09. Okt. 2026 | Jugend | von Deutsche Ruderjugend

Berichte des Vorstandes der Deutschen Ruderjugend

Anbei finden Sie die Berichte des Vorstandes der Deutschen Ruderjugend. Diese sind in die verschiedenen Handlungsfelder der DRJ aufgeteilt.

Bundeswettbewerb

Der 57. Bundeswettbewerb fand vom 2. bis 5. Juli 2026 auf dem Aasee in Münster statt. Die Deutsche Ruderjugend (DRJ) wurde bei der Ausrichtung durch den Münsteraner Regattaverein und die Ruderjugend Nordrhein-Westfalen unterstützt. Mit über 1.000 Sportlerinnen und Sportlern konnte erneut ein großes Teilnehmerfeld verzeichnet werden. Besonders erfreulich war die Entwicklung im inklusiven Rudern: Erstmals gingen beim Bundeswettbewerb Para-Einer an den Start; zudem war das Meldefeld bei den Inklusions-Doppelzweiern vollständig besetzt.
Der Bundeswettbewerb musste am Sonntag aufgrund einer Meldung der DLRG-Wasserrettung vorzeitig beendet werden. Nach mehreren Zieleinläufen waren zahlreiche Rettungskräfte bei der Versorgung und Rettung von Kindern gebunden. Die DLRG teilte mit, dass eine ordnungsgemäße Absicherung aufgrund der begrenzten personellen Ressourcen nicht mehr gewährleistet werden konnte. Die Regattaleitung entschied daraufhin im Sinne der Sicherheit und des Wohlergehens aller Teilnehmenden, die Veranstaltung abzubrechen. Die Landesjugendleitungen wurden noch vor Ort über die Entscheidung informiert; in einem anschließenden Online-Meeting erfolgte eine weiterführende Aufarbeitung.
Eine zentrale Herausforderung bleibt die Gewinnung neuer Ausrichter für den Bundeswettbewerb. Trotz frühzeitiger Ausschreibung und verstärkter Öffentlichkeitsarbeit gestaltet sich die Suche nach geeigneten Städten und Vereinen weiterhin schwierig.
Die beiden Förderlehrgänge für die Siegerinnen und Sieger der Langstrecke werden weiterhin in München und Ratzeburg durchgeführt. Die Lehrgänge erfreuten sich bereits im Vorjahr großer Nachfrage und wurden von den Teilnehmenden positiv evaluiert. Auch 2026 konnten zufriedenstellende Anmeldezahlen erreicht werden. Eine wichtige Grundlage für die Durchführung bilden dabei die neu gewonnenen Teamerinnen und Teamer, die insbesondere über die Social-Media-Kanäle der DRJ angesprochen wurden.
Ein weiterer Schwerpunkt ist die Integration von Coastal Rowing in die Lehrgangsprogramme. Nachdem bereits im Lehrgang des älteren Jahrgangs erste Inhalte etabliert wurden, wird das Angebot 2026 erstmals auch auf den jüngeren Jahrgang ausgeweitet.

Coastal Rowing

Die DRJ engagiert sich seit mehreren Jahren für die Entwicklung des Coastal Rowing. Alljährlich finden verschiedene Camps statt wie zuletzt in Kiel. Zugleich würde ein
Coastal Rowing Workshop in Förderlehrgang integriert um möglichst früh erste Berührungspunkt zum Coastal Rowing zu schaffen. Erstmals in diesem Jahr agierte die DRJ als Regattaausrichter für die German Coastal Challenge in Zinnowitz. Nach dem gelungen Auftakt soll die Regatta im kommenden Jahr mit einem Erasmusprojekt ergänzt werden.

