so Petri, „wäre der Bund bei der Unterhaltsfinanzierung mit an Bord.“
Zudem habe der DRV Hannes Ocik, den ehemaligen Achter-Ruderer, beauftragt, bei den Ruderinnen und Ruderern ein Meinungsbild zu erstellen, welche Ruderanlage unter den vier deutschen Olympia-Bewerbern sie bevorzugen würden. „Als Präsident sollte ich mich dem fügen, wenn ich im September meine Hand zu heben habe“, spielte Petri auf die Abstimmung der Spitzensportverbände im Herbst zur Kürung des deutschen Olympia-Kandidaten an. Wer in der Gunst der Athleten vorne liegt, teilte er nur im kleinen Kreis um Dominik Krause und Joachim Herrmann mit…