Deutscher Ruderverband verpflichtet australischen Erfolgstrainer Nick Lloyd
Der Deutsche Ruderverband (DRV) hat den australischen Trainer Nick Lloyd für seinen Leistungssportbereich ab Mitte Oktober verpflichtet. Lloyd kommt vom Schweizer Ruderverband, für den er in den vergangenen fünf Jahren tätig war. In dieser Zeit prägte er den Neuaufbau des Frauenbereichs maßgeblich und führte mehrere Mannschaften in die internationale Spitze.
Seinen bislang größten Erfolg feierte Lloyd mit dem Schweizer Frauen-Doppelvierer. Das Boot qualifizierte sich für die Olympischen Spiele 2024 in Paris und belegte dort den vierten Platz. Es war das bis dahin beste olympische Ergebnis eines Schweizer Frauen-Großboots. Im August 2026 gewann der neu formierte Doppelvierer zudem den Europameistertitel in Varese – der erste internationale Titel eines Schweizer Frauen-Großboots in der Eliteklasse.
Auch an der starken Entwicklung des Schweizer Frauen-Doppelzweiers und Frauen-Doppelzweiers war Lloyd maßgeblich beteiligt. Seine Arbeit zeichnete sich dabei nicht allein durch einzelne Resultate aus: In der Schweiz etablierte er neue Strukturen, entwickelte Athletinnen individuell weiter und formte aus dem Frauenbereich eine international konkurrenzfähige Mannschaft. Diese Entwicklung hatte in Amsterdam die Fachwelt international begeistert.
„Mit Nick Lloyd gewinnen wir einen international erfahrenen Trainer, der eindrucksvoll gezeigt hat, wie man einen Frauenbereich nachhaltig aufbaut und Athletinnen wie Mannschaften auf höchstes internationales Niveau führt“, sagt Robert Sens, Vorstand Leistungssport des Deutschen Ruderverbands. „Der vierte Platz des Schweizer Frauen-Doppelvierers bei den Olympischen Spielen in Paris und der diesjährige Europameistertitel stehen für seine hervorragende Arbeit. Noch wichtiger ist für uns aber die Entwicklung, die hinter diesen Erfolgen steckt. Nick verbindet fachliche Kompetenz, pädagogische Stärke und einen klaren Blick für langfristige Leistungsentwicklung.“
Im Deutschen Ruderverband soll Lloyd seine Erfahrung insbesondere in die Weiterentwicklung des Frauenbereichs in enger Zusammenarbeit mit Marcin Witkowski einbringen. Ein wichtiger Ausgangspunkt wird dabei der Standort Berlin mit seinem großen sportlichen Potenzial und seinen leistungsstarken Strukturen sein.
„Deutschland verfügt über enormes Potenzial – ganz besonders im Frauenbereich mit den physisch starken Athletinnen und am Standort Berlin“, sagt Nick Lloyd. „Diese Aufgabe ist eine große und spannende Herausforderung. Ich kenne Robert Sens und schätze ihn und seine Arbeit sehr. Die Möglichkeit, diese Entwicklung gemeinsam mit ihm und dem bestehenden Trainerteam des DRV voranzutreiben, motiviert mich sehr.“
Der 1968 geborene Australier blickt auf rund vier Jahrzehnte Erfahrung im Rudersport zurück. Parallel zu seiner Tätigkeit als Trainer arbeitete er in Australien rund 30 Jahre im Bereich Wirtschaft und Bildung. Die Vermittlung von Wissen und die individuelle Entwicklung von Menschen versteht Lloyd als verbindendes Element seiner beruflichen Laufbahn.
„Nick ist ein Trainer, der Leistung fordert, zugleich aber Menschen für einen gemeinsamen Weg gewinnen kann“, ergänzt Sens. „Wir wollen das vorhandene Potenzial unserer Athletinnen konsequent erschließen und im Hinblick auf die kommenden internationalen Höhepunkte stabile, erfolgreiche Mannschaften entwickeln. Dafür ist Nick eine starke Verstärkung.“