18. Mai 2026 | Nationalmannschaft | von Deutscher Ruderverband

Gemeinsames Trainingslager in Ratzeburg gibt ersten Fingerzeig für die Saison 2026

Als Vorbereitung auf den internationalen Saisonauftakt der deutschen Ruder-Nationalmannschaft zum Weltcup in Sevilla Ende Mai traf sich das Nationalteam zu einem ersten Trainingslager in Ratzeburg. Dabei wurden verschiedene Teilstrecken gegeneinander gerudert, um die Mannschaftsselektion auf Basis der Kleinboot- und Ergometerleistungen durch die Trainer zu finalisieren. 

Insbesondere ging es darum, wichtige Erkenntnisse für die Großboote zu erlangen, die aktuell Richtung WM in Amsterdam und auch schon mit Perspektive LA 2028 gebildet werden. Die Trainer konzentrierten sich darauf, sowohl die individuellen Stärken der Ruderer zu fördern als auch die Teamdynamik in den Mannschaftsbooten zu festigen. 

Vor Start der Maßnahme gab es ein Ausscheidungsrennen im leichten Männer-Doppelzweier, um eine mögliche Nominierung für die Weltmeisterschaften 2026 in Amsterdam zu ermöglichen. Dieses "Best of three"-Format  sah zwei Zweier auf der Startlinie. Schon im ersten Rennen zeigten Naveen Shah vom RV Curhessen Kassel und Maximilian Rühling  (Mainzer RV) eine starke Leistung und siegten mit knapp drei Längen Vorsprung vor Luca Britten (Saarbrücker RG Undine) und Bruno Hirsch vom Kölner RV.  Im zweiten Rennen am selben Tag konnten Shah und Rühling ihre Leistung bestätigen und gewannen erneut, diesmal mit einer Zeit von 6:46,55 Minuten vor Britten und Hirsch in 6:58,42 Minuten. Damit haben sich Shah und Rühling durchgesetzt. In Absprache mit den Trainern wird nun eine spezifische Saisonplanung festgelegt, denn beide gehören noch der U23-Klasse an. 

Die Gruppe der Riemen-Männer zeigte sich leider durch Krankheitsfälle beeinflusst, in Absprache mit dem Cheftrainer und der Bundestrainerin Tschäge durfte der „erste“ Vierer in Dortmund bleiben. Der „Cambridge-Zweier“ mit Breuer/ Brahms war eigens am Donnerstag für die Testrennen eingeflogen und zeigte eine gute Performance, auch im Achter wurden wichtige Erkenntnisse vor der Teamvorstellung in dieser Woche gemacht. In den Ausscheidungsrennen der zwei verbliebenen Vierer wurden viel getestet. 

Der Frauen-Doppelzweier mit Sarah Wibberenz und Lisa Gutfleisch zeigte sich in guter Form und platzierte sich ganz oben in der internen Rangliste. Der Frauen-Doppelvierer mit Faralisch, Debus, Hundeling und Völz bewies in den ersten gemeinsamen Rennen ein gutes Leistungsvermögen, was auf ein starkes Potenzial für diese Bootsklasse hindeutet. Auch Alexandra Föster präsentierte sich in guter Verfassung, was eine gute Breite im Kader für die Disziplingruppe bestätigt.

Im Frauen-Riemenbereich gab es eine Hiobsbotschaft, denn Anna Härtl verletzte sich in den USA und muss operiert werden. Sie wird ausfallen, wie auch Lene Mührs. Der Zweier mit Schendekehl/ Bachmann präsentiert sich stark, auch der Achter konnte wertvolle Erfahrungen sammeln und zeitlich eine gute Basis für die Saison nachweisen. 

Bei den Männer-Doppelzweiern führten Gaus und Küpper das Feld bei den Strecken an, während Holtz und Gränitz, die beide im Vorfeld mit Krankheit zu kämpfen hatten, ihr Potential für die Saison zeigten. Im Männer-Doppelvierer gab es eine knappe Entscheidung im Zeitvergleich zum Achter, was die Leistungsdichte in den Großbooten verdeutlicht. Mit Hohensee, Gelsen, Heinrich und Weber hat Francesco Fossi eine starke Basis, um ein erfolgreiches Quartett in Richtung LA zu formieren. 

Insgesamt kann man konstatieren, dass der Frauen- und Männer-Doppelvierer mit Neubesetzungen physisch sehr stark besetzt sind. Die Trainer sind nun gefordert im Hinblick auf die internationalen Aufgaben das Zusammenspiel der Athletinnen und Athleten zu entwickeln. 

DRV-Cheftrainer Marcus Schwarzrock: „Die Tage in Ratzeburg haben wertvolle Einblicke gegeben in den aktuellen Leistungsstand der Mannschaften und waren für uns sehr wertvoll im Hinblick auf die Selektion für die Saison 2026. Wir werden bis Mitte der Woche die Crews für Sevilla nominieren, auf jeden Fall werden wir zwei Männer-Vierer ohne und Männer-Doppelzweier schicken.“