25. Juli 2026 | Nationalmannschaft

Der Finaltag im Coastal Rowing bei den Finals 2026

Mit packenden Duellen auf dem Wasser, engen Entscheidungen an den Bojen und spektakulären Zielsprints durch den Sand sind am Freitag die Coastal-Rowing-Wettbewerbe der Finals 2026 am Steinhuder Meer zu Ende gegangen. Auf der Badeinsel Steinhude wurden die Siegerinnen und Sieger in den Einern, den Mixed-Doppelzweiern sowie im Mixed-Doppelvierer ermittelt.

Moritz Wolff gewinnt den Männer-Einer

Im Coastal Männer-Einer sicherte sich Moritz Wolff vom Berliner Ruder-Club den deutschen Meistertitel. Der Berliner setzte sich im Goldfinale gegen Franz Werner vom Pirnaer Ruderverein durch. Bronze ging an Julius Blümel, ebenfalls vom Berliner Ruder-Club.

Bereits am Vormittag hatten sich die Athleten in den Viertel- und Halbfinals für die Medaillenrennen qualifizieren müssen. Im direkten Duell um Gold und Silber kam es anschließend auf jeden Ruderschlag, jede Wende und den abschließenden Lauf durch den Sand an.

Ergebnis Coastal Männer-Einer:

Moritz Wolff (Berliner Ruder-Club)
Franz Werner (Pirnaer RV)
Julius Blümel (Berliner Ruder-Club)


Sophie Leupold holt Gold bei den Frauen

Bei den Frauen setzte sich Sophie Leupold vom Pirnaer Ruderverein durch und sicherte sich die Goldmedaille. Silber ging an Judith Guhse vom Rendsburger Ruderverein. Katharina Bauer vom Ruderverein Treviris komplettierte das Podium auf dem dritten Rang.

Auch hier fiel die Entscheidung nach Viertel- und Halbfinals in zwei direkten Duellen: Während im B-Finale die Bronzemedaille vergeben wurde, kämpften die beiden besten Athletinnen im A-Finale um Gold und Silber.

Ergebnis Coastal Frauen-Einer:

Sophie Leupold (Pirnaer RV)
Judith Guhse (Rendsburger RV)
Katharina Bauer (RV Treviris)


Guhse und Cherubim triumphieren im Mixed-Doppelzweier

Nach ihrer Silbermedaille im Einer durfte Judith Guhse wenig später auch über Gold jubeln. Gemeinsam mit Franz Friedhelm Cherubim vom Akademischen Ruderverein zu Leipzig gewann sie den Coastal Mixed-Doppelzweier.

Das neu gekürte Meisterduo überzeugte mit einem harmonischen Auftritt, einem schnellen Strandstart und einer starken Leistung auf dem Kurs. Von Runde zu Runde steigerten sich die beiden und entschieden schließlich das direkte Duell um den Titel für sich.

„Olympia-Feeling in Steinhude – wir haben uns von Rennen zu Rennen gesteigert“, fassten Guhse und Cherubim ihren erfolgreichen Wettbewerb zusammen.

Silber ging an Franz Werner und Sophie Leupold vom Pirnaer Ruderverein. Damit gewannen beide nach ihren Medaillen im Einer jeweils eine weitere Auszeichnung. Bronze sicherten sich Moritz Korthals von der Stuttgarter Rudergesellschaft und Katharina Bauer vom Ruderverein Treviris.

Ergebnis Coastal Mixed-Doppelzweier:

Franz Friedhelm Cherubim und Judith Guhse
(ARV zu Leipzig/Rendsburger RV)
Franz Werner und Sophie Leupold
(Pirnaer RV)
Moritz Korthals und Katharina Bauer
(Stuttgarter RG/RV Treviris)


Doppelgold für Vera Schwagrzinna

Eine der erfolgreichsten Nachwuchsathletinnen des Finaltags war Vera Schwagrzinna vom Ruderklub am Wannsee. Die U19-Athletin gewann sowohl den Juniorinnen-Einer als auch den Junior-Mixed-Doppelzweier und durfte damit gleich zwei Goldmedaillen mit nach Hause nehmen. Silber erkämpfte sich Ella-Solène Chave von der Potsdamer Rudergesellschaft e.V. und Bronze ging an Carolina Guerra Gonzalez vom Essener Ruder-Regatta-Verein / Ruderklub am Baldeneysee. 

Dabei ist Schwagrzinna im Coastal Rowing noch vergleichsweise neu. Am Steinhuder Meer zeigte sie dennoch eindrucksvoll, dass sie nicht nur über die nötige Kraft und Technik im Boot verfügt, sondern auch die schnellen Wechsel und Sand-Sprints der jungen Disziplin beherrscht.

