Das Wunder von Rom: „Adams Acht“ in Wiesbadens „guud Stubb“
Ende Oktober lief im Caligari-Kino, ein ehemaliger Ufa-Filmpalast aus den 20-iger Jahren und inzwischen ein unter Denkmalschutz stehendes kommunales Kino, auf Initiative und in Kooperation mit der RWB die Geschichte des deutschen Goldachters von der Olympiade 1960. 115 Vereinsmitglieder inkl. Familienanhang und Freunde allen Alters der RWB nutzten die Gelegenheit, gemeinsam mit den ebenfalls eingeladenen Rudervereinen Kasteler KRKG, den Mainzer Vereinen MRV, Weisenauer RV, sowie dem RV Eltville, sich den Film über die Trainerlegende Karl Adam und seinem Goldachter von 1960 anzusehen. Mit dabei war auch die RWB-Vereinslegende Rainer Borkowsky mit Adams Schiebermütze, der als 14jähriger Steuermann mit Horst Arndt und Karl-Heinrich Erich Moritz von Groddeck (alle RWB) bereits bei den Olympischen Spielen 1956 in Melbourne die Silbermedaille im Zweier mit Steuermann gewann und als Zeitzeuge von seiner Begegnung mit dem Ruderprofessor Karl Adam lebhaft berichten konnte. Exklusiv und nur bei dieser Filmvorführung wurde noch vorab ein original Hessenschau-Beitrag von 1960 gezeigt, der in der ARDretro-Mediathek zu finden ist. Karl Adam und Von Groddeck beim Interview im 60iger Stil nach der Landung aus Rom in Frankfurt, sehenswert.
Von Groddeck begann übrigens seine Ruderkarriere in den 50iger Jahren bei der RWB und war dann nach seinem Umzug nach Kiel bekanntermaßen Teil des Goldachters und einer der vielseitigsten Ruderer der damaligen Zeit. Zwölf Dt. Meisterschaften, einen WM-Titel im Achter 1962, fünf EM-Titel (davon drei im Achter) und drei Olympia-Medaillen (2x Gold im Zweier mit (1956) und im Achter (1960), Silber 1964 im Achter) errang Von Groddeck in seiner aktiven Ruderkarriere. Der Goldachter brach damals übrigens die 30-Jahre andauerte Siegesserie des USA-Achters und wurde daraufhin von J.F. Kennedy sogar ins Weiße Haus nach Washington eingeladen.
Über 170 Ruderinnen und Ruderer aus der Region Wiesbaden / Mainz genossen einen Blick im ausverkauften Kino zurück in die 50iger und 60iger Jahre und auf die Anfänge einer langen Dominanz des Deutschlandsachter.