Konferenz der Spitzenverbände im DOSB im Zeichen des Sportfördergesetzes
Vom 27. bis 29. März 2026 kommen die Spitzenverbände des deutschen Sports zur Konferenz im Deutscher Olympischer Sportbund (DOSB) zusammen. Tagungsort ist das Gelände am Am Luftschiffhafen in Potsdam.
Die diesjährige Zusammenkunft steht unter besonderen Vorzeichen: Erst wenige Tage zuvor wurde auf politischer Ebene das neue Sportfördergesetz beschlossen – ein Reformprojekt, das als tiefgreifendste Neuordnung der Spitzensportförderung in Deutschland seit Jahrzehnten gilt.
Strategische Zäsur für den deutschen Spitzensport
Mit dem Gesetz verfolgt die Bundesregierung das Ziel, die internationale Wettbewerbsfähigkeit deutlich zu steigern und die Förderung stärker an Leistung und Potenzial auszurichten. Kernstück ist die geplante Einrichtung einer unabhängigen Spitzensportagentur, die künftig zentrale Aufgaben der Mittelvergabe übernehmen soll.
Damit verschiebt sich das bisherige System grundlegend:
• Förderentscheidungen sollen transparenter und stärker leistungsorientiert erfolgen
• Bürokratische Prozesse werden gebündelt und teilweise aus den Verbänden ausgelagert
• Athletinnen und Athleten sollen erstmals auch direkt und individuell gefördert werden
Zugleich bringt die Reform eine neue Machtbalance mit sich. Während der Staat durch die Agentur größeren Einfluss auf strategische Entscheidungen erhält, sehen sich Verbände und der DOSB in ihrer bisherigen Steuerungsrolle herausgefordert.
Bedeutung der DOSB-Konferenz
Vor diesem Hintergrund gewinnt die Konferenz in Potsdam besondere strategische Bedeutung. Sie ist eines der ersten zentralen Treffen der organisierten Sportlandschaft nach dem politischen Beschluss – und damit eine entscheidende Plattform, um:
• die konkreten Auswirkungen des Gesetzes auf die Verbandsarbeit zu bewerten,
• gemeinsame Positionen gegenüber Politik und Agenturstruktur zu entwickeln,
• und die zukünftige Rollenverteilung zwischen Staat, DOSB und Spitzenverbänden zu klären.
Insbesondere Fragen der Mitbestimmung, der Ausgestaltung der neuen Agentur sowie der Sicherung sportfachlicher Expertise stehen im Fokus.
DRV setzt Zeichen durch starke Präsenz
Der Deutscher Ruderverband (DRV) ist bei dieser richtungsweisenden Konferenz hochrangig vertreten. Vorstand Leistungssport Robert Sens sowie Präsidiumsmitglied Lars Koltermann nehmen an den Gesprächen teil.
Dass Robert Sens persönlich am Samstag vor Ort ist – trotz des krankheitsbedingten Ausfalls von Cheftrainer Schwarzrock in Leipzig – unterstreicht die hohe strategische Relevanz der Veranstaltung für den Verband. Gerade in einer Phase struktureller Neuordnung ist es entscheidend, die Interessen des Rudersports aktiv in die Diskussion einzubringen.
Weichenstellung für die Zukunft
Die Konferenz markiert damit weit mehr als einen routinemäßigen Austausch: Sie ist ein zentraler Moment der Neujustierung im deutschen Spitzensport.
Mit dem Sportfördergesetz sind die politischen Leitplanken gesetzt – nun geht es darum, wie diese in der Praxis umgesetzt werden. Die Ergebnisse der Gespräche in Potsdam dürften maßgeblich darüber entscheiden, wie erfolgreich die Reform wirkt und welche Rolle die einzelnen Verbände im zukünftigen System einnehmen werden.