Deutschland mit sechs Medaillen und Platz eins im Medaillenspiegel in Plovdiv
Der Abschlusstag der U19-Weltmeisterschaften in Plovdiv ist zu einem historischen Sonntag für das deutsche Nachwuchsrudern geworden. Anori Benz und Kaya Wölk gewannen das erste WM-Finale im Junior-Mixed-Doppelzweier. Wenig später krönte sich auch der deutsche Junior-Mixed-Achter zum Premieren-Weltmeister – und setzte in 5:58,52 Minuten zugleich die erste Weltbestzeit dieser neuen Bootsklasse. Silber im Juniorinnen-Achter und Bronze im Junioren-Achter komplettierten einen herausragenden letzten Wettkampftag. Leoni Hauschild und Oskar Müller verpassten in den Einern als jeweils Vierte eine Medaille nur knapp. Damit beendet der Deutsche Ruderverband die U19-WM mit sechs Medaillen: drei Goldmedaillen, einmal Silber und zweimal Bronze.
U19 Bundestrainer Paul Zander: „Wir sind stolz, dass wir Platz eins im Medaillenspiegel erreichen konnten und diesen mit Rumänien uns teilen. Das ist etwas besonderes, denn das haben wir 2019 das letzte Mal erreicht. Früher war es häufiger so. Auch sehr positiv ist, dass wir bei den neu angeführten Mixed-Bootsklassen die richtigen Besetzungen ausgesucht haben. Die Weltmeister hier haben überzeugt, auch der Junioren-Doppelvierer hat eine starke Leistung gestern erbracht, wie auch heute der Juniorinnen-Achter mit Silber. Ein sehr, sehr starkes Rennen, hinten noch einmal drauf gefahren. Der Junioren-Achter hat wirklich versucht den Briten Gold zu entreissen, das war mutig. Leider den Kürzeren gezogen, aber trotzdem stark gekämpft.
Gestern konnte der der Junioren-Zweier ohne nicht seine Leistung zeigen. Positiv war auf jeden Fall, dass sie mit diesem nicht optimalen Rennen trotzdem in die Medaillen gefahren sind.
Auch die vierten Plätze, gerade Leoni Hauschild heute, die wirklich ein fantastisches Rennen gefahren ist und sich super entwickelt hat. Im Juniorinnen-Doppelvierer hätte ich den Ruderinnen auch gegönnt, dass sie sich mit einer Medaille belohnt hätte.
Bei aller Freude dürfen wir aber nicht den Blick verlieren. In den olympischen Bootsklassen haben wir nur vier Medaillen gewonnen. Das stimmt uns nachdenklich und das werden wir hinterfragen. Am Ende freuen wir uns über ein sehr positives Gesamtergebnis.“
DRV-Vorstand Leistungssport Robert Sens: “Was für eine wunderbare WM aus Sicht des Deutschen Ruderverbandes!
Wir haben ein inspirierendes, junges, sympathisches und diszipliniertes Juniorteam erlebt. Das Trainer- und Betreuerteam war Weltklasse. Mit dieser Leidenschaft und Hingabe des in großen Teilen jungen Trainerteams freue ich mich sehr auf die Zukunft. Der Deutsche Ruderverband kann sehr stolz auf dieses Juniorteam sein!”
Benz und Wölk gewinnen historische Goldmedaille
Anori Benz (RG München 1972) und Kaya Wölk (Alster-RV Hanseat von 1925) haben gemeinsam mit Trainer Paul Zander Rudergeschichte geschrieben. Das deutsche Duo gewann bei der WM-Premiere des Junior-Mixed-Doppelzweiers die Goldmedaille.
Bereits im Vorlauf hatten Benz und Wölk mit einem Sieg und der Tagesbestzeit ihre Ambitionen unterstrichen. Im ersten WM-Finale dieser neuen Bootsklasse bestätigten sie ihre starke Form und sicherten Deutschland den historischen Titel.
