29. Mai 2026 | Nationalmannschaft

Lehrreicher Auftakt in Sevilla

Der Deutsche Ruderverband (DRV) ist mit mehreren überzeugenden Auftritten in die Weltcup-Saison 2026 gestartet. Nach dem ersten Regattatag in Sevilla (Spanien) sind 10 von 12 olympischen Bootsklassen noch im Rennen. 
 

Der Frauen Zweier ohne St. musste krankheitsbedingt absagen und der Frauen Vierer ohne St. kam bei dem ersten internationalen Rennen der Saison leider noch nicht richtig in Fahrt. 
 

Der Männer-Doppelvierer und Olympiasieger Oliver Zeidler sorgten mit souveränen Siegen für die sportlichen Höhepunkte aus deutscher Sicht und unterstrichen früh ihre Ambitionen für die kommenden Entscheidungen.

Standortbestimmung für das deutsche Team

Die Regatta in Andalusien bildet die erste von insgesamt drei Weltcup-Stationen und dient für die insgesamt 18 ursprünglich gemeldeten deutschen Boote als wichtige internationale Standortbestimmung. Aufgrund krankheitsbedingter Ausfälle im Frauen-Zweier ohne St. und bei einem Männer-Zweier gingen letztlich 16 deutsche Boote an den Start.

Insgesamt treten 499 Athletinnen und Athleten aus 37 Nationen an. Das deutsche Aufgebot besteht aus einer Mischung erfahrener Leistungsträger und neu formierter Mannschaften, die sich im internationalen Vergleich beweisen wollen.

Zeidler bestätigt Favoritenrolle

Im Männer-Einer richteten sich die Blicke erwartungsgemäß auf Olympiasieger Oliver Zeidler. Dieser überzeugte auf ganzer Linie und setzte international bereits heute ein großes Ausrufezeichen. Der Münchner kontrollierte seinen Vorlauf souverän und gewann diesen in 7:09,47 Minuten vor Frankreich und Litauen.

Auch im anschließenden Viertelfinale ließ Zeidler nichts anbrennen und sicherte sich mit einem weiteren Sieg den Einzug ins Halbfinale am Samstag. Damit bleibt der deutsche Ausnahmeathlet weiterhin auf Kurs Richtung Finale.

Männer-Doppelvierer läuft stark auf!

Eine sehr überzeugende Leistung des Tages zeigte der Männer-Doppelvierer mit Marc Weber, Jonas Gelsen, Felix Heinrich und Ole Hohensee. Das Quartett dominierte seinen Vorlauf und gewann in der Tagesbestzeit von 5:50,42 Minuten deutlich vor Polen (5:52,88) und den Niederlanden (5:53,15).

Mit diesem souveränen Sieg qualifizierte sich das deutsche Boot direkt für das Halbfinale und unterstrich eindrucksvoll sein internationales Potenzial.

Frauen-Doppelvierer überzeugt beim Saisonauftakt

Auch der Frauen-Doppelvierer präsentierte sich in hervorragender Verfassung. Maren Völz, Juliane Faralisch, Johanna Debus und Frauke Hundeling belegten im Vorlauf mit 6:28,60 Minuten den zweiten Platz hinter Großbritannien (6:26,91) und sicherten sich damit direkt das Ticket für das A-Finale.

Lediglich knapp eine Bootslänge fehlte auf die favorisierten Britinnen. Gleichzeitig erzielte die deutsche Crew die zweitschnellste Zeit aller Vorläufe und darf mit berechtigten Medaillenhoffnungen auf das Finale blicken.

Alexandra Föster sicher im Halbfinale

Im Frauen-Einer gelang Alexandra Föster der Einzug ins Halbfinale. Die Deutsche lieferte sich im Vorlauf ein hochklassiges Rennen mit der irischen Weltmeisterin Fiona Murtagh und setzte sich gegen Aurelia Maxima Janzen, die bei den Deutschen Meisterschaften noch die Nase vorn hatte und international für die Schweiz startet,  durch und erreichte damit den 2. Platz in ihrem Vorlauf.

Doppelzweier kämpfen sich weiter

Im Frauen-Doppelzweier erreichten Sarah Wibberenz und Lisa Gutfleisch zwar lediglich den fünften Platz ihres Vorlaufs, qualifizierten sich jedoch über die Zeitregel für das Halbfinale. Dabei profitierte das deutsche Duo davon, dass ihr Rennen das stärkste der Vorlaufserie war.

Bei den Männern schafften Arno Gaus und Moritz Küpper als Dritte ihres Vorlaufs den Sprung ins Halbfinale. Für Oliver Holtz und Tom Gränitz endete der Wettkampf dagegen vorzeitig. Nach Platz fünf in ihrem Lauf mussten sie sich aus dem Medaillenkampf verabschieden.

Licht und Schatten bei den Riemenbooten

Im Männer-Zweier ohne St. erreichte das deutsche Boot über die Zeitregel das Halbfinale. Der Frauen-Zweier konnte krankheitsbedingt nicht starten.

Im Frauen-Vierer ohne St. reichte Rang drei im Vorlauf lediglich zum B-Finale. Der Männer-Vierer ohne brachte eines seiner beiden Boote über die Zeitregel ins Halbfinale, während das zweite Boot ausschied.

Achter mit Luft nach oben

Für den Deutschland-Achter verlief der Auftakt deutlich hinter den Erwartungen. In den Preliminary Races belegte das DRV-Flaggschiff Rang vier hinter den Niederlanden, Rumänien und Großbritannien und blieb damit zum Start in den Weltcup hinter den Erwartungen. Im Finale am Sonntag wird eine klare Leistungssteigerung nötig sein, um im Kampf um die vorderen Plätze noch einmal näher an die internationale Spitze heranzurücken.

Der Frauen-Achter musste sich mit Platz fünf zufriedengeben. Vor dem Hintergrund der schwierigen personellen Ausgangslage im Frauenbereich ist die Leistung dennoch einzuordnen: Bereits im Vorfeld fehlten mit Lene Mührs und Anna Härtl zwei Athletinnen, hinzu kam am Wettkampftag der kurzfristige krankheitsbedingte Ausfall von Tabea Schendekehl. Entsprechend musste das Team kurzfristig reagieren und mehrere Belastungen auffangen. Großbritannien und die Niederlande lieferten sich an der Spitze einen packenden Zweikampf um den Sieg, während Australien ebenfalls um die Spitzenpositionen kämpfte. Rumänien und Deutschland folgten dahinter.

DRV-Bilanz von dem Cheftrainer Marcus Schwarzrock nach dem ersten Wettkampftag "Ich bin sehr zufrieden mit dem Auftritt der Skull-Boote, sie haben ihr Potential heute gezeigt. Die Leistungen des Männerriemens müssen sich unbedingt noch steigern, während es für das schwächere Ergebnis der Frauen-Riemerinnen erklärbare Gründe gibt. 
 

Der erste Regattatag hinterlässt insgesamt einen positiven Eindruck. Vor allem die Skullboote konnten überzeugen und sich aussichtsreiche Ausgangspositionen für die kommenden Entscheidungen erarbeiten.