19. Okt. 2026 | Nationalmannschaft | von Deutscher Ruderverband

Licht und Schatten unter sehr wechselnden Bedingungen: Fünf deutsche Boote weiter

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Drei Bestzeiten, fünf Boote in der nächsten Runde und vier ausgeschiedene Boote: Der erste Renntag der World Rowing Beach Sprint Finals in Qingdao brachte für das deutsche Team Licht und Schatten. Unter äußerst herausfordernden, gar grenzwertigen Bedingungen spielte neben dem sportlichen Können auch das Glück eine erhebliche Rolle. Moritz Wolff, der gesteuerte Mixed-Doppelvierer und der U19-Mixed-Doppelzweier mit Anneke Ihmann (Saarbrücker RG Undine) und Jasper Weber (Ruder- und Kanu-Verein Bad Kreuznach) setzten sich im ersten Zeitfahren jeweils an die Spitze und mussten damit nicht in das zweite Time-Trial.


Schon die letzten Tage wurden aus Sicherheitsgründen die Trainingstage abgesagt bzw. die Rennzeiten verschoben, mittlerweile sind die Wellen teils noch höher und die Bedingungen wechselhaft. Diese prägten den heutigen WM-Auftakt und machten die Qualifikation zu einer besonderen Bewährungsprobe. Da sich die Zeitfahren über einen langen Zeitraum erstreckten, waren die Leistungen nur eingeschränkt miteinander vergleichbar. Wer zu welchem Zeitpunkt auf den Kurs ging und welche Bedingungen dabei herrschten, konnte entscheidenden Einfluss auf das Ergebnis haben. So bekamen die Rennen teilweise den Charakter einer Lotterie. Die Platzierungen müssen deshalb mit Bedacht eingeordnet werden. Die folgenden direkten Duelle werden einen unmittelbareren Vergleich ermöglichen – auch wenn der Umgang mit den Bedingungen weiterhin eine zentrale Aufgabe bleibt.

Wolff nutzt seine Chance – Tertünte mit Pech in beiden Läufen
Moritz Wolff (Berliner Ruder-Club) gelang im Männer-Solo ein starker Auftakt. Der Berliner nutzte seine Chance und qualifizierte sich mit der schnellsten Zeit im ersten Time Trial direkt für die nächste Runde. Dabei hatte Wolff auch das notwendige Glück mit den Bedingungen, setzte dieses aber mit einer überzeugenden Leistung in ein Spitzenergebnis um.


Ganz anders verlief der Tag für Julia Tertünte (Ruderverein Münster von 1882). Sie hatte in beiden Durchgängen Pech mit den Bedingungen und stand nach Platz 25 im ersten Zeitfahren bereits mit dem Rücken zur Wand. Rang elf im zweiten Durchgang reichte anschließend nicht zum Weiterkommen. Ihr frühes Ausscheiden gehörte zu den bitteren Ergebnissen eines Tages, an dem sich die sportliche Leistungsfähigkeit nicht durchgehend an den Platzierungen ablesen ließ. „Julia hat erbittert gekämpft und alles auf der Strecke gelassen. Leider hat es ihr das Gelbe Meer heute in ihren Rennen unfassbar schwer gemacht. Sehr bitter, dass sie so nicht ihr wahres Leistungsvermögen unter Beweis stellen konnte. Der EM-Titel im Mixed-Doppelzweier vor fünf Wochen steht für sich! Heute sind wir natürlich frustriert. Ab morgen richten wir den Blick nach vorne, so Bundestrainer Adrian Bretting zum Auftritt von Tertünte.


Mixed-Doppelvierer mit Bestzeit – Leupold und Werner knapp weiter
Auch der gesteuerte Mixed-Doppelvierer setzte ein Ausrufezeichen. Katharina Bauer (RV Treviris Trier), Julius Blümel (Berliner Ruder-Club), Franz Cherubim (Akademischer Ruderverein zu Leipzig), Judith Guhse (Rendsburger Ruderverein) und Steuerfrau Jette Hansen (Der Hamburger und Germania Ruder Club 1836) erreichten im ersten Zeitfahren Platz eins und sicherten sich direkt das Weiterkommen.


Für Sophie Leupold und Franz Werner (beide Pirnaer Ruderverein 1872) wurde die Qualifikation dagegen zur Zitterpartie. Nach Rang elf im ersten Zeitfahren musste das Duo im Mixed-Doppelzweier erneut antreten. Im zweiten Durchgang erreichten die beiden Platz acht und schafften damit knapp den Sprung in die nächste Runde. Unter den schwierigen Bedingungen zählte für das Pirnaer Duo vor allem, im Wettbewerb geblieben zu sein.


U19-Mixed überzeugt – Junioren-Doppelzweier ebenfalls weiter
Die dritte deutsche Bestzeit steuerten Anneke Ihmann (Saarbrücker RG Undine) und Jasper Weber (Ruder- und Kanu-Verein Bad Kreuznach) bei. Im U19-Mixed-Doppelzweier fuhren sie im ersten Time Trial auf Platz eins und qualifizierten sich unmittelbar für die K.-o.-Runde.

Weber gelang außerdem gemeinsam mit Ludwig Canty (Berliner Ruder-Club) im Junioren-Doppelzweier das Weiterkommen. Mit Platz drei im zweiten Zeitfahren sicherten sich die beiden weitere Rennen bei diesen Weltmeisterschaften.


Für Ella-Solene Chave (Potsdamer Ruder-Gesellschaft) und Anneke Ihmann endete der Wettbewerb im Juniorinnen-Doppelzweier hingegen denkbar knapp. Nach Rang neun im ersten Zeitfahren bedeutete Platz vier im zweiten Durchgang das Ausscheiden. 
Auch in den U19-Solos verpassten die deutschen Boote die nächste Runde. Ludwig Canty belegte im Junioren-Solo die Plätze 16 und zehn. Ella-Solene Chave erreichte im Juniorinnen-Solo zunächst Rang zwölf und anschließend Platz zehn.


Jetzt folgen die direkten Duelle
Mit fünf verbliebenen Booten geht die deutsche Mannschaft in die nächste Wettkampfphase. Die drei Bestzeiten geben Rückenwind, sind angesichts der wechselnden Bedingungen aber ebenso vorsichtig zu bewerten wie die frühen Niederlagen. Nun gilt es, sich in den direkten Duellen zu behaupten. Nach einem äußerst selektiven Auftakt werden erneut sichere Abläufe, schnelle Entscheidungen und die Fähigkeit gefragt sein, auch unter schwierigen Bedingungen das eigene Rennen durchzusetzen.

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