Für beide war es nach ihren Einsätzen in den Doppelvierern ein weiterer Start bei dieser Weltmeisterschaft. Trotz der zusätzlichen Belastung präsentierten sie sich auch im Mixed-Boot auf höchstem internationalem Niveau und belohnten sich mit Gold.
Gold und Weltbestzeit im Junior-Mixed-Achter
Nur wenig später folgte der nächste historische Erfolg. Maria Pesch (Alster-RV Hanseat von 1925), Helena Tibitanzl (Frankfurter RG „Germania“ 1869), Maike van Beek (RRG Mülheim), Jan Kohlbach (Hallesche-Rvg. Böllberg u. Nelson), Aron Schäfer (Bernkasteler RV 1874), Jan Bornemann (Mainzer RV von 1878), Niclas Brell (Hallesche-Rvg. Böllberg u. Nelson), Charlotte Paulat (Alster-RV Hanseat von 1925) und Steuermann Elias Lukowiak (Hallesche RV Böllberg u. Nelson) gewannen gemeinsam mit Trainer Paul Zander die WM-Premiere des Junior-Mixed-Achters.
Das deutsche Boot setzte sich direkt nach dem Start an die Spitze und kontrollierte das Rennen über die gesamte Strecke. Rumänien und die USA versuchten, den Anschluss zu halten, konnten den deutschen Start-Ziel-Sieg jedoch nicht mehr gefährden.
Nach fantastischen 5:58,52 Minuten überquerte Deutschland als erstes Boot die Ziellinie. Rumänien gewann in 6:00,61 Minuten Silber, die USA folgten in 6:02,64 Minuten auf dem Bronzerang.
Weil der Junior-Mixed-Achter in Plovdiv erstmals Teil des WM-Programms war, gehört Deutschland damit zugleich die erste Weltbestzeit dieser Bootsklasse. Die Mannschaft bewältigte die besondere Herausforderung eines aus mehreren Stammbooten zusammengesetzten Achters eindrucksvoll und schrieb mit ihrem Sieg ein Stück Rudergeschichte.
Juniorinnen-Achter kämpft zu Silber
Eine starke Vorstellung zeigte auch der deutsche Juniorinnen-Achter. Hannah Eckert (RC Potsdam), Jonna Thiebes (RTHC Bayer Leverkusen), Caitlin Morton (Stuttgarter RG von 1899), Mathilda Wendler und Emilia Kreutz (beide Schleißheimer RC), Pia Hagel (Münchener RC von 1880), Meike Mattheis (RRG Mülheim), Carla Zajonc (RG Heidelberg 1898) und Steuerfrau Marie-Sophie Walesch (Marbacher RV) gewannen gemeinsam mit Trainer René Burmeister die Silbermedaille.
Das deutsche Großboot ging aggressiv in das Rennen und setzte sich auf den ersten 500 Metern an die Spitze des Feldes. Dahinter lauerte das favorisierte Boot aus Rumänien.
Auf dem zweiten Streckenabschnitt erhöhten die Rumäninnen das Tempo und erarbeiteten sich einen Vorsprung von mehr als einer Bootslänge. Deutschland ließ sich davon nicht entmutigen, hielt den Abstand stabil und bereitete den Angriff auf den letzten 500 Metern vor.
Im Endspurt verkürzte der deutsche Achter den Rückstand noch einmal deutlich. Rumänien behauptete die Führung, doch Deutschland sicherte sich mit einer geschlossenen Mannschaftsleistung verdient die Silbermedaille.
Bronze für den Junioren-Achter
Auch der deutsche Junioren-Achter belohnte sich im letzten Rennen der Weltmeisterschaft mit einer Medaille. Paul Tamussino (Frankfurter RG „Germania“ 1869), Julius Engelmann (Der Hamburger und Germania RC), Pepe Jonuscheit (Schweriner RG von 1874/75), Jakob Große Beilage (Osnabrücker RV), Jan Henner de Boer (RegattaVerband Ems-Jade-Weser/Team Nord West), Lars Berkemeyer (RC Hansa von 1898 Dortmund), Richard Haack (Frankfurter RG „Germania“ 1869), Max Leon Brückelmeier (Binger RG 1911) und Steuerfrau Ella Lötsch (Lübecker RG von 1885) gewannen gemeinsam mit Trainer Yannick Burg Bronze.