Ausblick 2027

Die DRJ verfolgt weiterhin das Ziel, den Bundeswettbewerb für Ausrichter, Sportlerinnen und Sportler sowie Trainerinnen und Trainer attraktiver zu gestalten. Schwerpunkte sind eine stärkere Unterstützung beim Allgemeinen Sportwettbewerb sowie mehr Transparenz bei der finanziellen Planung für Ausrichter und Teilnehmende.
Im Bereich Coastal Rowing sollen weiterhin Angebote geschaffen werden, die Kindern und Jugendlichen einen frühzeitigen und niederschwelligen Zugang zu dieser Disziplin ermöglichen. Die Integration in die Förderlehrgänge ist dabei ein erster wichtiger Schritt. Perspektivisch soll Coastal Rowing noch stärker in die Jugend- und Ausbildungsarbeit der DRJ eingebunden werden.

Schulrudern

Das Schulrudern stellt eine wichtige Säule des Jugendrudersports dar. Die DRJ verfolgt das Ziel, diesen Bereich künftig weiter zu stärken. Ziel ist es, noch mehr Schülerinnen und Schüler für den Rudersport zu begeistern und den Übergang vom schulischen Rudersport in die Vereinsstrukturen nachhaltig zu verbessern. Eine enge Zusammenarbeit mit dem Schulreferat des Deutschen Ruderverbandes sowie dem Bund Deutscher Schülerruderer (BDSR) ist hierfür von zentraler Bedeutung. In den vergangenen Jahren wurden zahlreiche gemeinsame Projekte initiiert und erfolgreich umgesetzt.
Besonders hervorzuheben ist der Schüler Rudercup, der auf Initiative des Bundes Deutscher Schülerruderer gemeinsam mit der Deutschen Ruderjugend etabliert wurde. Hintergrund war die Neustrukturierung des Wettbewerbsprogramms von Jugend trainiert
für Olympia & Paralympics zum Bundesfinale 2025 durch die Deutsche Schulsportstiftung. Die damit verbundene deutliche Reduzierung der qualifizierten Teilnehmerinnen und Teilnehmer machte zusätzliche Wettkampfangebote notwendig. Mit dem Schüler Rudercup wurde eine attraktive Ergänzung geschaffen: Schulen können unabhängig von Qualifikationswegen melden, die Schülerinnen und Schüler erhalten weiterhin die Möglichkeit, im Rahmen des Bundesfinales nach Berlin zu reisen, und der traditionsreiche Regattastandort bleibt lebendig. Bereits bei der Premiere nahmen mehr als 55 Teams teil. Im Folgejahr konnte die Beteiligung erneut gesteigert werden und lag bei … Teams.
Eine weitere feste Größe im Schulrudern ist der DRJ-Achtercup. Die Meldezahlen bewegen sich seit Jahren auf einem stabilen Niveau. Zuletzt gingen fünf Mädchenachter und zwölf Jungenachter an den Start. Die Siegerteams werden traditionell zu einem Trainingswochenende eingeladen. Die erfolgreichen Jungenmannschaften reisen dabei an den Bundesstützpunkt Dortmund, wobei die Maßnahme durch die D8 GmbH unterstützt wird. Die Siegerinnen erhalten die Möglichkeit, an einer Trainingsmaßnahme in Berlin beziehungsweise Potsdam teilzunehmen.
Ebenfalls fest im Jahreskalender verankert ist das Projekt „Deutschlands schnellste Klasse“. Jährlich nehmen mehr als 4.000 Schülerinnen und Schüler aus über 40 Schulen an dem Wettbewerb teil. Dabei bilden jeweils acht Schülerinnen und Schüler einer Klasse ein Jungen-, Mädchen- oder Mixed-Team. Jedes Teammitglied absolviert 250 Meter auf dem Ergometer, sodass gemeinsam die klassische Ruderdistanz von 2.000 Metern zurückgelegt wird.
Die vier erfolgreichsten Klassen des fünften Jahrgangs qualifizieren sich für das sogenannte Final Four im Rahmen des SH Netz Cups in Rendsburg. Dort tragen sie ein eigenes Finale auf der Bühne aus und erhalten zudem die Möglichkeit, unter der Leitung von Christian Müller-Wulf beim Rendsburger Ruderverein erste praktische Erfahrungen im Ruderboot zu sammeln. Im Jahr 2025 musste das Final Four allerdings entfallen, da der SH Netz Cup in die Sommerferien fiel.
Ein weiterer wichtiger Schritt zur Stärkung des Schulruderns ist die Einführung der Auszeichnung „Partnerschule des DRV“. Mit dieser Initiative wollen der DRV und die DRJ die Zusammenarbeit zwischen Schulen und Rudervereinen nachhaltig fördern. Ausgezeichnet werden Schulen, die sich in besonderer Weise für den Rudersport engagieren und gemeinsam mit Vereinen regelmäßige und qualitativ hochwertige Ruderangebote schaffen.
Die Initiative verfolgt das Ziel, erfolgreiche Kooperationen sichtbar zu machen, den Austausch guter Praxisbeispiele zu fördern und den Zugang junger Menschen zum Rudersport zu erleichtern. Gleichzeitig leistet sie einen wichtigen Beitrag zur Nachwuchsgewinnung, indem der Übergang vom schulischen Rudern in die Vereinsstrukturen gestärkt wird. Langfristig soll so ein bundesweites Netzwerk
engagierter Schulen entstehen, das den Rudersport dauerhaft im schulischen Umfeld verankert.

