Enger Auftakt für das deutsche Team bei der Coastal-Beach-Sprint-EM in La Línea
Ein langer und intensiver erster Wettkampftag bei den Europameisterschaften im Coastal Beach Sprint in La Línea de la Concepción ist mit einer insgesamt soliden Bilanz für das deutsche Team zu Ende gegangen. Franz Werner im Männer-Solo und der Junioren-Mixed-Doppelzweier mit Johann Meyer und Carolina Guerra González qualifizierten sich für das Viertelfinale. Der Senioren-Mixed-Doppelzweier gewann sein Time Trial, muss sein Achtelfinale aber erst am Donnerstag bestreiten.
Bereits die Time Trials zeigten, wie eng das internationale Feld in den drei olympischen Bootsklassen zusammengerückt ist. Besonders deutlich wurde dies im Männer-Solo: Franz Werner belegte einen starken fünften Platz und lag lediglich sechs Zehntelsekunden hinter dem Schnellsten. Im Achtelfinale musste er anschließend lange kämpfen, setzte sich jedoch durch und sicherte sich den Einzug in die Runde der letzten Acht.
„Die Abstände im internationalen Feld sind inzwischen unglaublich klein. Franz war im Time Trial nur sechs Zehntelsekunden von der Spitze entfernt und hat sich anschließend mit großem Kampf ins Viertelfinale gebracht. Wir sind in den olympischen Bootsklassen mittendrin und können selbstbewusst in die nächsten Rennen gehen“, bilanziert Coastal-Bundestrainer Adrian Bretting.
Rennen von Sophie Leupold sorgt für Aufregung
Für Enttäuschung sorgte dagegen das Ausscheiden von Sophie Leupold im Frauen-Solo. Die deutsche Starterin begann ihr Achtelfinale stark und erreichte die Wende mit einem deutlichen Vorsprung. Unmittelbar vor dem Rennen hatte das deutsche Team jedoch festgestellt, dass sich der Kurs verschoben hatte und ihre Bahn dadurch mehrere Meter länger war. Nach der Wende konnte die Italienerin den Rückstand schnell schließen und das Rennen für sich entscheiden.
Der Deutsche Ruderverband machte daraufhin von seinem „Challengerecht“ auf die Entscheidung zur Gültigkeit des Rennens Gebrauch. Nach einer mehr als einstündigen Prüfung wurde diese „Challenge“ jedoch abgewiesen und das Rennen bzw. das Ergebnis trotz der eindeutig unfairen Bedingungen als gültig erklärt. Der Kurs wurde für alle folgenden Rennen allerdings, korrigiert. „Sophie hat alles, was sie beeinflussen konnte, sehr gut umgesetzt. Sie ist hervorragend in das Rennen gekommen und lag an der Wende klar vorne. Ob es auf einem gleich langen Kurs zum Sieg gereicht hätte, bleibt offen – ihr Ausscheiden ist unter diesen Umständen aber besonders bitter“, so Bretting. Die Finale Entscheidung der Jury wollte er nicht weiter kommentieren.
Moritz Wolff und Julia Tertünte überzeugen im Time Trial
Einen starken Auftritt zeigten Moritz Wolff und Julia Tertünte im Senioren-Mixed-Doppelzweier. Sie gewannen ihr Time Trial knapp und gingen damit als bestes Boot aus der Qualifikation hervor. Aufgrund mehrerer Proteste und notwendiger Umbauten am Kurs wurde ihr Achtelfinale gegen Schweden auf Donnerstagmorgen verschoben.
Junioren zahlen Lehrgeld in den Einern und steigern sich
Für die beiden deutschen Junioren verlief der Auftakt zunächst wechselhaft. Fehler in den Einzelrennen zwangen Johann Meyer und Carolina Guerra González jeweils in ein weiteres Time Trial, das zusätzliche Kraft kostete. Umso erfreulicher war anschließend ihr erfolgreicher Auftritt im Mixed-Doppelzweier: Das Duo qualifizierte sich für das Viertelfinale und schloss den ersten Wettkampftag damit erfolgreich ab.
Mit Franz Werner und dem Junioren-Mixed-Doppelzweier stehen bereits zwei deutsche Boote in der Runde der letzten Acht. Am Donnerstagmorgen soll der Senioren-Mixed-Doppelzweier folgen. Danach gilt für die verbliebenen deutschen Boote: voller Einsatz im Kampf um die Medaillen.