In einem hochklassig besetzten A-Finale behauptete sich das deutsche Großboot in der internationalen Spitze und sicherte dem DRV die vierte Medaille des Abschlusstages.
Die Bronzemedaille war zugleich ein gelungener Abschluss für eine Mannschaft, in der Athleten aus neun verschiedenen Vereinen und regionalen Strukturen zu einem erfolgreichen Achter zusammengewachsen waren.
Hauschild verpasst Bronze denkbar knapp
Leoni Hauschild (SC Magdeburg) lieferte gemeinsam mit Trainerin Gabriele Wölfer im A-Finale des Juniorinnen-Einers ein starkes Rennen ab. Der Ausgang entwickelte sich zu einer hochdramatischen Entscheidung um die Medaillen.
Die Italienerin Alizee Ribolzi setzte sich an der Spitze ab und fuhr souverän zum Weltmeistertitel. Dahinter kämpften vier Athletinnen um Silber und Bronze.
Auf dem letzten Streckenviertel ruderte Hauschild immer näher an die Griechin Paschalina Mouratidou heran. Am Ende entscheid das Glück, denn die Griechin konnte sich eine Hundertstel Vorsprung sichern. Hinter Ribolzi und der zweitplatzierten Schweizerin Olivia Leunig sicherte sich Mouratidou denkbar knapp die Bronzemedaille. Für Hauschild blieb der undankbare vierte Platz. Mit ihrer kämpferischen Leistung und dem starken Endspurt hätte sich die deutsche Einerfahrerin eine Medaille verdient gehabt. Auch ohne Edelmetall gehört ihr vierter WM-Platz zu den herausragenden deutschen Ergebnissen von Plovdiv.
Müller wird Vierter in hochklassigem Einer-Finale
Auch Oskar Müller (RV Wandsbek) verpasste gemeinsam mit Trainer Friedrich Kaiser eine WM-Medaille nur knapp.
Das Finale im Junioren-Einer begann mit einem regelrechten Feuerwerk. Der Grieche Iason Mouselimis und der Belgier Tristan Driesen sprinteten aus dem Startblock und absolvierten die ersten 500 Meter in etwa 1:38 Minuten. Der Norweger Raphael Arkadius Pintsch, der Schweizer Remy Christ und Müller lagen zunächst mehr als eine Bootslänge zurück.
Auf der zweiten Streckenhälfte begann die Verfolgung. Pintsch und Driesen versuchten, den weiterhin führenden Griechen noch abzufangen. Mouselimis hielt seine Geschwindigkeit jedoch bis ins Ziel und gewann den Weltmeistertitel. Pintsch sicherte sich Silber, Driesen Bronze.
Müller erreichte in dem hochklassig besetzten Finale den vierten Platz. Nach seinem Vorlaufsieg, dem gewonnenen Viertelfinale und Rang zwei im Halbfinale bestätigte der Athlet des RV Wandsbek damit seine Zugehörigkeit zur internationalen Spitze seines Jahrgangs.
Sechs Medaillen und drei Weltmeistertitel für Deutschland
Die deutsche U19-Nationalmannschaft beendet die Weltmeisterschaften in Plovdiv mit einer starken Gesamtbilanz. Drei Goldmedaillen, einmal Silber und zweimal Bronze stehen nach vier Wettkampftagen zu Buche. Den ersten Titel hatte am Samstag der Junioren-Doppelvierer mit Philipp Prüfer, Jakob Gelsen, Anori Benz und Christopher tom Wörden gewonnen. Jan Kohlbach und Niclas Brell holten am ersten Finaltag Bronze im Junioren-Zweier ohne.
