29. Juli 2015 | Panorama | von Daniel Pankatz

150 Jahre Frankfurter Ruderverein

Auf eine wechselvolle Geschichte blicken die Ruderinnen und Ruderer des FRV von 1865 zurück. Heute wird Deutschlands ältester binnenländischer Ruderverein 150 Jahre alt.

Auf den Tag genau vor 150 Jahren trafen sich im Gasthaus "Zum Storch" im Schatten des Kaiserdoms vierzehn Frankfurter Bürger zur Gründungsversammlung des Frankfurter Rudervereins. Nach den ersten Vereinsgründungen in Hamburg und Kiel fasste der aus England kommende Rudersport damit auch im deutschen Binnenland Fuß, und innerhalb weniger Jahre nahm unser Sport einen ungeahnten Aufschwung.

Die ersten Jahre des FRV waren geprägt von rasantem Wachstum. Die Mitgliederzahl wuchs kontinuierlich, neue Boote wurden angeschafft, und schon 1871 bezog der Verein sein Domizil auf der Maininsel unterhalb der Alten Brücke. Im gleichen Jahr richtete der Verein auch die erste internationale Regatta Deutschlands aus - eine Regatta, die in ihren frühen Jahren übrigens bis zu 40.000 Besucher an den Main zog!

1883 waren der FRV und die FRG Germania, mit der man stets in gepflegter Rivalität verbunden war, Mitinitiatoren und Gründungsmitglieder des Deutschen Ruderverbands und fünf Jahre später auch des Frankfurter Regattavereins.

Sportliche Höhepunkte erreichte der FRV vor allem in Person von Otto Meier und Walter Flinsch. Meier errang 1912 als Steuermann im Vierer Olympisches Gold, und Flinsch erruderte zwischen 1923 und 1928 fünf Deutsche Meisterschaften und nach seinem Wechsel nach Mannheim noch drei weitere Meisterschaften und einmal Olympisches Silber.

Aber es gab auch Schattenseiten: Gleich mehrfach wurden die Bootshäuser des Vereins vom Hochwasser zerstört, Anfang des letzten Jahrhunderts vertrieben Brückenbauarbeiten den Verein längerfristig sogar ganz von der Maininsel, und auch der Neustart nach dem Zweiten Weltkrieg war alles andere als einfach. Querelen in der Mitgliedschaft und andere Probleme ließen zeitweise ganze Trainingsgruppen zur Konkurrenz überlaufen und die Mitgliederzahlen bis zur drohenden Auflösung des Vereins schrumpfen, und in den vergangenen Jahren sorgte dann noch der geplante Bau eines Wohnturms auf dem Bootsplatz des Vereins für existenzielle Sorgen.

All das ist nun Vergangenheit. Seit der heutige Ehrenvorsitzende Max Spangenberg Anfang der 90er das Ruder übernommen hatte, ging es für den FRV beständig bergauf: Die Mitgliederzahl konnte innerhalb weniger Jahre fast verdreifacht werden, das Projekt Wohnturm landete in der Schublade, und der Verein erfreut sich somit heute trotz seines für Rudervereine schon fast biblischen Alters bester Gesundheit.

Die gut 300 Mitglieder konzentrieren sich ganz auf den Breitensport und freuen sich über vielfältige Aktivitäten, einen großen Bootspark und natürlich auch über das attraktive Vereinsdomizil im Brückenbogen der Alten Brücke auf der Maininsel im Herzen Frankfurts.

Nun gut, der Zahn der Zeit hat ziemlich an diesem Domizil genagt, aber die Renovierung des Bootshauses steht schon fest auf dem Programm. "Darauf haben wir fast 20 Jahre gewartet, nicht zuletzt wegen der immer wieder verschobenen Arbeiten an der Alten Brücke", erklärt der Vorstandsvorsitzende Klaus Rohmer die Situation. "Der Startschuss ist mit dem mittlerweile schon abgeschlossenen Neubau unserer Steganlage gefallen, und in ein paar Monaten wird dann auch unser Bootshaus in neuem Glanz erstrahlen. Vorher feiern wir aber natürlich mit unseren Mitgliedern und Freunden am 1. August unseren runden Geburtstag."