Gold und Bronze am ersten Finaltag – Junioren-Doppelvierer krönt sich zum Weltmeister
Der erste Finaltag der U19-Weltmeisterschaften in Plovdiv hat dem Deutschen Ruderverband Gold und Bronze beschert. Philipp Prüfer, Jakob Gelsen, Anori Benz und Christopher tom Wörden triumphierten im Junioren-Doppelvierer. Jan Kohlbach und Niclas Brell erkämpften im Junioren-Zweier ohne die Bronzemedaille. Hinzu kamen zwei deutsche Siege in den B-Finals sowie die Finalqualifikationen von Leoni Hauschild und Oskar Müller in den Einern.
U19-Bundestrainer Paul Zander: „Wir haben heute in den Halbfinals der Einer und den B-Finals des Juniorinnen-Zweiers und des Junioren-Vierers gute Leistungen gesehen und damit auch einen guten Start in den ersten Finaltag. Insgesamt sorgen die Ergebnisse bei uns für gemischte Gefühle.
Der Sieg des Junioren-Doppelvierers überstrahlt sicherlich mit einer tollen Leistung. Auch die im Schlussspurt erkämpfte Bronzemedaille des Junioren-Zweiers war ein Höhepunkt. Im Juniorinnen-Doppelvierer haben wir leider nach dem Vorjahr und der EM in diesem Jahr erneut im Kampf der vier Top-Booten den kürzeren gezogen. Das ist bitter.
Der Juniorinnen-Doppelzweier hat heute im Finale nicht sein bestes Rennen gezeigt. Bei der enormen Leistungsdichte reichte es dann leider nicht mehr zur Medaille. Ich habe den Eindruck, dass es sich immer mehr zusammenschiebt. Die anderen Nationen geben auch richtig Gas im Juniorbereich. Wir hatten heute 8 Finals, es haben 7 Nationen Goldmedaillen gewonnen. Rumänien hat 2 Bootsklassen gewinnen können. Mehr Leistungsbreite geht nicht. Wir werden versuchen, den morgigen letzten Wettkampftag zu deutschen Festspielen zu machen. Ich denke, wir können in allen sechs ausstehenden Finals um die Medaillen kämpfen."
Junioren-Doppelvierer krönt sich zum Weltmeister
Philipp Prüfer (USV TU Dresden), Jakob Gelsen (Frankfurter RG „Germania“ 1869), Anori Benz (RG München) und Christopher tom Wörden (TSV Otterndorf von 1862) haben sich zum U19-Weltmeister im Junioren-Doppelvierer gekrönt.
Das von Trainer Martin Ramm betreute Quartett erwischte einen aggressiven Start und setzte sich früh an die Spitze. Polen hielt den Kontakt und rückte auf dem dritten 500-Meter-Abschnitt noch einmal gefährlich an das deutsche Boot heran. Auf den letzten Metern entwickelte sich ein packender Kampf um Gold.
Die vier deutschen Junioren behielten die Nerven, verteidigten ihre Führung und sicherten sich in 5:53,52 Minuten den Weltmeistertitel. Dänemark gewann überraschend Bronze und verwies den Mitfavoriten Großbritannien auf den vierten Platz.
Die Siegerzeit unterstreicht die hohe Leistungsfähigkeit des deutschen Quartetts. Der Junioren-Doppelvierer lieferte im entscheidenden Moment eine fantastische Vorstellung und belohnte sich mit Gold.
Kohlbach und Brell erkämpfen Bronze
Jan Kohlbach und Niclas Brell (beide Hallesche-Rvg. Böllberg u. Nelson) gewannen gemeinsam mit Trainer Erhard Günther die Bronzemedaille im Junioren-Zweier ohne.
Das deutsche Duo fand schnell seinen Rhythmus und ließ sich vom hohen Anfangstempo der Rumänen nicht aus der Ruhe bringen. An der 1.500-Meter-Marke lag das Boot noch auf dem vierten Platz. Auf dem letzten Streckenviertel griffen Kohlbach und Brell entschlossen an und kämpften sich an die Italiener heran.
