Erster Run-Row-Run-Test der Coastal Beach Sprint Nationalmannschaft in Leipzig
Im Rahmen der DRV-Kaderüberprüfung 2026 fand am 29. März in Leipzig erstmals auch ein zentraler Run-Row-Run-Test für die Disziplin Coastal Rowing – Beach Sprint statt. Ziel dieses Tests war es, den aktuellen konditionellen Leistungsstand der Athletinnen und Athleten der Nationalmannschaft und weiterer Anwärterinnen und Anwärter unter möglichst wettkampfnahen, aber standardisierten, Bedingungen zu überprüfen und eine Vergleichsbasis für die weitere Saisonplanung zu schaffen.
Daher müssen die Athletinnen und Athleten nicht nur mit definierten Zeitabständen in einer Sporthalle dreimal 40m zum Ergo sprinten, 750m Ergorudern und dann wieder zurück 40m sprinten und den Buzzer betätigen, sondern auch stets aufmerksam bleiben, dass ihnen keine Fehler passieren, die ggf. mit Zeitstrafen durch einen Schiedsrichter ausgesprochen werden.
Natürlich überwiegt in dieser anspruchsvollen Disziplin die spezifische Leistungsfähigkeit im Boot, doch die zunehmende Professionalisierung in dieser Disziplin auf dem Weg nach LA 2028 zeigt sich auch in der trainingswissenschaftlichen Analytik. Die Bundestrainer entwickeln das Format zusammen mit dem Wissenschaftskoordinator Dr. Kay Winkert und seinem Team stetig weiter. In den kommenden Monaten erhalten sie dabei weitere Unterstützung durch die Deutsche Sporthochschule Köln, die im Rahmen eines Serviceforschungsprojekt des Bundesinstituts für Sportwissenschaft eine praxisorientierte Leistungsdiagnostik für die neue olympische Ruder-Disziplin entwickeln werden.
Frauen Einer (SF1x / CF1x)
Im Frauenfeld setzte sich die wiedergenesene Marion Reichardt (ARC Würzburg) mit einer Zeit von 8:38,6 Minuten knapp durch. Sie gewann mit nur 0,9 Sekunden Vorsprung vor Sophie Leupold (Pirnaer RV), was die Spannung bei diesem Test unterstreicht. Selbst kleine Fehler können, genau wie beim Coastal Beach Sprint am Strand, bitter bestraft werden. Den dritten Platz belegte Julia Tertünte (RV Münster) mit 8:47,6 Minuten. Alle drei Athletinnen lieferten damit deutlich verbesserte Zeiten zum Vergleichstest aus dem Vorjahr, der bei den ersten nationalen Ausscheidungswettkämpfen in Kienbaum absolviert wurde.
Das Mittelfeld zeigte ebenfalls solide Leistungen, wobei insbesondere Ayse Gündüz (RU Arkona Berlin) und Victoria Hory (SC DHFK Leipzig) unter der 9-Minuten-Marke bzw. knapp darüber blieben. Annika Steinau (Kölner Ruderverein) komplettierte das Feld mit 9:20,8 Minuten.
Männer Einer (SM1x / CM1x)
Im Männerfeld gewann Moritz Wolff (Berliner RC) mit einer starken Zeit von 7:14,7 Minuten und setzte damit eine ganz starke neue nationale Bestmarke. Auf den Plätzen zwei und drei folgten Franz Friedhelm Cherubim (ARV Leipzig, 7:18,1) und Franz Werner (Pirnaer RV, 7:23,4), die ebenfalls auf hohem Niveau performten und die bisherige Bestmarke aus dem Vorjahr (7:26,2) pulverisierten.
Das Verfolgerfeld blieb geschlossen: Luis Haack (Berliner RC) und Moritz Korthals (Stuttgarter RG) komplettierten die Top 5. Bis Platz sieben lagen die Athleten innerhalb von rund 30 Sekunden, was auf eine breite Leistungsbasis hinweist. Insgesamt deutet das Ergebnis auf ein enges Leistungsniveau im Frauenbereich hin, mit klarer Konkurrenz um die Spitzenplätze.
DRV-Bundestrainer Adrian Bretting: „Wir haben hier schon starke Leistungen gesehen. Besonders erfreulich sind die guten Entwicklungen der etablierten Athletinnen und Athleten. Aber auch einige Newcomer haben hier auf sich aufmerksam gemacht. Bei den Frauen hat Marion Reichardt hat heute wirklich ganz stark abgeliefert und ihre gute Form bestätigt. Moritz Wolff ist von Franz Friedhelm Cherubim heute herausgefordert worden. Diese Herausforderung hat er angenommen und sich schadlos gehalten. Auch Franz Werner hat noch einmal eine ordentliche Steigerung zum Vorjahr hingelegt. Als Trainer ist es sehr schön zu sehen, wenn sich die Athletinnen und Athleten gegenseitig zu Höchstleistungen pushen, weil niemand nachgeben möchte. Das Ergebnis werden wir, gemeinsam mit Cheftrainer Marcus Schwarzrock auswerten, und dann das Aufgebot für die erste internationale Regatta in Fano (Italien) in knapp drei Wochen benennen. Wir freuen uns drauf die Athletinnen und Athleten dann auch am Strand und in den Wellen in Action zu erleben."
Die Leistungstests dieser Disziplin in Leipzig stellen eine wichtige Grundlage für die weitere Kaderentwicklung dar und läuten die bevorstehende Regattasaison ein.
Die Premiere des Run-Row-Run-Tests in Leipzig kann als voller Erfolg gewertet werden. Sie zeigte nicht nur den aktuellen konditionellen Leistungsstand, sondern auch die zunehmende Professionalisierung und Leistungsdichte im deutschen Coastal Beach Sprint.