Ausblick

Das Schulrudern bleibt auch in den kommenden Jahren ein zentrales Handlungsfeld der DRJ. Die Partnerschulen des DRV sollen dabei als Motor für die Weiterentwicklung des Schulruderns wirken und neue Impulse für eine enge Zusammenarbeit von Schule und Rudersport setzen.

Safe Sport

In den Jahren 2025 und 2026 hat der DRV seine Aktivitäten im Bereich Safe Sport deutlich ausgebaut und den Schutz vor interpersonaler Gewalt zu einem strategischen Schwerpunkt der Verbandsentwicklung gemacht. Ziel sämtlicher Maßnahmen ist es, den Rudersport für Kinder, Jugendliche und Erwachsene als sicheres, respektvolles und diskriminierungsfreies Umfeld zu gestalten.
Unter enger Einbindung der DRJ wurde die Präventionsarbeit in den vergangenen zwei Jahren konsequent weiterentwickelt. Ein besonderer Schwerpunkt lag auf dem Ausbau von Schulungs- und Sensibilisierungsangeboten sowie auf der Einführung neuer verbindlicher Standards zum Schutz vor Gewalt und Grenzverletzungen. Mit Fabian Kiewel konnte der DRV einen Safe-Sport-Referenten gewinnen, der als Sportpsychologe über umfangreiche Erfahrungen und ausgewiesene Fachkompetenz in der Zusammenarbeit mit Athletinnen und Athleten, Trainerinnen und Trainern sowie
Sportorganisationen verfügt. Er unterstützt die Umsetzung entsprechender Maßnahmen auf Bundes-, Landes- und Vereinsebene.
Die angebotenen Safe Sport Schulungen und Beratungen richteten sich an Athletinnen und Athleten, Trainerinnen und Trainer, Betreuerinnen und Betreuer sowie ehren- und hauptamtliche Funktionsträger. Ziel ist es, über Formen interpersonaler Gewalt aufzuklären, Handlungssicherheit zu vermitteln und die Verantwortung aller Beteiligten für ein respektvolles Miteinander zu stärken. Darüber hinaus unterstützt der DRV seine Mitgliedsvereine finanziell bei der Durchführung von Schulungen und Beratungsangeboten vor Ort.
Von besonderer Bedeutung war die Einführung eines neuen Verhaltenskodexes zum Jahresbeginn 2026. Dieser ersetzt den bisherigen Ehrenkodex des Verbandes und beschreibt klar und verständlich die Erwartungen an das Verhalten von Athletinnen und Athleten, Trainerinnen und Trainern, Mitarbeitenden sowie Funktionsträgerinnen und Funktionsträgern. Der Kodex stärkt die Werte Respekt, Fairness, Verantwortung und Gewaltfreiheit und fördert eine Kultur des Hinsehens, Ansprechens und Handelns. Aus Sicht des DRV stellt der Verhaltenskodex einen zentralen Baustein für die Schaffung und Sicherung eines wertschätzenden und sicheren Sportumfeldes dar.
Ein weiterer wichtiger Meilenstein war die intensive Vorbereitung der Einführung des Safe Sport Codes. Dieses Regelwerk soll interpersonale Gewalt in sämtlichen Erscheinungsformen, insbesondere körperliche, psychische und sexualisierte Gewalt sowie Vernachlässigung, ausdrücklich untersagen und zugleich eine sportrechtliche Ahndung ermöglichen. Damit können Verstöße sanktioniert werden, auch wenn die Schwelle zur strafrechtlichen Relevanz noch nicht erreicht ist. Die notwendigen Schritte zur Implementierung des Safe Sport Codes innerhalb des DRV wurden in den vergangenen zwei Jahren vorbereitet. Die hierfür erforderlichen Satzungs- und Ordnungsänderungen wurden von der Satzungs-AG erarbeitet und sollen dem Rudertag im November 2026 zur Beschlussfassung vorgelegt werden. Das neu verabschiedete Sportfördergesetz sieht die Umsetzung des Safe Sport Codes ab 2029 verpflichtend als Zuwendungsvoraussetzung vor, um Fördermittel zu erhalten.
Insgesamt zeigen die Aktivitäten der Jahre 2025 und 2026, dass der Deutsche Ruderverband den Schutz vor Gewalt systematisch und nachhaltig weiterentwickelt hat. Mit neuen Verhaltensstandards, der Vorbereitung auf die Einführung des Safe Sport Codes, verbesserten Beratungs- und Unterstützungsangeboten sowie einer umfassenden Sensibilisierung innerhalb der Verbandsstrukturen verfolgt der DRV das Ziel, Safe Sport dauerhaft als festen Bestandteil der Verbandskultur zu verankern und den Rudersport für alle Beteiligten noch sicherer zu gestalten.

