15. Sep 2026 | Coastal Rowing | von Deutscher Ruderverband

Deutsches Coastal-Beach Sprint Team reist erwartungsfroh nach La Línea de la Concepción

Deutsches Coastal-Beach Sprint Team reist erwartungsfroh nach La Línea de la Concepción (Bild: Julia Kowacic)

An der spanischen Grenzstadt La Línea de la Concepción, dem südwestlichsten Zipfel Europas, bereitet sich die deutsche Coastal-Beach Sprint Nationalmannschaft auf die Europameisterschaften vor, die am Mittwoch beginnen. Mit Blick auf Gibraltar und Marokko vom Strand aus zeigt sich das Team laut Bundestrainer Adrian Bretting gut vorbereitet und zuversichtlich, auch wenn der eigentliche Saisonhöhepunkt mit den Weltmeisterschaften im Oktober in China erst noch folgt. Insgesamt sieht man eine starke Entwicklung in dieser olympischen Disziplin und die Spannung steigt im Hinblick auf die Saisonhöhepunkte. 

Coastal Rowing Bundestrainer Bretting zeigt sich vor den Rennen also zuversichtlich: „Das gesamte Team freut sich auf die EM und ich bin zuversichtlich, dass wir die Trainingsergebnisse hier bestätigen.“ 

In einer relativ geschützten Bucht finden die Wettkämpfe statt, was zusammen mit dem bislang ablandigem Wind größere Wellen als entscheidenden Faktor unwahrscheinlich macht und somit der Fokus auf klassische Rudertechnik, Laufgeschwindigkeit und präzise Abläufe rückt. Die besondere Herausforderung liegt im extrem komprimierten Zeitplan, der alle Rennen auf nur zwei Tage presst – nach den Time Trials und Achtelfinals am Mittwoch werden am Donnerstag bereits in der Last-Eight-Runde die Medaillen vergeben, was für siegreiche Athlet:innen mindestens fünf Rennen innerhalb von rund 26 Stunden bedeutet.

Sophie Leupold wird für Deutschland im Frauen-Solo starten, Franz Werner im Männer-Solo und der Mixed-Doppelzweier wird von Moritz Wolff und Julia Tertünte gebildet. Für die nachfolgenden Weltmeisterschaften ist eine von der Mannschaft befürwortete strategische Rochade geplant: Dort sollen Wolff und Tertünte die Solos besetzen, während Leupold und Werner gemeinsam in den Zweier wechseln, um allen Athlet:innen wertvolle Rennerfahrung in allen Bootsklassen zu bieten. Mit Blick auf die Olympischen Spiele 2028 in Los Angeles wird von den Athlet:innen Können in allen Bootsklassen gefordert.

Die Erwartungen sind klar formuliert, wobei man sich vor allem im Männer-Solo mit Franz Werner eine gewichtige Rolle im Kampf um die vorderen Plätze erhofft. Auch dem Mixed-Zweier mit Wolff und Tertünte traut der Bundestrainer einen selbstbewussten Auftritt zu, und für Sophie Leupold – die sich laut Bretting im Training individuell stark verbessert hat – wird eine Top-Acht-Platzierung als mögliches Ziel gesehen: „Das Viertelfinale ist das klare Ziel. Wenn mehr geht, nehmen wir es natürlich mit und gehen jeder Chance nach,“ so Bretting zu den Aussichten im Frauen-Solo.

Für die Junior:innen dient die Europameisterschaft als Generalprobe für die Youth Olympic Games in Dakar im November. Johann Meyer aus Münster und Carolina Guerra González aus Essen simulieren hier den Wettkampfmodus der Jugendspiele mit Starts im Einer sowie im gemeinsamen Mixed-Doppelzweier. Guerra González rückt dabei für die ursprünglich vorgesehene Vera Schwagrzinna aus Berlin nach, die verletzungsbedingt sowohl für die EM als auch für die Youth Olympics ausfällt.

Die Stimmung im deutschen Team ist gut, und trotz der spürbar zunehmenden Professionalisierung im internationalen Feld ist die Mannschaft mit einem breiten Betreuerstab inklusive Team-Sportpsychologe Fabian Kiewel angereist. Eine intensive Session mit Kiewel soll dem gesamten Team zusätzlichen Schub gegeben haben, bevor nach den letzten Trainingseinheiten ab Mittwoch der Wettkampf beginnt, bei dem die guten Trainingsleistungen bestätigt werden sollen.