11. Mai 2026 | Nationalmannschaft | von Deutscher Ruderverband

Gold für Moritz Wolff, Bronze für Franz Werner bei der dritten Etappe der Internationalen Filippi Trophy in Bacoli, Neapel

Credits: canottaggio.org/Ettore Castiglione
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Die dritte Station der International Filippi Beach Sprint Trophy vom 8. bis 10. Mai in Bacoli, Nähe Neapel, war nicht nur hervorragend organisiert, sondern wies auch eine hohe Dichte an starken Nationalmannschaften auf. Die deutschen Starter konnten wertvolle Erfahrungen sammeln und ihre Leistungsfähigkeit im internationalen Vergleich unter Beweis stellen, auch wenn die Konkurrenz stetig wächst und Fehler auf diesem Level direkt bestraft werden.

Moritz Wolff holt Gold, Franz Werner Bronze 
Die Rennen im Coastal Men‘s Solo boten von Anfang an Spannung. Moritz Wolf und Franz Werner zeigten bereits im Time Trial ihre Stärke mit einem zweiten und fünften Platz. Die geringen Zeitabstände unterstrich zudem die Leistungsdichte. Der erste Platz ging an Zhijin Li aus China. Zu Beginn der Last 8 Finalrunde, also im Viertelfinale, zeigten beide Athleten starke Leistungen und zogen souverän ins Halbfinale ein. Dort traf Franz Werner auf Li und musste sich ihm früh im Rennen geschlagen geben. Er schonte damit auch Kräfte für das B-Finale. Dieses gewann er gegen Zygimantas Galisankis aus Litauen und sicherte sich somit Bronze. Moritz Wolff hingegen kämpfte sich durch ein gutes Halbfinale und stand im A-Finale Li gegenüber. Somit ja es zum erhofften Finale von Platz 1 und 2 der Time-Trial Vorrunde. Das Finale verlief zunächst klar zu Gunsten von Li. Was für Wolff schon wie ein verlorenes Rennen aussah, drehte sich auf den letzten Metern dramatisch: Der Chinese machte beim Aussteigen einen Fehler, stolperte kurz im flachen Wasser, wirkte völlig entkräftet und lief nur sehr langsam über den Strand zum Zielbuzzer. Moritz Wolff nutzte diese Gelegenheit und überholte seinen Konkurrenten auf den letzten 30 Metern am Strand – ein unglaubliches Comeback und ein echtes Highlight. Dies sicherte Moritz Wolff den ersten Platz im Männer-Einer, während Franz Werner den dritten Platz erreichte. Der dritte deutsche Starter, Franz Friedhelm Cherubim, schied leider nach den Time Trial Läufen aus und erreichte nicht das Achtelfinale.

Julia Tertünte schafft fast die Sensation gegen Magdalena Lobnig
Bei den Frauen lief es ähnlich ereignisreich ab. Marion Reichardt schied zwar bereits nach den Time Trial Läufen aus. Julia Tertünte und Sophie Leupold hin zeigten eine solide Leistung im Time Trial, wurden Dritte und Vierte und zogen damit direkt ins Achtelfinale ein. Julia Tertünte dominierte ihr Achtelfinalrennen stark und sicherte sich das Viertelfinalticket. Sophie Leupold zeigte ebenfalls ein sehr gutes Rennen, traf aber dann bereits auf die spätere Siegerin, Whejie Zhu aus China. Was ihr trotz der guten Leistung im direkten KO-Duell das Weiterkommen verwehrte. Julia Tertünte hingegen meisterte auch das Viertelfinale gegen Bruna Parente aus Portugal und zog in die Top 4 ein. Im Halbfinale traf sie auf die Vizeweltmeisterin Magdalena Lobnig (Österreich) und lieferte ein grandioses Rennen ab, in dem sie über weite Strecken, wenn auch knapp, in Führung lag. Obwohl die Kräfte kurz vor dem Ziel nachließen, war ihre Leistung, gerade im Vergleich zum Vorjahr, eine enorme Steigerung. Solche Rennen, die noch in 2025 fast undenkbar gewesen wären, sind nun Realität, was das gestiegene Niveau der deutschen Frauen unterstreicht.

Doppelstarts fordern Tribut in den Mixed-Doppelzweiern
Die Mixed-Doppelzweier, bestehend aus Leupold/Werner (dem amtierenden Vize-Europameister-Duo) und Wolff/Tertünte, traten ebenfalls an. Beide Boote schafften es solide ins Viertelfinale. Die Bedingungen der International Filippi Trophy mit einem extrem engen Zeitplan, bei dem die Finalrunden in nur 28 Minuten abgehandelt werden, stellten eine enorme Herausforderung dar. Die knappen Abstände zwischen den Rennen ließen kaum Erholungszeit zu. Für viele Doppelzweier, die im Vorfeld bereits ihre Einer-Rennen absolviert hatten, bedeutete dies eine zusätzliche Belastung.

Wolff/Tertünte schieden gegen die amtierenden Weltmeister aus Litauen aus – eine klare Angelegenheit, da das deutsche Duo nach den Einer-Rennen nicht mehr die nötige Frische besaß. Werner/Leupold trafen auf Portugal, eine Wiederholung des EM-Finals. Das Rennen war extrem eng und spannend, endete jedoch mit einem knappen Vorsprung für Portugal. Ein kleiner Fehler, das Berühren einer Boje auf dem Rückweg, kostete das deutsche Boot wohl die entscheidenden Sekundenbruchteile. Beide Konkurrenzboote der deutschen Crews hatten zudem zuvor keine Einer-Starts mehr absolviert.

Niveau steigt stark - China greift im Coastal Beach Sprint an
Dies verdeutlicht, dass auf diesem hohen Niveau der Doppelstarts, gerade gegen ausgeruhte Konkurrenz, die Kombination aus Einer- und Zweier-Rennen zunehmend schwierig wird. Die Leistung im Doppelzweier war dennoch beachtlich. Es wird aber deutlich, dass eine strategische Entscheidung getroffen werden muss, ob Doppelstarts in Zukunft in dieser Form noch möglich sein werden, wenn man auch im Doopelzweier um die Medaillen kämpfen möchte. Das Duo Cherubim/Reichardt erreichte nicht das Achtelfinale.

Bundestrainer Adrian Bretting: „Trotz der Herausforderungen und der harten Konkurrenz überwiegt die positive Bilanz. Die Regatta in Neapel war ein Erfolg für das Team. Die Integration eines Sportpsychologen ins Team hat sich als förderlich erwiesen und viele positive Impulse gesetzt, die das Team weiter voranbringen. Die Leistungen der deutschen Athletinnen und Athleten, insbesondere von Tertünte, Leupold, Wolff und Werner, zeigen eine gute Entwicklung. Die Luft wird zwar dünner an der Spitze, aber das deutsche Team ist bereit, die notwendigen weiteren Schritte zu unternehmen, um weiter vorne mitzuhalten. Es bleibt ein heißer Ritt auf dem Weg zur Europa- und Weltmeisterschaft, doch das Team ist gewappnet und wird den kommenden Trainingsblock intensiv nutzen, um sich optimal auf die nächsten Höhepunkte vorzubereiten. Die kommenden Jahre versprechen extrem enge und spannende Rennen auf höchstem Niveau.“