Ausblick Safe Sport

Mit dem Rudertag 2026 steht ein wichtiger Meilenstein für die weitere Verankerung von Safe Sport im Deutschen Ruderverband bevor. Neben der geplanten Beschlussfassung zur Einführung des Safe Sport Codes liegt ein besonderer Fokus auf dem Aufbau der erforderlichen Verfahrensstrukturen. Hierzu gehören die Besetzung der Untersuchungskommission, des Disziplinausschusses sowie des Schiedsgerichts mit unabhängigen und qualifizierten Fachleuten. Gleichzeitig wird der DRV seine Mitgliedsvereine bei der Umsetzung des Safe Sport Codes unterstützen und hierfür praxisorientierte Handlungsleitfäden sowie weitere Unterstützungsangebote bereitstellen. Ziel ist es, einheitliche Standards zu schaffen, die Handlungssicherheit in den Vereinen zu stärken und den Schutz vor interpersonaler Gewalt auf allen Ebenen des Rudersports nachhaltig zu verankern

Mentale Gesundheit

Die Förderung der mentalen Gesundheit ist ein wichtiges Anliegen der DRJ. In den vergangenen Jahren wurden entsprechende Inhalte systematisch in die bestehenden Angebote der DRJ integriert.
Themen der mentalen Stärke, Resilienz sowie des Umgangs mit Leistungsdruck sind heute fester Bestandteil verschiedener Formate, darunter der Förderlehrgang, die digitale Fortbildungsreihe, die Seminare im Bundesfreiwilligendienst (BFD) sowie das Jungtrainer/innen-Camp. Darüber hinaus werden diese Inhalte auch im Rahmen der Junioren-Nationalmannschaft vermittelt. Schwerpunkte bilden dabei insbesondere der konstruktive Umgang mit Druck- und Belastungssituationen sowie die Vermittlung eines „Mental Kits“ mit praktischen Strategien für Training und Wettkampf.
Für die Zukunft ist zudem vorgesehen, die Themen mentale Gesundheit und mentale Leistungsfähigkeit noch stärker in der Trainerausbildung zu verankern und eine vertiefte Behandlung in den Ausbildungsmodulen zu prüfen. Ziel ist es, Athletinnen und Athleten sowie Trainerinnen und Trainer bestmöglich auf die psychischen Anforderungen des Leistungs- und Vereinssports vorzubereiten.
Zusätzlich hat der DRJ zuletzt ein neues Projekt der DSJ bewilligt bekommen: „Stark im Kopf, Stark am Zug“. Hier geht es unter anderem darum Ergometeraktionstage in Schulen mit Workshops zur Mentalen stärke zu verbinden.

