27. März 2026 | Nationalmannschaft | von Hans Strauss

Kaderüberprüfung in Leipzig: Ergo-Zeiten für Nationalteam im Vordergrund

Nach seiner Pause wieder zurück, in Leipzig am Start und einer der Hoffnungsträger für die kommende Saison im Skull: Jonas Gelsen. Foto: meinruderbild

Eine Bilanz des Wintertrainings wird in dieser Woche bei der Testwoche in den Bundesstützpunkten Berlin, Dortmund und Hamburg/Ratzeburg gezogen. Zum Abschluss geht es für alle Athletinnen und Athleten, die dem Nationalteam in dieser Saison angehören wollen, zur Kaderüberprüfung nach Leipzig. Am Samstag (28. März 2026) steht dort in der Schule Hauptbahnhof-Westseite der Ergometer-Test über 2000 Meter auf dem Programm. Am Sonntag geht es dann auf dem Elster-Saale-Kanal in die Boote: die Langstrecke über 6000 Meter wird in Einern und Zweiern ohne absolviert. Auch die Bereiche Para und Coastal sind in Leipzig stark vertreten.

Klassisches Rudern

Für die Bildung der Nationalmannschaft stehen die Ergebnisse auf dem Ergometer im Vordergrund. Cheftrainer Marcus Schwarzrock erwartet insgesamt eine positive Entwicklung im Vergleich zum vergangenen Jahr. Die Ergebnisse der Langstrecke werden vorrangig zur Setzung der Vorläufe bei der Deutschen Kleinboot-Meisterschaft in drei Wochen in München-Oberschleißheim herangezogen.

Im Bereich Männer Riemen haben sich in Dortmund in den letzten Wochen die Zweier ohne herausgeschält, die nun in Leipzig antreten werden. Knapp 40 Boote werden antreten. Erneut nur schwer zu schlagen sein werden auf dem Wasser Julius Christ und Sönke Kruse. Aus gesundheitlichen Gründen werden Mattes Schönherr und Mark Hinrichs an beiden Tagen nicht am Start sein. 

Im Bereich Frauen Riemen fehlt mit Luisa Bachmann, Annabelle Bachmann, Nora Peuser und Paula Gerundt eine ganze Reihe von Ruderinnen. Dennoch sind rund 20 Zweier ohne gemeldet.

Im Männer Skull mit rund 70 Teilnehmern sind sowohl auf dem Ergo als auch auf der Langstrecke spannende Entscheidungen zu erwarten. Olympiasieger Oliver Zeidler ist nach seinem Weltrekord vor zwei Monaten auf dem Concept2, den der Niederländer Simon van Dorp mittlerweile nochmals verbesserte, der Favorit. Aber die Konkurrenz, wie zum Beispiel Jonas Gelsen oder Marc Weber, wird alles aus sich herausholen. Nicht dabei sein werden Max Appel, der seinen Comeback-Versuch mittlerweile aus familiären Gründen wieder beendet hat, und Tim-Ole Naske, dessen Rücken seit Monaten nicht mitspielt.

Rund 40 Teilnehmerinnen haben sich im Frauen Skull angesagt. Dass die Einer-Spezialistinnen Alexandra Föster und Juliane Faralisch am Ende vorne liegen werden, ist keine ausgemachte Sache. Frauke Hundeling, Tabea Schendekehl oder Pia Greiten, um nur einige zu nennen, wollen ihre starke Physis ebenfalls nachweisen.

Coastal-Rudern

Im jungen Bereich Coastal liegen die Saisonhöhepunkte mit Europa- und Weltmeisterschaft spät im Herbst. Deshalb steht der Kampf um die Plätze im Nationalteam erst ganz am Anfang. In Leipzig geht es aber schon darum, wer sich für die geplanten Regatten in Italien empfehlen kann. Alle Kader-Athletinnen und Athleten sind am Start, ansonsten hätte sich Bundestrainer Adrian Bretting ein paar Meldungen mehr gewünscht. Am Samstag steht wie im klassischen Bereich ein Ergometer-Test an, am Sonntag steht die Trainingsform Run-Row-Run auf dem Programm. Drei Mal in kurzer Abfolge müssen 40-Meter-Sprint, 750 Meter auf dem Ergo und 40 Meter zurück absolviert werden. Damit wird die K.o-Phase bei den Coastal-Regatten mit nur kurzen Pausen zwischen Viertelfinale, Halbfinale und Finale simuliert.

Bei den Frauen ist neben den WM-Teilnehmerinnen Sophie Leupold und Julia Tertünte nun auch Marion Reichardt wieder dabei, die sich bei den Ausscheidungswettkämpfen im vergangenen Jahr schwer verletzt hatte. Leonie Menzel, die in Paris mit dem klassischen Doppelvierer Bronze gewonnen hatte, entschied sich nach ersten Gehversuchen im Coastal dann doch, ihre Ruderkarriere aus privaten Gründen zu beenden. Bei den Männern sind die WM-Teilnehmer Moritz Wolff und Franz Werner die bekanntesten Namen.

Para-Rudern

Nach der herausragenden WM in Shanghai mit einem kompletten Medaillensatz ist Leipzig auch für die Para-Ruderer und Ruderinnen und Bundestrainer Marc Stallberg die erste Wegmarke der neuen Saison. Doppelzweier-Weltmeisterin Kathrin Marchand macht nach ihrem erfolgreichen Ausflug auf die Langlauf-Ski bei den Paralympics noch Pause und stößt erst im Mai bei der Para-Regatta in Paris wieder zur Mannschaft. Ihr WM-Zweier-Partner Valentin Luz rudert am Wochenende im PR3-Einer.

Nach WM-Silber im PR2-Doppelzweier wollen Paul Umbach und Jasmina Bier auf dem Ergo und im Boot der erhöhten Messlatte gerecht werden, Bier kommt allerdings aus einer Verletzung zurück. Neu gebildet wurde der bei der WM mit Bronze dekorierte, gesteuerte PR3-Vierer: Alexej Gerasimov und Susanne Lackner kommen neu herein, Hermine Krumbein und Philipp Dosse bleiben im Boot. 

Insgesamt sind neun Para-Boote am Start, für die Festsitz-Klassen ist die Langstrecke auf 4000 Meter verkürzt.