60. DRV Wanderrudertreffen in Schwerin - Jubiläum und Premiere
Das 60. DRV-Wanderrudertreffen (WRT) war Jubiläum und Premiere zugleich: erstmals fand es in Mecklenburg-Vorpommern statt und die Schweriner Rudergesellschaft bot als Ausrichter mit dem Schweriner See für viele der 267 Teilnehmerinnen und Teilnehmer anspruchsvolles Neuwasser in Deutschland. Es verknüpfte Rudersport, Gemeinschaft, Kultur und Geschichte, und einmal mehr bestätigte die Altersspanne von 17 bis 90 Jahre eindrucksvoll den generationenübergreifenden Charakter des Wanderruderns.
Freitag – Auftakt und Schwerin kennenlernen
Das Format des WRT 2026 bewegte sich in bewährtem Rahmen:
- offizielle Eröffnung am Freitagnachmittag durch die Vorsitzenden des DRV-Fachressort und des
Ausrichters Dr. Bernhard Trui bzw. Stephan Möller
- Stadtrundgang (hier durch die historische Altstadt und das UNESCO-Weltkulturerbe „Residenzensemble“ unter der Leitung eines ortsansässigen, renommierten Stadtarchitekten)
- Obleutebesprechung mit Infos über die wetterbedingte Routenänderung
- Jahreshauptversammlung des Förderkreises Wanderrudern.
- der gesellige Abend bei Gegrilltem, mit reichlich Getränken und noch viel mehr Gesprächen.
Samstag – Rudern auf Schweriner Gewässern
Die Schweriner RG hatte die Tagesfahrt gründlich und sorgfältig vorbereitet: detaillierte und leicht verständliche Mannschaftslisten mit Ablegezeiten; deutlich sichtbare Nummerierung der Boote und nicht zuletzt genügend Einweiser, Helfer und Aufpasser. Mancher mag das sonst bei großen Ruderveranstaltungen entstehende Gedränge an den Stegen vermisst haben, die meisten empfanden es vielmehr als wohltuend für einen entspannten und reibungslosen Start der Tagesfahrt.
Reibungslos ging es dann durch (Schiebe-)Wind und Wellen auf dem Schweriner See und zurück über den windgeschützten Kanal und den Ziegelsee bis zur Mittagspause an den Strand von Zippendorf. Selten kann man 50 alte und neue Wanderboote aus Holz oder Kunststoff, lackiert und in bunten Farben und so hübsch an einem Sandstrand dicht an dicht aufgereiht sehen. Ebenso dicht und bunt die Schar der Ruderinnen und Ruderer um die Küche der Feuerwehr und die kleine Getränkebar der Schweriner RG. Die Toilettenwagen funktionierten einwandfrei, waren allerdings mit dem Ansturm der „Bedürftigen“ deutlich überlastet. Um das Tageslimit zu erreichen bot sich für die Weiterfahrt eine Alternative: entweder Weiterfahrt bis zur Mündung des Störkanals oder direkte Rückfahrt mit der Verpflichtung mindestens ein Mal in großem Bogen das Schloß zu umrudern.
Wind und Wellen machen Appetit, erst recht bei Ruderern, und noch mehr bei Wanderruderern. So kam es, dass nach „bestens geputztem“ Buffet noch merklicher Bedarf auf alternativem Weg gedeckt werden musste. Zwischenzeitlich „mussten“ Essbegierige mit dem reichlichen (im Preis inbegriffenen) Angebot des sehr gut eingespielten Teams vom Getränkestand vorlieb nehmen – oder tobten sich zwischenzeitlich auf der Tanzfläche aus. Lange schallte es am Bootshaus noch, Wanderruderer lebet hoch.
Festakt im Goldenen Saal
Zum bewährten Format des WRT gehört der Festakt mit der Verleihung der Äquatorpreise, der Fahrtenabzeichen und des DRV-Wanderruderpeises im Gedenken an Georg Winsauer. Der Goldene Saal des Neustädtischen Palais bot das passende Ambiente für diese Würdigungen und Ehrungen.