Ausblick Mentale Gesundheit

Für die kommende Zeit ist vorgesehen, die Themen mentale Gesundheit und mentale Leistungsfähigkeit noch stärker in der Trainerausbildung zu verankern und deren Bedeutung für eine ganzheitliche sportliche Entwicklung hervorzuheben. Darüber hinaus soll das Projekt „Stark im Kopf, stark am Zug“ mit Ergometeraktionstagen an Schulen und begleitenden Workshops zur mentalen Gesundheit gestartet werden. Ziel ist es, bereits junge Menschen für einen bewussten Umgang mit der eigenen psychischen Gesundheit zu sensibilisieren und ihnen entsprechende Strategien und Impulse mit auf den Weg zu geben. Ergänzend sollen bestehende Bildungs- und Qualifizierungsangebote kontinuierlich weiterentwickelt werden, um die psychische Gesundheit im Rudersport nachhaltig zu stärken und langfristig in der Vereins- und Verbandsarbeit zu verankern.

BFD

Die DRJ ist seit 15 Jahren Träger des Bundesfreiwilligendienstes (BFD) im Rudersport. Jährlich ermöglicht sie rund 25 Personen, ein freiwilliges Jahr in einer Einsatzstelle ihrer Wahl zu absolvieren. Dabei fungiert die DRJ als Bindeglied zwischen der Zentralstelle für Freiwilligendienste im Sport, der Deutschen Sportjugend und den Einsatzstellen.
Ziel der DRJ ist es, Vereine bei der Suche nach Freiwilligen zu unterstützen und das Netzwerk der Einsatzstellen weiter auszubauen. Zudem soll der BFD inklusiver und für alle zugänglich gestaltet werden. Ein weiteres Ziel ist die stärkere Einbindung der BFD’ler in die Arbeit und Gremien der DRJ.
Im Jahrgang 2025/2026 absolvierten 24 BFD’ler ihren Dienst über die DRJ. Die Zahl der Einsatzstellen stieg von 79 im Jahr 2024 auf mittlerweile 85 Standorte in ganz Deutschland. Neu anerkannt wurden unter anderem der Ruderverein an den Teichwiesen in Hamburg, der Ruderklub am Wannsee in Berlin und die RG Eberbach in Baden-Württemberg. Seit Mitte 2025 nutzt die DRJ außerdem das Portal freiwillig-ja, über das sich Interessierte direkt für einen BFD in ihrer Region bewerben können.
Inklusion spielt für die DRJ eine wichtige Rolle. Die Angebote und Informationen zum BFD sollen niedrigschwellig und verständlich gestaltet sein. Besonders bei Interessierten unterschiedlicher Herkunft und Sprache berät die DRJ die Einsatzstellen bei der Umsetzung. Auch Menschen mit geistigen oder körperlichen Einschränkungen sollen die Möglichkeit erhalten, einen BFD im Rudersport zu absolvieren. Für den Jahrgang 2026/2027 gibt es erstmals einen BFD’ler mit geistiger Beeinträchtigung.
Die DRJ bindet BFD’ler regelmäßig in ihre Arbeit ein. Unter Mithilfe ehemaliger und aktueller Freiwilliger wurden unter anderem Förderlehrgänge in Ratzeburg, die German Coastal Challenge in Zinnowitz, das Coastal Camp Süddeutschland und das Olympia Camp organisiert und durchgeführt.
Darüber hinaus ist es der DRJ wichtig, dass BFD’ler ihre Interessen vertreten können. 2024 wurde deshalb die Jugendordnung geändert: Der/Die Sprecher/in des BFD-Jahrgangs erhielten ein zusätzliches Stimmrecht beim Jugendrudertag. Außerdem vertreten sie den aktuellen Jahrgang beim jährlichen Sprechertreffen der Deutschen Sportjugend.
Um den Stellenwert des BFD zu erhöhen und den Freiwilligen mehr Wertschätzung entgegenzubringen, wurde das monatliche Taschengeld von 335 auf 385 Euro erhöht. Gleichzeitig stieg der monatliche Einsatzstellenbeitrag von 400 auf 460 Euro. Hintergrund sind gestiegene Kosten, beispielsweise für Unterkunft, Verpflegung und Fahrtkosten bei Seminaren.