Im Ziel setzte sich das deutsche Boot knapp durch und sicherte sich den dritten Platz. Rumänien gewann den Weltmeistertitel vor Griechenland, Deutschland jubelte über Bronze.
Rang fünf für van Beek und Tibitanzl
Maike van Beek (RRG Mülheim) und Helena Tibitanzl (Frankfurter RG „Germania“ 1869) belegten gemeinsam mit Trainer Christopher Welsch den fünften Platz im A-Finale des Juniorinnen-Doppelzweiers.
Nach den Vorrennen galten die unter neutraler Flagge startenden Tatiana Cherkasova und Anastasiia Burovtseva als Favoritinnen. Auf den ersten 500 Metern übernahm jedoch Polen die Führung. Das deutsche Duo lag zunächst auf dem dritten Platz und hielt Kontakt zur Spitze.
Als Rumänien aufkam, entwickelte sich ein spannender Vierkampf. Auf dem letzten Streckenviertel setzten sich die beiden führenden Boote ab, während van Beek und Tibitanzl etwas den Anschluss an die drittplatzierten Rumäninnen verloren. Griechenland zog im Endspurt ebenfalls noch vorbei.
Die unter neutraler Flagge startenden Favoritinnen gewannen vor Polen und Rumänien. Für das deutsche Boot blieb in einem hochklassig besetzten Finale der fünfte Platz.
Juniorinnen-Doppelvierer rudert knapp an der Medaille vorbei
Elena Schweisthal (Bernkasteler RV 1874), Maja Meerbach (Rostocker RC von 1885), Kaya Wölk (Alster-RV Hanseat von 1925) und Greta Amort (Lübecker RG von 1885) verpassten gemeinsam mit Trainerin Romy Dreher eine WM-Medaille nur knapp.
Das deutsche Quartett setzte sich direkt nach dem Start an die Spitze. Polen und Tschechien blieben jedoch in Schlagdistanz. Auf dem dritten Teilstück übernahm Polen die Führung, anschließend schoben sich auch Rumänien und Tschechien am deutschen Boot vorbei.
Die Medaillenentscheidung fiel im Endspurt: Polen gewann Gold vor Tschechien und Rumänien. Nach einer insgesamt sehr starken Regatta belegte Deutschland den undankbaren vierten Platz.
Zwei deutsche Siege in den B-Finals
Maria Pesch und Charlotte Paulat (beide Alster-RV Hanseat von 1925) beendeten die Weltmeisterschaft mit einem Sieg im B-Finale des Juniorinnen-Zweiers ohne. Das von Trainer Friedrich Dunkel gut eingestellte norddeutsche Duo zeigte ein starkes Rennen und setzte sich gegen die internationale Konkurrenz durch. Mit dem Erfolg im kleinen Finale erreichten Pesch und Paulat den siebten Platz in der WM-Gesamtwertung.
Auch der Junioren-Vierer ohne verabschiedete sich mit einem Sieg aus Plovdiv. Yoan Ivanov (ARV Hanseat), Ole Tietz (RC Potsdam), Jonas Holst (WSV Königs Wusterhausen) und Henrik Möller (RG „Hansa“) führten das Rennen von Beginn an und gewonnen mit einer starken Leistung das B-Finale. Der siebte WM-Platz ist für das von Trainer Benedikt Schwarz betreute Boot ein gelungener Abschluss der Regatta.
Jan Bornemann (Mainzer RV von 1878) und Aron Schäfer (Bernkasteler RV 1874) beendeten die Weltmeisterschaft im Junioren-Doppelzweier auf dem zwölften Platz. In dem außergewöhnlich stark besetzten Feld fehlte dem deutschen Duo im B-Finale nur etwas mehr als eine Bootslänge zum Sieg. Der geringe Abstand zwischen den Booten verdeutlichte noch einmal die enorme Leistungsdichte in der mit 33 Mannschaften besetzten Klasse.
Hauschild gewinnt ihr Halbfinale
Leoni Hauschild (SC Magdeburg) eröffnete den ersten Finaltag aus deutscher Sicht mit einem starken Sieg im Halbfinale des Juniorinnen-Einers.
