25. Jan. 2026 | Nationalmannschaft | von Deutscher Ruderverband

Der DRV auf dem Weg zum Safe Sport Code

Florian Pröckl, Safe-Sport-Referent des Deutschen Olympischen Sportbundes (DOSB), stellte den aktuellen Stand des Zukunftsplans Safe Sport sowie die nächsten Schritte hin zum angestrebten Safe Sport Code vor
Florian Pröckl, Safe-Sport-Referent des Deutschen Olympischen Sportbundes (DOSB), stellte den aktuellen Stand des Zukunftsplans Safe Sport sowie die nächsten Schritte hin zum angestrebten Safe Sport Code vor
2 Bilder

Der Deutsche Ruderverband (DRV) treibt die Weiterentwicklung seiner Safe-Sport-Strukturen konsequent voran. Beim nächsten Deutschen Rudertag am 14. November 2026 in Hannover soll der Safe Sport Code in die Verbandsstrukturen implementiert werden. Bereits an diesem Wochenende befassen sich die Gremien des Verbandes intensiv mit der Frage, wie dieser Prozess bestmöglich gestaltet werden kann.

Im Rahmen der jährlichen gemeinsamen Sitzung von Präsidium, Vorstand, Fachressortleitenden und Länderrat ist Florian Pröckl, Safe-Sport-Referent des Deutschen Olympischen Sportbundes (DOSB), zu Gast. Er stellt den aktuellen Stand des Zukunftsplans Safe Sport sowie die nächsten Schritte hin zum angestrebten Safe Sport Code vor. Ehrenvorsitzende, Satzungs AG, Jugendrat und DRJ waren bei diesen sehr wichtigen Tagungspunkt dabei. 

Der Safe Sport Code ist ein Musterregelwerk, das interpersonale Gewalt in allen Erscheinungsformen – körperlich, seelisch, sexualisiert sowie durch Vernachlässigung – verbietet, auch unterhalb der strafrechtlichen Schwelle. Er ermöglicht eine sportrechtliche Sanktionierung, unabhängig davon, ob eine strafrechtliche Verfolgung möglich oder erfolgt ist.

Die gemeinsame Sitzung von Vorstand, Präsidium und Länderrat hat auf der Tagung ein breites, gemeinsames Verständnis dafür erarbeitet, die Voraussetzungen für eine zeitnahe Einführung des Safe Sport Code im DRV zu schaffen. Die Satzungskommission hat den Auftrag erhalten, die notwendigen Änderungen der Satzung und Ordnungen vorzubereiten. Auf dem Rudertag im November 2026 sollen diese zur Abstimmung gestellt werden.

Moritz Petri, Präsident des DRV, freute sich über die breite Zustimmung und sicherte zu, bis zum Jahresende auch die Verfahrenszüge – Untersuchungskommission, Disziplinausschuss und Schiedsgericht – mit qualifizierten Fachleuten zu besetzen. Der DRV wird seinen Mitgliedsvereinen Arbeitshilfen für deren satzungsmäßige Verankerung zur Verfügung stellen. Wichtige und große Meilensteine sind damit auf den Weg gebracht.

Erste Schritte bereits umgesetzt

Auf dem Weg zu einem sicheren Rudersport für alle hat der DRV in den vergangenen Monaten bereits wichtige Maßnahmen umgesetzt. Ein zentraler Baustein ist dabei der neu eingeführte Verhaltenskodex, der den bisherigen Ehrenkodex fortführt, inhaltlich aktualisiert und vollständig ersetzt.

Der Verhaltenskodex beschreibt in klarer und verständlicher Sprache, welche Haltung und welches Verhalten im DRV erwartet werden – und welchen Beitrag jede und jeder Einzelne leisten kann, um den Rudersport als sicheren, fairen und wertschätzenden Raum zu gestalten. Themen wie Gleichbehandlung, Schutz vor Gewalt, Nähe und Distanz, Mediennutzung sowie der verantwortungsvolle Umgang mit Machtverhältnissen werden konkret benannt. Für besonders sensible Bereiche wie Übernachtungen, Umkleiden oder medizinische Maßnahmen gelten verbindliche Regelungen.

Ab sofort ist der Verhaltenskodex von allen hauptamtlichen Mitarbeitenden des DRV verpflichtend zu unterzeichnen. Personen, die in der Vergangenheit bereits den Ehrenkodex unterzeichnet haben, müssen den neuen Verhaltenskodex aktuell nicht zusätzlich unterzeichnen.

Vereine und Landesfachverbände sind ausdrücklich dazu aufgerufen, den Verhaltenskodex als Grundlage für eigene Vorgaben und Regelwerke in diesem Themenfeld zu nutzen.

Der DRV versteht den Verhaltenskodex dabei nicht nur als formales Regelwerk, sondern als gemeinsames Bekenntnis zu Respekt, Fairness, Disziplin, Teamgeist und Vielfalt. Gerade im Kinder- und Jugendsport stärkt er die notwendige Vorbildfunktion aller Verantwortlichen und bildet eine wichtige Grundlage für den angestoßenen Kulturwandel, der aktuell unter Einbindung externer Expertinnen und Experten weiterentwickelt wird.

Ausbau der Schulungsangebote

Ein weiterer zentraler Baustein der Präventionsarbeit ist die Intensivierung der Safe-Sport-Schulungsangebote. In den vergangenen Monaten wurden im Rahmen von Lehrgängen und Tagungen Workshops zur Sensibilisierung und zur Identifikation von Risikobereichen durchgeführt – zuletzt bei DRV-Nachwuchslehrgängen sowie bei der Landestrainertagung. Das Angebot wird nun schrittweise auf die Bundesstützpunkte ausgeweitet.

Die Workshops mit Athletinnen und Athleten sowie Trainerinnen und Trainern und weiteren Betreuenden vor Ort werden von Fabian Kiewel durchgeführt. Der Sportpsychologe bringt mehrjährige Erfahrung und ausgewiesene Fachkompetenz in der Zusammenarbeit mit Sportlerinnen und Sportlern, Trainerinnen und Trainern sowie Verbänden mit.

Auf dem Weg zum Safe Sport Code soll das Angebot professioneller Schulungen künftig verstärkt auch in die Vereine getragen werden. Die DRV-Geschäftsstelle übernimmt dabei die Vermittlung geeigneter Referentinnen und Referenten. Die Kosten variieren je nach Ort, Dauer und Ausgestaltung der Workshops. Für die ersten 20 interessierten Vereine stellt der DRV einen Förderzuschuss bereit und übernimmt 50 Prozent der anfallenden Honorarkosten.

Interessierte Vereine können sich direkt an Sina Burmeister wenden:
📧 sina.burmeister@rudern.de

Mit der schrittweisen Einführung des Safe Sport Codes setzt der DRV ein klares Zeichen für Verantwortung, Prävention und einen nachhaltigen Kulturwandel – mit dem Ziel, den Rudersport auf allen Ebenen sicher, respektvoll und zukunftsfähig zu gestalten.

Downloads