16. Jan. 2026 | Indoor | von Deutscher Ruderverband

Erfolgreiche erste Hälfte der WRC: Kassel setzt Maßstäbe in der Werbung für den Rudersport

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Die Women’s Rowing Challenge des Deutscher Ruderverband hat zur Halbzeit eindrucksvoll gezeigt, welches Potenzial in einem niedrigschwelligen, digitalen Mitmachformat steckt. Tausende Ruderinnen aus dem gesamten Bundesgebiet haben sich bislang beteiligt, Vereine sind enger zusammengerückt, neue Zielgruppen wurden erreicht – und vielerorts ist die Challenge längst mehr als nur ein sportlicher Wettbewerb. 44% der DRV-Vereine nehmen aktuell teil, knapp 5000 aktive Ruderinnen haben schon mindestens eine Challenge absolviert. Und jede kann mitmachen und jederzeit Einsteigen. 

Ein besonders starkes Zeichen kommt aktuell aus Nordhessen: Die Kasseler Rudervereine haben sich erstmals unter dem Dach des Kasseler Regattavereins zusammengeschlossen, um gemeinsam Werbung für den Rudersport zu machen. Mit diesem vereinsübergreifenden Ansatz liegen die Kasseler derzeit in Führung des Gesamtrankings der Women’s Rowing Challenge. An zwei Tagen präsentierte man den Rudersport in der Markthalle und schaffte ein Mitmachen-Angebot, was Zeichen setzt. 

Kassel bündelt Kräfte – und übernimmt die Spitze

Der Zusammenschluss der Kasseler Vereine ist kein Zufallsprodukt, sondern das Ergebnis bewusster Kooperation. Ziel war es, Frauenrudern sichtbarer zu machen, Hürden abzubauen und neue Zugänge zu schaffen – auch über bestehende Vereinsstrukturen hinaus.

Samantha Schmidt (Kasseler Regattaverein) beschreibt die Rolle des Dachvereins so:

„Als Kasseler Regattaverein liegt unsere Rolle vor allem darin, den Rahmen für diese Aktion zu schaffen. Die Durchführung selbst wird maßgeblich von den engagierten Frauen aus den Kasseler Rudervereinen getragen – sie organisieren, betreuen und füllen die Women’s Challenge mit Leben.
Wir verstehen uns dabei auf Wunsch als Bindeglied zwischen den Vereinen und den Teilnehmerinnen und haben ein zentrales Buchungssystem eingerichtet. Über unsere Website können sich alle Frauen, ganz gleich ob vereinsintern oder extern, unkompliziert in die angebotenen Slots der Vereine einbuchen. So ermöglichen wir einen offenen Zugang, fördern die Vernetzung der Ruderinnen untereinander und schaffen die Grundlage für eine starke Gemeinschaft, die auch über diese Aktion hinaus zusammenhält und gemeinsam im Rudersport wächst.“

Dieses offene Modell trägt sichtbar Früchte: Frauen verschiedenster Alters- und Leistungsstufen nehmen teil, lernen unterschiedliche Vereine kennen und erleben Rudersport als gemeinschaftliches Angebot.

Nachwuchs, Eltern und Öffentlichkeit aktiv eingebunden

Auch der Ruderverein Friedrichsgymnasium Kassel nutzt die Women’s Rowing Challenge gezielt, um junge Ruderinnen und ihr Umfeld einzubinden.

Carina Marthaller (RV Friedrichsgymnasium) erklärt:

„Als einer der größten Schülerruderriegen Deutschlands haben wir uns dazu entschieden, an der Women‘s Rowing Challenge 2026 teilzunehmen, da wir auch der jungen Generation die Möglichkeit bieten wollen, sich mit anderen Frauen aus dem Rudersport über die Challenge zu verbinden.
Darüber hinaus gibt es auch bei unserem Verein Zeitslots, die für jedes Alter zur Buchung zur Verfügung stehen, um die Challenge bei uns zu absolvieren. In diesem Jahr haben wir uns mit den anderen Kasseler Rudervereinen zusammengeschlossen, um gemeinsam das Frauenrudern in unserer Region nachhaltig zu stärken und uns über Vereinsgrenzen hinaus zu vernetzen.
Dadurch kann ebenfalls ein Einblick in unser Vereinsleben geboten werden, was vor allem für die Eltern der Sportlerinnen von Interesse ist. Diese setzen sich nämlich ebenfalls auf die Ergometer und unterstützen unser Vorhaben mit ihren geruderten Kilometern und lernen gleichzeitig den Sport kennen, für den sich ihre Töchter begeistern.
Durch die Kooperation mit der Markthalle konnte ein Teil der aktuellen A/B-Juniorinnen des Rudervereins Friedrichsgymnasium Kassel interessierte Frauen inspirieren, sich in Zukunft in den Rudersport einzubringen.“