Ausblick BFD

Die DRJ möchte BFD’ler und Einsatzstellen weiterhin umfassend betreuen und auf Veränderungen vorbereiten. Wie sich die Einführung des Wehrdienstes auf die Freiwilligendienste auswirken wird, ist derzeit noch offen. Die DRJ wird ihre BFD’ler künftig noch stärker in die tägliche Arbeit einbinden. Die Sprecher/innen sollen
verstärkt an Vorstandssitzungen teilnehmen, um Einblicke in die DRJ-Arbeit zu erhalten und ihre Perspektiven einzubringen.

Junges Engagement und Qualifizierung

Die DRJ versteht sich als Bildungsträger mit dem Ziel, junge Engagierte für eine Ehrenamt zu begeistern und sie bestmöglich für ihre Aufgaben im Verein oder im Verband zu qualifizieren. Dafür setzt sie verschiedene Bildungs- und Beteiligungsformate um. Von einfachen Mitmachangeboten wie das Finals Camp sowie das WM Camp, über Vorqualifizierungen wie den DRJ Stegausbilder und die Juleica sollen die jungen Engagierten schrittweise an die Trainerausbildung herangeführt werden. Zudem gibt es ergänzende Angebote wie das Jungtrainer Camp und digitale Fortbildungsreihe, die auch zur Verlängerung der Lizenz anerkannt sind. Neben der Betreuungs- und Trainerschiene kommt noch die Funktionärsebene hinzu. Über das Programm Fit für Vorstand sollen junge Menschen frühzeitig an Vorstandsarbeit herangeführt werden und entsprechende Kompetenzen erwerben. Die Herausforderung besteht stets darin zeitgemäße und innovative Angebote zu machen, um eine möglichst vielfältige Zielgruppe anzusprechen.
Zuletzt wurde das Juleica-Konzept grundlegend überarbeitet. Statt zwei Präsenzphasen umfasst die Ausbildung nun ein dreiteiliges Blended-Learning-Format aus einer dreitägigen synchronen Onlinephase, einer viertägigen Präsenzphase in der Ruderakademie Ratzeburg sowie einer Projektphase im Verein mit anschließender digitaler Projektpräsentation. Die Umstellung berücksichtigt sowohl das Feedback vergangener Teilnehmender als auch die Wünsche und Bedarfe der Teilnehmenden und entsendenden Vereine. Die Resonanz ist durchweg positiv: 2026 konnten 25 Personen für ihre Aufgaben im Verein qualifiziert werden. Ein besonderer Dank gilt Andreas König (Bildungsreferent DRV) und Paula Scholz (Vorstandsmitglied DRJ), die die Umstellung des Programms intensiv begleitet und erfolgreich umgesetzt haben.
Ein bewährtes Fortbildungsformat der DRJ ist die Digitale Fortbildungsreihe: 90 Minuten Input von Experten und Expertinnen zu verschiedenen Themenschwerpunkten. Die Teilnahme wird über SAMS organisiert und kann als Lehreinheit für die Verlängerung des Trainer-C- angerechnet werden. Insgesamt nahmen zuletzt mehr als 200 Personen an der Digitalen Fortbildungsreihe mit den Workshops zum Thema Big Blades, JuM-Bestimmungen, Mentale Gesundheit und Safe Sport teil. Die digitale Evaluierung der Veranstaltungen ergab eine äußerste positive Bewertung. Anregungen und Themenwünsche werden in die Planung zukünftiger Fortbildungsreihen einbezogen.
Als neues Format kommt das DRJ Jungtrainer Camp hinzu. Im Mittelpunkt steht der Austausch mit gleichaltrigen Engagierten und die Beschulung zu neuen Themen wie Inklusion, Mentale Gesundheit und Kommunikation im Team. Zugleich sollen an dem Wochenende neue Sportarten kennengelernt und ausprobiert werden. Zwölf junge Ruderer/innen und Trainer/innen aus ganz Deutschland nahmen an der
Auftaktveranstaltung in Darmstadt teil. Sie konnten ihre sozialen Kompetenzen stärken und neue Impulse für die Arbeit im Kinder- und Jugendsport mitnehmen.
Im Bereich Junges Engagement möchte die DRJ niedrigschwellige Beteiligungsmöglichkeiten schaffen und ehrenamtliches Engagement bereits während der aktiven Zeit fördern und wertschätzen. Als innovatives Format kam in diesem Jahr das Finals Camp hinzu. Im Rahmen des Sportereignisses haben die Teilnehmenden die Chance der DRJ kennenzulernen, Begeisterung für den Sport zu entwickeln und sich über verschiedene Beteiligungsformate einzubringen. Im kommenden Jahr soll das Finals Camp in Stuttgart weitergeführt werden.
Die Forderung der Nachwuchsarbeit gilt nicht nur auf der sportlichen Ebene, sondern auch auf der Funktionärsebene. Mit dem Ausschreibungsprogramm Fit für den Vorstand werden einzelne Engagierte frühzeitig an die DRJ Vorstandsarbeit herangeführt. Zugleich nehmen sie an den Ausbildungsangeboten anderer Verbände mit ähnlichen Ausschreibungen teil. Somit findet neben der Kompetenzerweiterung ein frühzeitiges Netzwerken statt. So nahmen Anna Fischbach und Carla Straßburger erfolgreich an dem Programm teil mit dem Ziel sich zukünftig im DRJ Vorstand zu engagieren.

