Gold und Silber für deutsche Coastal-Boote bei der Langstrecken-EM in Spanien
Die deutschen Coastal-Teams haben die Europameisterschaften der Langstrecke in La Línea de la Concepción mit einer Gold- und einer Silbermedaille sowie zahlreichen weiteren guten Platzierungen abgeschlossen. Insgesamt gingen 13 deutsche Boote an den Start. Deutschland war in zehn der zwölf ausgeschriebenen Bootsklassen vertreten – sämtliche deutschen Boote qualifizierten sich für das jeweilige A-Finale.
Coastal-Bundestrainer Adrian Bretting: "Mich freut es, dass sich so viele Boote für die EM in La Linea gefunden und auf dieses Abenteuer eingelassen haben. Es war eine gute Mischung aus erfahrenen Kräften und neuen Ruderinnen und Ruderern auf dem Meer. Herausragend der Titel-Hattrick des Männer-Doppelvierers, das war sehr stark. Auch der Frauen-Doppelvierer zeigte eine tolle Leistung, alle haben sich stark geschlagen und die deutschen Farben wurden gegen namhafte Konkurrenz hoch gehalten. Ich hoffe, dass die Begeisterung für Coastal sich weiterhin so positiv entwickelt."
Dritter EM-Titel in Folge für den Männer-Doppelvierer
Für den sportlichen Höhepunkt sorgte der Club-Coastal-Männer-Doppelvierer mit Steuerfrau. Maiko-Benedikt Remmers (Regattaverband Ems-Jade-Weser), Emil Schmidberger (Stuttgarter RG), Lucas Schäfer (Marburger RV), Moritz Daniel Korthals (Stuttgarter RG) und Steuerfrau Elisa Trog (Erster Kieler RC) gewannen nach 2024 und 2025 zum dritten Mal in Folge den Europameistertitel.
"Für das deutsche Boot war bereits zu Beginn des Rennens eine möglichst gute Position entscheidend", erklärt Lucas Schäfer.
Ab der zweiten Boje entwickelte sich über rund drei der insgesamt sechs Kilometer ein nahezu Kopf-an-Kopf-Rennen mit Italien. Deutschland konnte sich zwar Stück für Stück leicht absetzen, doch der Vorsprung blieb zunächst äußerst knapp. Zeitweise lag nur etwa eine Bootslänge zwischen den führenden Mannschaften.
Gleichzeitig arbeitete sich die Ukraine immer weiter an Italien heran und konnte den Konkurrenten schließlich überholen. Für das deutsche Boot an der Spitze bedeutete dies zusätzlichen Druck. „Als führendes Boot mussten wir deshalb taktisch versuchen, den Kurs so zu fahren und immer wieder Akzente zu setzen, dass wir jeweils die höchstmögliche Geschwindigkeit erreichen konnten“, so Moritz Daniel Korthals.
Das Rennen blieb bis zum Ende extrem eng und fordernd. Einen entscheidenden Vorteil verschaffte sich die deutsche Crew dabei durch ihre Linienwahl. Während Deutschland Kollisionen mit anderen Booten weitgehend vermeiden konnte, gerieten sowohl Italien als auch die Ukraine mehrfach in kleinere Zusammenstöße und verloren dadurch wertvolle Zeit.
„Die Kombination aus unserer Coastal-Erfahrung, unserer Manpower und unserer starken Steuerfrau hat letztendlich zum Sieg geführt“, fasst Moritz Daniel Korthals das Rennen zusammen. Nach einem aus deutscher Sicht optimalen Rennverlauf war die Freude über den Europameistertitel entsprechend groß: „Es war extrem anstrengend und ein total enges Rennen. Umso froher sind wir, dass sich am Ende alles so ausgespielt hat, wie es gekommen ist.“
In einem hochklassigen und dramatischen Finale setzte sich das deutsche Boot letztlich gegen die Crew aus der Ukraine und den starken italienischen Vierer durch. Über die sechs Kilometer lange Strecke überzeugte die Mannschaft mit einer souveränen ruderischen Leistung und einer präzisen Linienwahl. Als erstes Boot erreichte der deutsche Vierer wieder den Strand, wo Maiko-Benedikt Remmers die Goldmedaille im abschließenden Laufsprint sicher ins Ziel brachte.
Silber für deutschen Frauen-Doppelvierer
Auch der deutsche Club-Coastal-Frauen-Doppelvierer mit Steuerfrau unterstrich die derzeitige Stärke der deutschen Großboote. Anne Kistenpfennig (Mainzer RV), Tjorven Stina Schneider (RV Münster), Helen Alina Pabst (Erster Kieler RC), Annika Steinau (Kölner RV) und Steuerfrau Elisa Trog (Erster Kieler RC) gewannen in einem mit 15 Booten stark besetzten Finale die Silbermedaille.
