Katja Beerscht und Lukas Rücken holen Titel bei der 30. Ergo-DM
Die 30. Deutschen Ruderergometer-Meisterschaften und der 19. Ergo-Cup Rhein-Neckar boten in Ilvesheim hochklassigen Rudersport, starke Zeiten und zahlreiche sportliche Ausrufezeichen über alle Altersklassen hinweg. Vor allem der Nachwuchs, angeführt von Helena Tibitanzl, sorgte für besondere Höhepunkte.
Überragende Vorstellung von Helena Tibitanzl bei den Juniorinnen B
Ein sportliches Ausrufezeichen setzte Helena Tibitanzl (2010) von der Frankfurter Rudergesellschaft „Germania“ 1869 e.V. im Juniorinnen-B-Einer. In 5:09,80 Minuten gewann sie ihr Rennen mit großem Vorsprung vor dem restlichen Feld. Damit wurde also im ersten Rennen schon einmal die Richtung vor gegeben. Nach lückenhafter Recherche zählt diese Zeit zu den schnellsten Leistungen, die in dieser Altersklasse bislang erzielt wurden – bislang war lediglich Alexandra Förster mit einer Zeit von 5:05 Minuten schneller. (Hinweis von der Redaktion: Rückmeldung zur historischen Einordnung willkommen.) Auch insgesamt präsentierte sich die Frankfurter RG Germania in der Nachwuchsarbeit exzellent: Im Junioren-B-Einer siegte Jan Jasper Kewitz in 4:46,50 Minuten vor Felix Alexy (Mainzer RV, 4:52,80 min) und einem weiteren Starter der Germania (4:53,60 min).
Junioren A und internationale Perspektiven
Im Junioren-Einer A setzte sich Samuel Urwalek (Waldshut) in 6:10,40 Minuten durch. Rang zwei belegte Jan Bornemann (Mainzer RV) in 6:14,00 Minuten. Beide Athleten unterstrichen mit ihren Leistungen ihre gute Vorbereitung auf kommende internationale Aufgaben.
Frauen-Einer A: Beerscht dominiert, Weltklasse-Zeit
Im Frauen-Einer A sicherte sich Katja Beerscht (Gießener RC Hassia) den Deutschen Meistertitel in starken 6:52,50 Minuten. Mit dieser Zeit bestätigte sie eindrucksvoll ihre außergewöhnliche Physis – ein Weltklassewert auf dem Ergometer. Silber ging an Lisa Nagler (Mannheimer RV Amicitia von 1876), Bronze an Franka Müller (Wasser-Sport-Verein Düsseldorf Rudergesellschaft von 1893 e.V.).
Männer-Einer A: Unter sechs Minuten, epischer Zweikampf
Ein hochklassiges Rennen bot der Männer-Einer Lukas Rücken (2001, RG Heidelberg) gewann in 5:58,50 Minuten. Benjamin Reuter (1987, Erster Kieler Ruder-Club) blieb in 5:59,00 Minuten ebenfalls unter der magischen 6:00-Minuten-Marke und musste sich nach einem intensiven, packenden Zweikampf knapp geschlagen geben. Im Leichtgewichts-Männer-Einer A holte sich Maximilian Kühlung (Mainzer RV) den Titel in 6:25,30 Minuten.
Starke Leistungen in den PR-Klassen und Mannschaftsbooten
In den PR-Klassen überzeugten Anne Klose, Paul Umbach und Julian Müller mit starken Ergometerleistungen und unterstrichen ihre physische Leistungsfähigkeit mit Blick auf kommende internationale Aufgaben.
In den Mannschaftsbooten gewann bei den Frauen die Renngemeinschaft Mannheimer RV Amicitia von 1876 / Rudergesellschaft Heidelberg 1898 e.V. den Titel. Bei den Männern sicherte sich der Germania-Achter den Sieg und damit das Double nach dem zuvor errungenen Deutschen Sprinttitel.
Masters-Bereich: Leistung kennt kein Alter
Auch im Masters-Bereich zeigten Frauen und Männer beeindruckende Leistungen auf dem Ergometer. Die Rennen lieferten erneut den Beleg, wie fordernd, leistungsorientiert und zugleich gesund der Rudersport bis ins hohe Alter betrieben werden kann.
Deutsche Meisterinnen und Deutsche Meister – Masters-Einer (Ergometer 2026)
Masters Frauen
- Masters-Frauen-Einer A (MW A): Katharina Heß (Rudergesellschaft Heidelberg 1898 e.V.) – 3:42,50 min
- Masters-Frauen-Einer B (MW B): Judith Wargers (Lingener RG) – 3:24,70 min
- Masters-Frauen-Einer C (MW C): Christiane Huth (Frankfurter RG Germania) – 3:38,90 min
- Masters-Frauen-Einer D (MW D): Claudia Ciescholka (Karlsruher RK Alemannia) – 3:47,00 min
- Masters-Frauen-Einer F (MW F): Antje Kahl (Preetzer RC) – 3:48,20 min
- Masters-Frauen-Einer H (MW H): Gabriele Alsbach (Koblenzer RC Rhenania) – 3:54,60 min
Masters Männer
- Masters-Männer-Einer A (MM A): Michael Knauber (RG Heidelberg 1898) – 2:57,10 min
- Masters-Männer-Einer B (MM B): Ivan Saric (Frankfurter RG Germania) – 2:50,80 min
- Masters-Männer-Einer C (MM C): Max Schramm (Frankfurter RG Germania) – 2:53,40 min
- Masters-Männer-Einer D (MM D): Helger Schader (Einzelstarter) – 2:58,50 min
- Masters-Männer-Einer E (MM E): Joachim Ringer (Frankfurter RG Germania) – 3:04,30 min
- Masters-Männer-Einer F (MM F): Christian Schyr (Heidelberger RK) – 3:16,00 min
- Masters-Männer-Einer G (MM G): Bernhard Spanke (Neusser RV) – 3:15,90 min
- Masters-Männer-Einer I (MM I): Rainer Ackermann (RC Saar 1885) – 3:44,30 min
- Masters-Männer-Einer K (MM K): Klaus Opitz (Koblenzer RC Rhenania) – 3:44,90 min
Dank an die Ausrichter
Sina Burmeister (Vorständin Jugend) vertrat kurzfristig Robert Sens, der krankheitsbedingt nicht kommen konnte. Tobias Weysters, Vorsitzender des DRV-Fachressorts Wettkampf, zog ein positives Fazit und richtete seinen Dank an die Veranstalter:
„Mein großer Dank geht an das gesamte Ausrichter-Team mit seinen vielen Helfenden, die die Veranstaltung erfolgreich und professionell organisiert haben. Die diesjährigen Ergo-Meisterschaften waren erneut ein Aushängeschild für die deutsche Ruderwettkampflandschaft.“
Die neue Halle in Ilvesheim hat sich bewährt
Jan Erik Jonescheit, Vorsitzender des Mannheimer Regattavereins: "Wir sind sehr zufrieden, die größte Indoor Rowing Veranstaltung dieses Winters mit so kurzem Vorlauf auf die Beine gestellt zu haben. Die neue Halle in Ilvesheim hat sich bewährt."
Christian Knab, Vorsitzender des Ludwigshafener Rudervereins, stellvertretender Vorsitzender Technik im Mannheimer Regattaverein, Organisatorischer Leiter der Veranstaltung: "Ein intensiver Tag geht erfolgreich zu Ende. Wir erlebten eine spannende dt. Ruderergometer-Meisterschaft mit hochklassigen Wettkämpfen und ein sportlich hervorragendes Setting in Ilvesheim."