Tschechien dominiert in München die Achter der Juniorinnen und Junioren
Der zweite Tag der 2026 Munich International Junior Regatta stand am Sonntagnachmittag ganz im Zeichen der Finalentscheidungen in den Mannschaftsbooten, nachdem sich die Favoriten bereits am Vormittag in den Vorläufen für die A-Finals qualifiziert hatten. Vor allem die Rennen der Doppelvierer und Achter zeigten eindrucksvoll, wie stark sich die internationale Konkurrenz im U19-Bereich inzwischen entwickelt hat und wie hoch das Niveau auf der Olympiaregattastrecke von Oberschleißheim mittlerweile geworden ist. Im Juniorinnen-Doppelvierer setzte Tschechien seine bereits im Vorlauf angedeutete Dominanz eindrucksvoll fort und gewann das A-Finale in starken 7:04,25 Minuten vor der deutschen Kombination mit Helena Tibitanzl, Elena Schweisthal, Maike van Beek und Leonora Fritsche hielten das Rennen bis weit in die zweite Streckenhälfte offen und lagen nur knapp eine Länge zurück, ehe das tschechische Boot im dritten Streckenabschnitt die entscheidende Tempoverschärfung setzte. Im Ziel fehlten dem deutschen Quartett lediglich 2,17 Sekunden auf den Sieg, während die Schweiz Rang drei belegte.
Oskar Müller mit dem Double im Skullbereich
Besonders hochklassig verlief anschließend das A-Finale im Junioren-Doppelvierer. Nachdem bereits die Vorläufe eine enorme Leistungsdichte offenbart hatten, entwickelte sich am Nachmittag ein Rennen auf internationalem Spitzenniveau. Die deutsche Kombination aus Ruderverein Wandsbek, SC Magdeburg und Hallescher Rudervereinigung Böllberg/Nelson mit Oskar Müller, Anthony Grube, Richard Schreiber und Tom Feldmeier gewann in 6:17,29 Minuten vor Tschechien und Polen. Ausschlaggebend war dabei vor allem die zweite Streckenhälfte, auf der sich das deutsche Boot mit einem starken Rhythmus und hoher ruderischer Qualität entscheidend lösen konnte.
Tschechien hielt das Rennen lange offen und lag zwischenzeitlich sogar knapp in Führung, musste sich am Ende jedoch mit 1,5 Sekunden Rückstand geschlagen geben. Polen bestätigte als Dritter ebenfalls seine enorme Entwicklung im Nachwuchsbereich, während die deutsche Kombination aus Bernkasteler RV, Mainzer RV, RG München 1972 und USV TU Dresden nach starkem Vorlauf Rang vier belegte. Kroatien und die slowenische Kombination aus Bled, Maribor und Ljubljana komplettierten ein außergewöhnlich stark besetztes Finale.
Tschechien dominiert die Achter
Den emotionalen Höhepunkt des Nachmittags bildeten schließlich die Achterrennen in der Altersklasse U19. Im Juniorinnen-Achter zeigte das tschechische Boot seine Ausnahmestellung, denn es legte schon nach 500m Wasser zwischen sich und die folgenden Boote. Hier lieferte sich die NRW-Renngemeinschaft mit dem Südteam eine spannende Auseinandersetzung über die Strecke um die Silbermedaille. Im Ziel entschieden 11 Hundertstel für das NRW-Boot, der Südteam-Achter kam noch einmal auf. Letztlich ist hier im Hinblick auf die DJM noch das Rennen offen, auch die Renngemeinschaft aus Berlin, Magdeburg, Dresden, Potsdam und Halle ist nämlich noch in Schlagdistanz.
Bereits am Vormittag hatten insbesondere Tschechien und Österreich mit beeindruckenden Vorlaufleistungen im Junioren-Achter. aufhorchen lassen, und auch im Finale bestätigte sich dieser Eindruck eindrucksvoll. Tschechien gewann das Rennen in einem hochklassigen Schlagabtausch vor Österreich und setzte sich damit erneut in Szene. Die am Ende viertplatzierte Kombination aus Halle, Berlin, Leipzig, Dresden, Hamburg und dem LRV-Mecklenburg-Vorpommern mit Brickwede, Canty, Rothe, Büttner, Mützelburg, Schirm, Couve, Schwersmann und Lukowiak hielt insbesondere auf der ersten Streckenhälfte Anschluss an die Medaillenplätze, ehe sich die internationalen Spitzenboote auf dem vierten Streckenviertel absetzen konnten. Auf Österreich und das Podium fehlten knapp eine Sekunde, damit war der DRV auf dem Podium nicht vertreten. Die Süd-Team Kombination mit Athleten aus Mainz, Bingen, Mannheim, Frankfurt und München belegte Rang fünf in 6:19,12 Minuten, dahinter folgte eine weitere deutsche Renngemeinschaft auf Rang sechs.
Gerade diese Finalrennen machten deutlich, wie stark sich die internationale Konkurrenz in den Großbooten entwickelt hat. Während Deutschland in den Kleinbooten weiterhin über herausragende Einzelathletinnen und -athleten verfügt und auch in den Doppelvierern mehrfach um Siege kämpfen konnte, präsentierten sich insbesondere Tschechien, Polen, Kroatien und Österreich in den Mannschaftsbooten bereits bemerkenswert homogen und eingespielt. Bedenkt man noch, dass das U19-Team von GBR nicht am Start war, werden die Aufgaben für die deutschen Trainerinnen und Trainer im Bereich der Großboot-Selektion deutlich.
Entsprechend fiel auch das Fazit von U19-Bundestrainer Paul Zander differenziert aus: „Das Fazit des Wochenendes fällt etwas differenziert aus. Auf der einen Seite haben wir am Samstag in den Klein- und Mittelbooten gesehen, dass unsere Spitzenathletinnen und -athleten einen hohen Standard abliefern können und vorne mitmischen. Schaut man aber auf die Großboote werden unsere Herausforderungen für die nächsten Wochen aufgezeigt. Tschechien, Kroatien und Polen investieren mitlerweile viel in die U19, auch sind die mit der Mannschaftsbildung schon weiter. Aber berücksichtigt man, dass GBR nicht am Start war, wurden uns schon die Aufgaben für 2026 aufgezeigt. Wir haben eine beeindruckende Spitze, aber in der Breite fehlt es noch, um für die WM stark aufgestellt zu sein.“