Hauschild setzte sich vor der Griechin Paschalina Mouratidou und der Chinesin durch. Mit dem Halbfinalsieg sicherte sie sich eine Mittelbahn und damit eine sehr gute Ausgangsposition für den Medaillenkampf am Sonntag.
Müller zieht mit Rang zwei ins Finale ein
Oskar Müller (RV Wandsbek) zeigte im Halbfinale des Junioren-Einers vom Start weg eine dominante Vorstellung. Der Deutsche führte das hochklassig besetzte Feld lange an, konnte den Norweger Raphael Arkadius Pintsch jedoch nicht entscheidend abschütteln.
Pintsch griff auf dem letzten Streckenabschnitt an und zog noch an Müller vorbei. Der zweite Platz bedeutet dennoch den sicheren Einzug ins A-Finale. Dort trifft Müller am Sonntag unter anderem erneut auf den Norweger sowie auf den Sieger des anderen Halbfinals, Tristan Driesen aus Belgien.
Weitere Medaillenchancen am Abschlusstag
Mit dem Weltmeistertitel im Junioren-Doppelvierer und Bronze im Junioren-Zweier ohne zieht der Deutsche Ruderverband eine starke Bilanz des ersten Finaltages. Die Siege der beiden Riemenboote in den B-Finals rundeten den erfolgreichen Samstag ab.
Am Abschlusstag richten sich die deutschen Hoffnungen insbesondere auf Leoni Hauschild und Oskar Müller. Beide haben mit ihren Halbfinalleistungen gezeigt, dass sie im Kampf um die Medaillen eine wichtige Rolle spielen können.
Events
Boote
| Vorlauf 5 | 7:05.47 | 1 . Platz | |
| Viertelfinale 4 | 7:08.86 | 1 . Platz | |
| Halbfinale A/B 2 | 6:55.87 | 2 . Platz |
| Vorlauf 1 | 6:42.89 | 1 . Platz | |
| Halbfinale A/B 1 | 6:45.66 | 1 . Platz | |
| Finale A | 6:35.40 | 3 . Platz |
| Vorlauf 4 | 6:29.81 | 1 . Platz | |
| Viertelfinale 3 | 6:38.85 | 3 . Platz | |
| Halbfinale A/B 1 | 6:39.17 | 5 . Platz | |
| Finale B | 6:32.95 | 6 . Platz |
| Vorlauf 3 | 6:15.08 | 2 . Platz | |
| Halbfinale A/B 2 | |||
| Finale B | 6:06.15 | 1 . Platz |
| Vorlauf 1 | 6:02.99 | 1 . Platz | |
| Halbfinale A/B 1 | 6:01.43 | 1 . Platz | |
| Finale A | 5:53.52 | 1 . Platz |
| Vorlauf 2 | 5:47.17 | 1 . Platz | |
| Finale A |
| Vorlauf 1 | 7:44.65 | 2 . Platz | |
| Viertelfinale 2 | 7:48.33 | 2 . Platz | |
| Halbfinale A/B 1 | 7:40.93 | 1 . Platz |
| Vorlauf 3 | 7:29.81 | 3 . Platz | |
| Halbfinale A/B 2 | 7:34.03 | 4 . Platz | |
| Finale B | 7:28.16 | 1 . Platz |
| Vorlauf 1 | 7:19.28 | 1 . Platz | |
| Halbfinale A/B 1 | 7:17.89 | 2 . Platz | |
| Finale A | 7:07.96 | 5 . Platz |
| Vorlauf 1 | 7:22.41 | 5 . Platz | |
| Finale C | 7:02.50 | 1 . Platz |
| Vorlauf 3 | 6:38.72 | 2 . Platz | |
| Halbfinale A/B 2 | 6:41.63 | 1 . Platz | |
| Finale A | 6:37.30 | 4 . Platz |
| Vorrennen/Bahnverteilungsrennen | 6:35.96 | 2 . Platz | |
| Finale A |