Interview mit U19-Bundestrainer Paul Zander
rudern.de: "Paul, wie fällt dein Fazit nach dieser Leistungsüberprüfung aus?"
Paul Zander: „Insgesamt hat sich das Bild bestätigt, das wir bereits bei der ersten Leistungsüberprüfung gesehen haben. Die Athletinnen und Athleten, die dort vorne waren, haben sich auch diesmal weitgehend durchgesetzt. Natürlich gab es einige kleinere Verschiebungen – einzelne Sportlerinnen und Sportler haben den Finaleinzug verpasst, andere konnten sich nach vorne arbeiten. Solche Veränderungen sind im Verlauf der Saison aber völlig normal.“
rudern.de: "Schauen wir zunächst auf den Juniorinnen-Einer."
Paul Zander: „Im Juniorinnen-Einer hat sich die Siegerin Helena Tibitanzl erneut sehr souverän durchgesetzt. Dahinter bleibt der Kampf um die weiteren Spitzenplätze äußerst spannend. Die Athletinnen liegen eng beieinander, was für ein gutes Leistungsniveau in der Breite spricht. Auch die Ergebnisse im Bereich der Kleinboote zeigen, dass wir hier weiterhin über eine starke Konkurrenzsituation verfügen.“
rudern.de: "Im Junioren-Einer konnte Oskar Müller gewinnen."
Paul Zander: „Oskar Müller hat eine sehr überzeugende Leistung gezeigt. Er hat alle drei Rennen souverän gestaltet und dabei eine neue Konstanz und Reife bewiesen, die wir in dieser Form bei den vergangenen Überprüfungen noch nicht gesehen haben. Dahinter war das Feld sehr eng zusammen. Richard Schreiber konnte sich im Vergleich zur letzten Leistungsüberprüfung verbessern und nach vorne schieben. Insgesamt haben sich aber auch hier weitgehend die Athleten durchgesetzt, die bereits bei der ersten Überprüfung zu den Schnellsten gehörten.“
rudern.de: "Bei den Juniorinnen im Riemenbereich gab es einige Veränderungen. Wie ordnest du diese Entwicklung ein?"
Paul Zander: „Bei den Juniorinnen im Riemenbereich gab es im Vergleich zur ersten Überprüfung die größten Verschiebungen. Einige Athletinnen, die physiologisch sehr stark sind, konnten ihre Leistungsfähigkeit diesmal deutlich besser auf das Wasser bringen. Dadurch hat sich das Leistungsbild etwas verändert und insgesamt verbessert. Das stimmt uns optimistisch mit Blick auf die Deutschen Jugendmeisterschaften und die weitere internationale Saison. Unser Ziel bleibt es, eine möglichst leistungsstarke Mannschaft für die kommenden internationalen Höhepunkte aufzustellen.“
rudern.de: "Wie bewertest du die Ergebnisse im Junioren-Zweier ohne Steuermann?"
Paul Zander: „Im Junioren-Zweier ohne konnten sich die Sieger aus Halle mit einem engagierten Rennen klar durchsetzen. Auch im weiteren Feld waren die Abstände teilweise gering, sodass wir eine hohe Leistungsdichte gesehen haben. Im Vergleich zur ersten Leistungsüberprüfung haben sich die Mannschaften in ihrer Zusammensetzung kaum verändert. Es gab einzelne Positionswechsel, insgesamt blieb das Leistungsgefüge aber sehr stabil.“
rudern.de: "Neben den sportlichen Leistungen spielen auch die Rahmenbedingungen eine Rolle. Wie zufrieden warst du mit der Durchführung der Regatta und der Fairness?"
Paul Zander: „Besonders erfreulich war, dass wir an diesem Wochenende sehr faire Wettkampfbedingungen hatten. Am Freitag hatten wir aufgrund angekündigter Gewitter zunächst Sorge, dass der Zeitplan beeinträchtigt werden könnte. Letztlich hatten wir jedoch Glück mit dem Wetter. Die Regattaleitung hat hervorragend gearbeitet, flexibel auf die Bedingungen reagiert und notwendige Anpassungen schnell umgesetzt. Dafür möchte ich mich ausdrücklich bedanken. Dadurch konnten wir über das gesamte Wochenende hinweg faire und aussagekräftige Leistungsvergleiche durchführen.“
rudern.de: "Was bedeuten die Ergebnisse nun für die weiteren Nominierungen und den Saisonverlauf?"
Paul Zander: „Wir können davon ausgehen, dass sich die leistungsstärksten Athletinnen und Athleten auch entsprechend platziert haben. Das gibt uns eine sehr gute Grundlage für die weiteren Nominierungsentscheidungen und die kommenden Meisterschaften. Die Leistungsdichte in vielen Bereichen stimmt uns optimistisch, dass wir in den nächsten Wochen und Monaten schlagkräftige Mannschaften für die internationalen Aufgaben formieren können.“