Ausblick JE und Qualifizierung

Die Deutsche Ruderjugend möchte an dem neu geschaffenen Konzept der Juleica-Ausbildung festhalten. Das Ruderabzeichen soll zukünftig stärker beworben werden, sodass mehr Vereine und Schulen dieses niedrigschwellige Angebot der Deutschen Ruderjugend nutzen. Auch das Konzept der digitalen Fortbildungsreihe soll weiterhin fortgeführt und sogar ausgebaut werden. Im November 2026 soll eine weitere digitale Fortbildungsreihe durchgeführt werden. Inhaltlich hat sich die Deutsche Ruderjugend an den Rückmeldungen der Teilnehmenden der letzten Workshops orientiert. Hierbei wurden sich vermehrt trainingswissenschaftliche Inhalte gewünscht. Im Bereich der Förderung des jungen Engagements soll verstärkt auf die Mitarbeit auch ohne Amt gesetzt werden. Des Weiteren soll mithilfe der neu geschaffenen DRJ-Ehrenordnung Engagement zukünftig noch direkter und schneller geehrt werden können.

Olympia Camp + internationale Camps und internationale Jugendarbeit

Die internationale Jugendarbeit ist ein wichtiger Bestandteil der Arbeit der DRJ. Internationale Sportveranstaltungen und Großereignisse bieten die Möglichkeit, junge Menschen für ehrenamtliches Engagement zu begeistern, olympische Werte erlebbar zu machen und Begegnungen zwischen jungen Engagierten und Leistungssportler zu ermöglichen. Gleichzeitig fördern internationale Begegnungen die persönliche Entwicklung, den interkulturellen Austausch und die Verbundenheit mit dem Rudersport.
Ein besonderer Schwerpunkt liegt auf der Teilnahme an internationalen Großveranstaltungen. Das Jugendcamp zu den Olympischen Spielen 2024 in Paris mit 22 Teilnehmer und fünf Betreuer war ein großer Erfolg. Die zahlreichen Bewerbungen für Teilnehmenden- und Teamerplätze sowie die positiven Rückmeldungen zeigten das hohe Interesse an diesem Format. Daraus entstand frühzeitig das Ziel, 2028 ein Olympisches Jugendlager in Los Angeles durchzuführen.
Auch bei der Weltmeisterschaft 2026 in Amsterdam war die DRJ erstmals mit einem Jugendcamp vertreten. Unter der Leitung von Shania Ghandour reisten sieben Jugendliche nach Amsterdam, um die deutschen Ruderinnen und Ruderer vor Ort zu unterstützen und internationale Wettkämpfe zu erleben und Top Athleten/innen zu treffen.