Damit wirkt die Challenge weit über den Trainingsraum hinaus – als Instrument der Vereinsöffnung und Nachwuchsgewinnung.

Gemeinschaft über Vereinsgrenzen hinweg

Auch aus sportlicher Sicht wird der Mehrwert der Kooperation deutlich. Bei der RG Kassel 1927 steht vor allem das Gemeinschaftserlebnis im Vordergrund.

Paula Müller (RG Kassel 1927) sagt:

„Die Women’s Challenge ist eine wunderbare Initiative des Ruderverbands. Besonders in Kassel schätze ich es sehr, dass sich die Vereine zusammenschließen, um Frauen für den Rudersport zu begeistern. Es ist eine großartige Gemeinschaftsaktion, die zeigt, wie stark wir zusammenstehen und wie wir gemeinsam ein Ziel verfolgen.“

Svenja Thies (RG Kassel 1927) ergänzt:

„Ich finde es großartig, dass wir uns in diesem Jahr zusammengetan haben und vereinsübergreifend die Women's Challenge in Kassel angehen. Das wird die Vielzahl an Rudervereinen in Kassel näher zusammenbringen und gemeinsam können wir noch viele weitere Frauen für den Rudersport begeistern. Die Kooperation mit der Markthalle in Kassel ist für uns eine wunderbare Möglichkeit eine größere Öffentlichkeit anzusprechen.“

Nachhaltiger Effekt für die Vereinslandschaft

Auch der Ruderverein Kurhessen-Cassel blickt auf langjährige positive Erfahrungen mit der Women’s Rowing Challenge zurück – und sieht im Kasseler Zusammenschluss einen wichtigen Entwicklungsschritt.

Anke Drohberg (RV Kurhessen-Cassel) betont:

„Seit mehreren Jahren nehmen wir an der Women’s Rowing Challenge teil, da sie den Zusammenhalt innerhalb unserer Vereinsgemeinschaft stärkt und Frauen nachhaltig für den Rudersport begeistert.
Die Women’s Rowing Challenge bietet uns die Möglichkeit, unsere Begeisterung für das Rudern sichtbar zu machen und uns gegenseitig zu motivieren, engagiert und leistungsorientiert teilzunehmen.
Der erstmalige Zusammenschluss der Kasseler Rudervereine stellt einen wichtigen Schritt zur Intensivierung der vereinsübergreifenden Zusammenarbeit dar. Durch den gemeinsamen Austausch lernen wir uns besser kennen, nutzen vorhandene Synergien und entwickeln gemeinsam eine starke und zukunftsfähige Ruderlandschaft.
Das zeigt eindrucksvoll und bestärkt uns: Gemeinsam schaffen wir die Grundlage für mehr Bewegung, Gemeinschaft und nachhaltiges Wachstum im Rudersport.“

Halbzeit mit Signalwirkung

Die erste Hälfte der Women’s Rowing Challenge zeigt eindrucksvoll, wie viel Dynamik entsteht, wenn Engagement, digitale Strukturen und Vereinskooperation zusammenspielen. Das Beispiel Kassel verdeutlicht, welches Potenzial in regionalen Bündnissen liegt – sportlich wie strukturell.

Mit Blick auf die zweite Hälfte der Challenge bleibt festzuhalten: Die Women’s Rowing Challenge ist nicht nur ein Wettbewerb, sondern ein Motor für Vernetzung, Sichtbarkeit und nachhaltige Entwicklung des Frauenrudersports in Deutschland.