Die protokollarischen Grußworte sprachen Stephan Möller, Vorsitzender der Schweriner Rudergesellschaft 1874/75 e. V., Sebastian Ehlers, Andreas Bluhm, Präsident des Landesportbundes Mecklenburg-Vorpommern, Olaf Paetow, Präsident des Landesruderverbandes Mecklenburg-Vorpommern, Robert Sens, Vorstand Leistungssport des Deutschen Ruderverbandes und Dr. Bernhard Trui, Vorsitzender des Fachressorts Wanderrudern. Olaf Paetow nahm die Gäste mit auf eine persönliche Reise in die Vergangenheit und seine erste Wanderfahrt im Alter von neun Jahren. Damit wurde zugleich deutlich, wie früh die Begeisterung für das Wanderrudern beginnen und wie nachhaltig sie einen Menschen über Jahrzehnte begleiten kann.
Zahlreiche Ehrungen für bemerkenswerte Leistungen
Ein wesentlicher Bestandteil des Festaktes beim WRT sind die Ehrungen aktiver Wander- und Freizeitruderer, in Schwerin durch DRV-Vorstand Robert Sens, den DRV Ressortvorsitzenden Ruderrevier, Umwelt, Klima und Technik Michael Stoffels und den Ressortvorsitzender Dr. Bernhard Trui. Erstmalig erhielten den Äquatorpreis 16 Anwesende, bereits zum 2. Mal konnten 5 Anwesende den Preis entgegennehmen und 3 Anwesende erhielten den Äquatorpreis zum 3. Mal für eine Gesamt-Kilometerleistung von über 120.000 km im Ruderboot.
Das Fahrtenabzeichen wird je nach Geschlecht und Alter für unterschiedliche jährliche Kilometerleistungen verliehen. 5 Anwesende haben dieses jährliche Ziel zum 50. Mal erreicht. Außerdem wurden zahlreiche Personen ausgezeichnet, die das Fahrtenabzeichen zum 25., 30., 35., 40. und 45. Mal erworben haben.
Mit den DRV-Wanderruderpreisen im Gedenken an Georg Winsauer werden Vereine ausgezeichnet, die bezogen auf ihre Mitgliederzahl führend beim Erwerb der Fahrtenabzeichen und der erreichten jährlichen Kilometer sind.
Die Ehrungen machten deutlich, dass Wanderrudern weit mehr ist als die sportliche Bewältigung einer bestimmten Strecke. Es verbindet sportliche Aktivität, Naturerlebnis, Gemeinschaft und jahrzehntelange Verbundenheit mit dem Rudersport.
Für die musikalische Umrahmung des Festaktes sorgten Caspar Rutsch und Liam Möller, die mit hochkarätigem Jazz für einen besonderen musikalischen Akzent sorgten.
Das Fazit
Die Premiere eines DRV-Wanderrudertreffens in Mecklenburg-Vorpommern und bei der Schweriner RG, die eindrucksvolle Ruderfahrt auf den Schweriner Gewässern, der festliche Rahmen im Goldenen Saal und die zahlreichen Ehrungen machten das Wochenende zu einem besonderen Ereignis: Wanderrudern verbindet – über Kilometer, Generationen und Vereinsgrenzen hinweg.
Ein besonderer Dank galt Kirstin Pingel, die als Kopf des Organisationsteams maßgeblich an der Vorbereitung und Durchführung beteiligt war. Gemeinsam mit den zahlreichen Helferinnen und Helfern der Schweriner Rudergesellschaft sorgte sie für den erfolgreichen Verlauf der Veranstaltung.
Ausblick auf das 61. DRV WRT
Zum Abschluss des Festaktes wurde der Staffelstab symbolisch weitergereicht. Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer erhielten einen Ausblick auf das 61. DRV Wanderrudertreffen 2027 in Bonn.