03. Mai 2026 | Para | von Hans Strauss

Para-Nationalteam startet in Paris mit drei Regatta-Siegen in die Wettkampfsaison

Goldene Plaketten: Kathrin Marchand und Valentin Luz gewannen in Paris den Mixed-Doppelzweier PR3. Foto: DRV
Siegerehrung beim Mixed-Doppelzweier PR2: Jasmina Bier und Paul Umbach (beide Mitte) mit den Zweit- und Drittplatzierten aus Usbekistan und der Türkei. Foto: DRV
Energieleistung: Marcus Klemp holte sich im Männer-Einer PR1 zum Abschluss Bronze. Foto: DRV
Das DRV-Aufgebot bei der Para-Regatta in Paris. Foto: DRV
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Das war ein gelungener Start in die Regatta-Saison 2025 für die Nationalmannschaft im Para-Rudern: Mit drei Mal Gold und ein Mal Bronze im Gepäck trat das Team die Heimreise von der Internationalen Para-Regatta in Paris an. „Ein guter Auftakt für uns, auch wenn die Konkurrenz nicht so hochkarätig wie bei einem Weltcup war“, sagte Bundestrainer Marc Stallberg.

Luz/Marchand trotzen dem Seitenwind

Im Ruder- und Kanuzentrum Vaires-sur-Marne vor den Toren der französischen Hauptstadt waren die amtierenden Weltmeister im Mixed-Doppelzweier der Klasse PR3 erwartungsgemäß nicht zu schlagen. Valentin Luz und Kathrin Marchand gewannen in 7:48:49 Minuten mit über einer halben Minute Vorsprung auf Usbekistan, Dritter wurde das Boot aus der Türkei. Wegen der „anspruchsvollen Seitenwinde“ (Luz) waren die Zeiten im A-Finale am Sonntagnachmittag deutlich langsamer als im Halbfinale, den das deutsche Duo am Vormittag in 7:31,99 Minuten ebenfalls gewonnen hatte. „Es war solide, darauf kann man aufbauen“, sagte Luz, dessen Bootspartnerin Marchand nach ihrem erfolgreichen Abstecher zum Skilanglauf bei den Winter-Paralympics sich nun wieder voll auf das Rudern fokussiert. 

Auch Bier/Umbach eine Klasse für sich

Den zweiten DRV-Erfolg machten Jasmina Bier und Paul Umbach im Mixed-Doppelzweier der Klasse PR2 perfekt. Das A-Finale gewannen sie in 8:46,47 Minuten mit satten 35 Sekunden Vorsprung auf das Boot aus Usbekistan, Dritter wurde die Türkei. „Beide sind vom Start gut weggekommen und haben sich danach stetig weiter vom restlichen Feld entfernt“, sagte Trainer Stephan Froelke, „das macht Appetit auf mehr“. Im Halbfinale hatten Bier/Umbach bei besseren Bedingungen in 8:30,38 Minuten gewonnen. Beide waren am Samstag zusätzlich auch in den PR2-Einern gestartet. Jasmina Bier holte souverän den Sieg in 10:17,73 Minuten. Sie wartete im Ziel auf ihre weit zurückliegende Konkurrentin aus der Türkei und erwies ihr Respekt – eine schöne Geste des Fair Play. Paul Umbach wurde bei den Männern in 10:06,70 Minuten Vierter. Nach einem schwierigen Start kämpfte er sich ins Rennen und verpasste das Siegespodium nur um wenige Zehntelsekunden.

Gerasimov klassifiziert und mit Perspektive

Ebenfalls im PR2 Männer-Einer am Start war Alexey Gerasimov, der sich in 13:14,65 Minuten auf Platz sieben einreihte. Nach seiner erfolgreichen Klassifizierung kann sich der Neuling im Nationalteam nun perspektivisch entwickeln.

Klemp nach zwei harten Tagen aufs Podium
Im Männer-Einer der paralympischen Klasse PR1 startete Marcus Klemp an beiden Tagen. Jeweils Halbfinale und Finale - ein hartes Programm für den routiniertesten deutschen Nationalruderer. Am Samstag belegte er in 10:58,28 Minuten den sechsten Platz in einem sehr stark besetzten A-Finale. Hier gewann der Para-Sportler des Jahres 2026, Benjamin Pritchard (Großbritannien), in exzellenten 9:45,05 Minuten. Bei seinem zweiten Auftritt am Sonntag wollte es Klemp wissen und schaffte als Dritter in 10:38,85 Minuten im A-Finale den Sprung auf das Podest. Rund 30 Sekunden lag er dabei hinter dem siegreichen Lokalmatador Alexis Sanchez (Frankreich). „Marcus hat alles gegeben, es war ein tolles Rennen von ihm“, lobte Trainer Lutz Bühnert.

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