Im Siegerinterview sprach die Doppelmeisterin über ihre ersten Erfahrungen im Coastal Rowing, die Bedeutung ihrer beiden Titel und ihren weiteren Weg mit Blick auf die Youth Olympic Games.

Johann Meyer entscheidet den U19-Junior-Einer für sich

Ein besonders enges und emotionales Rennen bot der U19-Junior-Einer. Die Nachwuchsathleten schenkten sich auf dem Kurs nichts und kämpften mit hoher Frequenz um jede Bootslänge. Nach dem Anlanden folgte ein dramatischer Sprint durch den Sand.

Den Sieg sicherte sich Johann Meyer vom Ruderverein Münster. Ludwig Canty vom Berliner Ruder-Club gewann Silber, während Mathias Lötzsch vom Ersten Kieler Ruder-Club als Dritter ins Ziel kam und die Bronzemedaille holte.

Für einen besonderen Abschluss sorgte das Trio bei der Siegerehrung: Mit einem ausgelassenen Huckepack-Jubel feierten die drei Athleten gemeinsam ihre Medaillen und einen gelungenen Wettkampf.

Ergebnis U19-Junior-Einer:

Johann Meyer (RV Münster)
Ludwig Canty (Berliner Ruder-Club)
Mathias Lötzsch (Erster Kieler Ruder-Club)

„Wir haben qualitativ sehr hochwertige Rennen gesehen. Auf dem Wasser wurde sich nichts geschenkt. Die Athletinnen und Athleten, die bei diesen Wettkämpfen an den Start gehen, professionalisieren sich immer stärker. Auch wenn uns in der Breite aktuell vielleicht noch etwas Quantität fehlt, muss man bereits richtig gut sein, um es überhaupt bis in die Finals zu schaffen. Bei den Ergebnissen haben sich die Favoritinnen und Favoriten dann auch fast immer durchgesetzt“, bilanziert Bundestrainer Adrian Bretting.

in kleiner Wermutstropfen sei das Fehlen von Julia Tertünte gewesen: „Es war natürlich sehr schade, dass eine unserer stärksten Athletinnen in diesem Jahr nicht dabei sein konnte. Ich bin aber zuversichtlich, dass Julia ein starkes Comeback haben wird.“


Attraktive Bühne für die olympische Zukunft des Ruderns

Das Steinhuder Meer bot für die Coastal-Wettbewerbe eine besondere Kulisse. Die kurzen Rennen starteten und endeten unmittelbar am Strand der Badeinsel. Durch den ufernahen Kurs konnten die Zuschauerinnen und Zuschauer die Starts, Bojenmanöver, Landungen und Zielsprints aus nächster Nähe verfolgen.

Insgesamt erstreckte sich der Finaltag von den ersten Viertelfinals am Morgen bis zu den Entscheidungen im Mixed-Doppelvierer am frühen Abend. Neben den Erwachsenen-Wettbewerben standen auch die Finals der U19 sowie Siegerehrungen in den verschiedenen Nachwuchsklassen auf dem Programm.

Mit engen Rennen, mehreren Doppelmedaillengewinnerinnen und -gewinnern sowie zahlreichen emotionalen Momenten präsentierte sich der Beach Sprint am Steinhuder Meer als dynamische und publikumsnahe Form des Rudersports. Zugleich gaben die Wettbewerbe einen Vorgeschmack darauf, welche Bedeutung die junge Disziplin auf dem Weg zu ihrer olympischen Premiere 2028 erhalten kann.

Insgesamt zieht der Bundestrainer ein positives Fazit: „Die Finals sind ein geniales Event und auch für unsere Disziplin eine großartige Plattform, um sich zu präsentieren. Ich glaube, dass uns das in diesem Jahr sehr gut gelungen ist. Wir freuen uns über die große Aufmerksamkeit, die wir hier vor Ort und insbesondere auch medial erfahren haben. Dadurch konnten wir vielen Menschen einen Zugang zu unserer Sportart ermöglichen und hoffentlich weitere Fans für das Coastal Rowing gewinnen.“

Sein Dank richtet sich dabei auch an die zahlreichen Beteiligten hinter den Kulissen: „Ohne die vielen Helferinnen und Helfer wäre ein so großes Event nicht zu realisieren. Ihnen gilt ein besonderer Dank. Für uns geht es nun mit der Formierung der Nationalmannschaft weiter. Danach freuen wir uns auf die anstehenden internationalen Wettbewerbe, bei denen wir unsere Stärke unter Beweis stellen wollen.“

Foto Credits: Michel Mittelstädt / @livehoch2

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