Starker deutscher Auftakt beim International Filippi Beach Sprint
Die zweite Etappe der „International Filippi Beach Sprint Trophy“ vom 17. bis 19. April 2026 im italienischen Fano bestätigte eindrucksvoll die steigende internationale Leistungsdichte im Coastal Beach Sprint – und zugleich die Wettbewerbsfähigkeit der deutschen Athletinnen und Athleten. Unter teils wechselhaften und organisatorisch herausfordernden Bedingungen präsentierte sich das Top-Team des Deutschen Ruderverbandes (DRV) in den Time Trials und anschließenden Knockout-Runden geschlossen auf hohem Niveau.
Bereits in den Time Trials der Männer setzten die deutschen Starter ein deutliches Ausrufezeichen. Moritz Wolff sicherte sich in 2:42,62 Minuten den Sieg in dieser Runde, dicht gefolgt von Franz Werner auf Rang zwei (2:44,16 Minuten) . Diese Doppelführung unterstreicht die aktuelle Leistungsstärke im deutschen Coastal-Bereich. Gleichwohl ist die Aussagekraft solcher Zeiten differenziert zu betrachten: Durch mehrere Unterbrechungen und den hohen Meldezahlen von über 50 Startern, zog sich der Wettbewerb über einen ungewöhnlich langen Zeitraum, sodass die äußeren Bedingungen – insbesondere Wind und Wasser – stark variierten. Beide mögen dabei von ihrem späten Startfenstern profitiert haben, in dem sich die Bedingungen teilweise stabilisiert hatten.
Nichtsdestotrotz setzte insbesondere Wolff mit seiner Zeit eine „Duftmarke“, die im internationalen Feld wahrgenommen wurde. Werner bestätigte mit seiner Leistung die interne Erwartungshaltung, sich in der Spitzengruppe zu etablieren. Beide Athleten zeigten in der Folge auch in den Knockout-Runden ihre Klasse und setzten sich souverän durch: Wolff gewann sein Achtelfinale in 2:28,77 Minuten, Werner sogar in 2:27,93 Minuten . Damit unterstrichen beide nicht nur ihre physische Leistungsfähigkeit, sondern auch ihre technische Stabilität im für Beach Sprint entscheidenden Zusammenspiel aus Startphase, Wende und Zielspurt. Für den dritten deutschen Starter Franz Friedhelm Cherubim war leider bei seiner Beach Sprint Premiere nach dem ersten Time Trial Schluss. Ein gesundheitlicher Infekt bedeutete leider die Abmelung für alle weiteren Rennen.
Im Frauenfeld präsentierten sich Julia Tertünte und Sophie Leupold ebenfalls konkurrenzfähig auf internationalem Topniveau. In den Time Trials belegten sie die Plätze sechs und sieben mit Zeiten von 3:10,21 bzw. 3:10,98 Minuten . Die geringen Abstände zur Spitze – rund zweieinhalb Sekunden – verdeutlichen die enorme Leistungsdichte im internationalen Vergleich. Beide Athletinnen qualifizierten sich damit sicher für die entscheidenden K.o.-Runden und vermieden die zusätzlichen Belastungen über das zweite Time Trial II.
In den direkten Duellen der besten 16 Starterinnen bestätigten Tertünte und Leupold ihre Qualität eindrucksvoll: Beide gewannen ihre Knockout-Rennen souverän und zogen in die nächste Runde ein. Auffällig war dabei insbesondere die technische Sauberkeit im Bojenmanöver sowie die Stabilität in der Landphase – Faktoren, die im Coastal Beach Sprint häufig über Sieg oder Niederlage entscheiden. Marion Reichardt qualifizierte sich nach Platz 19 im ersten und Platz 11 im zweiten Time Trial leider nicht für die KO-Rennen.
Erfreulich aus deutscher Sicht waren zudem die Auftritte im Mixed-Doppelzweier. Sowohl die Kombination Wolff/Leupold als auch Werner/Tertünte konnten ihre Rennen gewinnen und sich für die nächste Runde qualifizieren. Gerade in dieser Bootsklasse zeigt sich die zunehmende strategische Bedeutung eingespielter Teams, da Timing, Abstimmung und Übergänge zwischen Lauf- und Ruderelementen eine noch größere Rolle spielen als im Solo.
Die Wettbewerbe in Fano waren immer wieder von Unterbrechungen und Verzögerungen geprägt, was trotz allen Bemühungen und dem Engagement der Organisatoren und Verantwortlichen zu erheblichen Zeitverschiebungen führte. Für die Athletinnen und Athleten bedeutete dies eine zusätzliche Herausforderung in der Wettkampfsteuerung, insbesondere hinsichtlich Warm-up, Regeneration und mentaler Fokussierung. Der flache Strand sorgt bei eintretendem Niedrigwasser für weitere Herausfordeungen. Solche Faktoren sind im hochintensiven Beach Sprint mit seinen kurzen, maximalen Belastungen nicht zu unterschätzen.
Trotz einzelner Rückschläge – unter anderem dem krankheitsbedingten Ausfall von Franz Friedhelm Cherubim – lässt sich eine klare positive Tendenz erkennen: Die deutsche Mannschaft agiert geschlossen auf einem Niveau, das sie stabil in den Top-Nationen Europas positioniert.
DRV-Bundestrainer Adrian Bretting zog entsprechend ein positives Zwischenfazit:
„Wir halten uns bislang schadlos mit Julia Tertünte, Sophie Leupold, Franz Werner und Moritz Wolff. Morgen gehen wir mit je zwei Booten in die Top-8-Runden in allen drei olympischen Bootsklasse . Das ist genau die Position, aus der heraus wir angreifen wollen. Entscheidend wird jetzt sein, in den direkten Duellen fehlerfrei zu bleiben – denn im Beach Sprint verzeiht das System keine Ungenauigkeiten. Die Athlet:innen sind jedoch voll fokussiert und wollen morgen einen guten Saisonauftakt perfekt machen.“
Damit ist die Ausgangslage für die entscheidende morgige Wettkampfphase klar umrissen: Die deutschen Athletinnen und Athleten haben sich eine hervorragende Position erarbeitet. Nun gilt es, diese in der besonders herausfordernden „Last-8-Runde“, in welcher Viertel-, Halb- und Finale nur wenige Minuten aufeinander folgen, mit taktischer Disziplin, technischer Präzision und maximaler Entschlossenheit in Spitzenplatzierungen umzusetzen.