Die Crew zeigte sich nach dem Rennen auch geschlossen in der Einschätzung: "Wir sind sehr glücklich, dass wir in so kurzer Zeit so gut zusammen finden konnten und eine gute Harmonie im Team hatten. Der gemeinsame Ehrgeiz und der Spaß an dem Event haben uns sehr weit nach vorne gebracht."
Die deutsche Mannschaft zeigte über die gesamte Strecke eine konzentrierte Leistung und verteidigte ihre gute Ausgangsposition auch an den entscheidenden Wendebojen. Im Ziel fehlten lediglich 1,09 Sekunden auf das siegreiche spanische Boot aus Málaga.
Alle deutschen Boote im A-Finale
Neben den beiden Medaillengewinnen erreichten die deutschen Starter weitere vordere Platzierungen. In der Wertung der nationalen Verbände belegten Malte und Carina Hein vom RC Allemannia Hamburg im Mixed-Doppelzweier den vierten Platz. Marion Reichardt vom ARC Würzburg wurde im Frauen-Einer starke Fünfte.
Auch in den Club-Wettbewerben war Deutschland in zahlreichen Bootsklassen vertreten. Annika Steinau belegte im Frauen-Einer den fünften Platz und erreichte gemeinsam mit Helen Alina Pabst im Frauen-Doppelzweier Rang sieben. Im Männer-Einer kamen Christian Grimm und Adrian Klingemann auf die Plätze elf und zwölf.
Im Männer-Doppelvierer mit Steuerperson fuhr neben den Europameistern auch eine zweite deutsche Mannschaft in die Top Ten: Konstantin Kluge, Finn Söllner, Luis Haack, Leander Spalek und Steuermann Elias Aronovici belegten den sechsten Platz.
Masters-Premiere für die RG Ghibellinia Waiblingen
Seit dem vergangenen Jahr gehört auch ein Masters-Doppelvierer über einen drei Kilometer langen Parcours zum Programm der Europameisterschaften. In La Línea de la Concepción war erstmals ein deutsches Boot in dieser Klasse vertreten.
Sebastian Augustin, Michael Bauner, Andreas Schwab und Markus Baumann von der RG Ghibellinia Waiblingen erreichten gemeinsam mit Steuerfrau Elisa Trog vom Ersten Kieler RC das A-Finale und belegten dort den siebten Platz.
Die Ergebnisse der deutschen Boote
Wertung der nationalen Verbände:
MCW1x
Marion Reichardt (ARC Würzburg) – 5. Platz im A-Finale
MCMix2x
Malte Hein und Carina Hein (RC Allemannia Hamburg) – 4. Platz im A-Finale
Club-Wertung
CCW1x
Annika Steinau (Kölner RV) – 5. Platz im A-Finale
CCM1x
Christian Grimm (Osnabrücker RV) – 11. Platz im A-Finale
Adrian Klingemann (RG Wiking Berlin) – 12. Platz im A-Finale
CCW2x
Helen Alina Pabst (Erster Kieler RC) und Annika Steinau (Kölner RV) – 7. Platz im A-Finale
CCM2x
Adrian Klingemann und Artem Zakharov (RG Wiking Berlin) – 10. Platz im A-Finale
CCMix2x
Malte Hein und Carina Hein (RC Allemannia Hamburg) – 12. Platz im A-Finale
CCW4x+
Anne Kistenpfennig (Mainzer RV), Tjorven Stina Schneider (RV Münster), Helen Alina Pabst (Erster Kieler RC), Annika Steinau (Kölner RV) und Steuerfrau Elisa Trog (Erster Kieler RC) – 2. Platz im A-Finale
Franziska Kösling (Bremerhavener RV), Sarah-Ann Kronemann (RC Bergedorf), Tessa Kuhn (Bremer RC Hansa), Johanna-Luise Kanwisch (Akademischer RV Kiel) und Steuerfrau Tiannah Carow (Erster Kieler RC) – im A-Finale als BUW gewertet
CCM4x+
Maiko-Benedikt Remmers (Regattaverband Ems-Jade-Weser), Emil Schmidberger (Stuttgarter RG), Lucas Schäfer (Marburger RV), Moritz Daniel Korthals (Stuttgarter RG) und Steuerfrau Elisa Trog (Erster Kieler RC) – 1. Platz im A-Finale
Konstantin Kluge (RK Flensburg), Finn Söllner (Rudervereinigung Hellas-Titania Berlin), Luis Haack (Berliner RC), Leander Spalek (Frankfurter RG Germania) und Steuermann Elias Aronovici (Frankfurter RG Germania) – 6. Platz im A-Finale
MasCCM4x+
Sebastian Augustin, Michael Bauner, Andreas Schwab und Markus Baumann (RG Ghibellinia Waiblingen) sowie Steuerfrau Elisa Trog (Erster Kieler RC) – 7. Platz im A-Finale