Mit dem Schwedencamp wurde 2026 erneut eine der erfolgreichsten Maßnahmen der DRJ durchgeführt. Unter der Leitung von Paula Scholz und Paul Rosenberg reisten 19 Kinder und Jugendliche im Alter von 12 bis 17 Jahren für zwei Wochen nach Schweden. Neben gemeinsamen Aktivitäten standen Naturerlebnisse, Gemeinschaft und kultureller Austausch im Mittelpunkt. Unterstützt wurden die Leitungen durch Juniorteamer, die teilweise über das DRJ-Buddysystem schrittweise an verantwortungsvolle Aufgaben herangeführt wurden. Damit verbindet das Schwedencamp Jugendarbeit mit gezielter Nachwuchsförderung im Ehrenamt.
Der trinationale Leistungssportaustausch zwischen Frankreich, Italien und Deutschland konnte 2025 und 2026 erfolgreich fortgesetzt werden. Nach der Durchführung in Mâcon (Frankreich) im Jahr 2025 war Deutschland 2026 Gastgeber. Ende August kamen rund 60 Sportler und Trainer in Breisach zusammen, um gemeinsam zu trainieren, andere Kulturen kennenzulernen und den sprachlichen Austausch zu fördern.
Auch der internationale Fachkräfteaustausch wurde weiter ausgebaut. Im Rahmen des Programms Erasmus+ reisten 2025 zehn ehrenamtlich Engagierte aus den Gremien der DRJ nach Marseille. Gemeinsam mit dem französischen Ruderverband beschäftigten sie sich intensiv mit dem Thema Coastal Rowing. Ziel war es, Erfahrungen auszutauschen
und Möglichkeiten zu entwickeln, wie junge Menschen niedrigschwellig für diese Form des Rudersports begeistert werden können. Sie sammelten ihre erstem Erfahrungen im Coastal Boot und lernten Ansätze kennen, wie die Disziplin zielgruppengerecht vermittelt werden kann. Nach ihrer Rückkehr fungierten sie als Multiplikatorinnen und Multiplikatoren. Sie gaben ihre Erfahrungen weiter und organisierten lokale Coastal Rowing Camps in ihrer Region.

Ausblick Olympia Camp + internationale Camps und internationale Jugendarbeit

Ein zentraler Schwerpunkt wird die Vorbereitung des Olympischen Jugendlagers 2028 in Los Angeles sein. Hierfür müssen 2027 die organisatorischen, personellen und finanziellen Voraussetzungen geschaffen werden.
Darüber hinaus sollen internationale Großveranstaltungen weiterhin genutzt werden, um junge Engagierte für ihren Einsatz zu würdigen und neue Ehrenamtliche für die DRJ zu gewinnen. Das erfolgreiche Schwedencamp wird unter neuer Leitung fortgeführt. Auch der trinationale Leistungssportaustausch soll in bewährter Form weitergeführt werden.
Die internationale Jugendarbeit bleibt damit ein wichtiger Baustein für Persönlichkeitsentwicklung, Ehrenamtsförderung, internationale Verständigung und die langfristige Bindung junger Menschen an den Rudersport.

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