Am Sonntag folgten die beiden historischen Weltmeistertitel im Junior-Mixed-Doppelzweier und Junior-Mixed-Achter. Die Silbermedaille des Juniorinnen-Achters und Bronze für den Junioren-Achter rundeten das deutsche Ergebnis ab. Neben den sechs Medaillen erreichten Leoni Hauschild und Oskar Müller jeweils den vierten Platz in den Einern. Der Juniorinnen-Doppelvierer hatte ebenfalls Rang vier belegt. Hinzu kamen mehrere weitere A-Finalteilnahmen und zwei Siege in den B-Finals.
Besonders bemerkenswert war die erfolgreiche Einbindung der beiden neuen Mixed-Klassen. Zahlreiche Athletinnen und Athleten gingen nach ihren Rennen in den traditionellen Bootsklassen ein weiteres Mal an den Start. Mit zwei Goldmedaillen und einer Weltbestzeit meisterte das deutsche Team diese zusätzliche Herausforderung auf eindrucksvolle Weise. Die U19-Weltmeisterschaften in Plovdiv enden damit für den Deutschen Ruderverband mit einem historischen Mixed-Doppeltriumph, starken Auftritten der beiden Achter und einer Mannschaftsleistung, die große Hoffnung für die weitere Entwicklung dieser Generation macht.
Events
Boote
| Vorlauf 5 | 7:05.47 | 1 . Platz | |
| Viertelfinale 4 | 7:08.86 | 1 . Platz | |
| Halbfinale A/B 2 | 6:55.87 | 2 . Platz | |
| Finale A | 7:00.63 | 4 . Platz |
| Vorlauf 1 | 6:42.89 | 1 . Platz | |
| Halbfinale A/B 1 | 6:45.66 | 1 . Platz | |
| Finale A | 6:35.40 | 3 . Platz |
| Vorlauf 4 | 6:29.81 | 1 . Platz | |
| Viertelfinale 3 | 6:38.85 | 3 . Platz | |
| Halbfinale A/B 1 | 6:39.17 | 5 . Platz | |
| Finale B | 6:32.95 | 6 . Platz |
| Vorlauf 3 | 6:15.08 | 2 . Platz | |
| Halbfinale A/B 2 | |||
| Finale B | 6:06.15 | 1 . Platz |
| Vorlauf 1 | 6:02.99 | 1 . Platz | |
| Halbfinale A/B 1 | 6:01.43 | 1 . Platz | |
| Finale A | 5:53.52 | 1 . Platz |
| Vorlauf 2 | 5:47.17 | 1 . Platz | |
| Finale A | 5:37.22 | 3 . Platz |
| Vorlauf 1 | 7:44.65 | 2 . Platz | |
| Viertelfinale 2 | 7:48.33 | 2 . Platz | |
| Halbfinale A/B 1 | 7:40.93 | 1 . Platz | |
| Finale A | 7:42.54 | 4 . Platz |
| Vorlauf 3 | 7:29.81 | 3 . Platz | |
| Halbfinale A/B 2 | 7:34.03 | 4 . Platz | |
| Finale B | 7:28.16 | 1 . Platz |
| Vorlauf 1 | 7:19.28 | 1 . Platz | |
| Halbfinale A/B 1 | 7:17.89 | 2 . Platz | |
| Finale A | 7:07.96 | 5 . Platz |
| Vorlauf 1 | 7:22.41 | 5 . Platz | |
| Finale C | 7:02.50 | 1 . Platz |
| Vorlauf 3 | 6:38.72 | 2 . Platz | |
| Halbfinale A/B 2 | 6:41.63 | 1 . Platz | |
| Finale A | 6:37.30 | 4 . Platz |
| Vorrennen/Bahnverteilungsrennen | 6:35.96 | 2 . Platz | |
| Finale A | 6:18.37 | 2 . Platz |