Mit WM-Rückenwind nach Kruszwica: 14 deutsche Boote bei der U23-EM
Mit drei amtierenden U23-Weltmeisterinnen und -Weltmeistern sowie zahlreichen weiteren international erfahrenen Talenten startet der Deutsche Ruderverband an diesem Wochenende, 5. und 6. September, bei den U23-Europameisterschaften im polnischen Kruszwica. 37 Aktive vertreten Deutschland in 14 Bootsklassen. Nach sieben Medaillen bei der U23-Heim-WM in Duisburg bietet die EM die Gelegenheit, an erfolgreiche Leistungen anzuknüpfen und sich auch in neuen Mannschaftskombinationen zu beweisen.
Zwei Gold-, zwei Silber- und drei Bronzemedaillen hatte das deutsche Team auf der Wedau gewonnen. Besonders erfolgreich waren die Skullboote. Mit Nathalie Sendjuk sowie Naveen Shah und Maximilian Rühling sind beide deutschen Weltmeisterboote auch in Kruszwica am Start. Andere WM-Teilnehmerinnen und -Teilnehmer wechseln für die kontinentalen Titelkämpfe die Bootsklasse. Am heutigen Samstag stehen zunächst die Vorläufe und Bahnverteilungsrennen an. Der erste deutsche Einsatz ist für 8:35 Uhr angesetzt.
Den Auftakt übernehmen im Männer-Zweier ohne Steuermann Justus Beckmann (Ruderverein Bochum von 1920) und Carl Sgonina (Dresdner Ruder-Club 1902). Beide gehörten bei der U23-WM zum Aufgebot des Männer-Achters, der die Titelkämpfe auf Rang fünf abschloss. In Kruszwica treffen sie um 8:35 Uhr im zweiten Vorlauf auf Polen, Belgien, Rumänien und Litauen. Die ersten beiden Boote jedes Vorlaufs sowie zwei weitere Mannschaften über die Zeit qualifizieren sich für das A-Finale.
Um 8:45 Uhr folgen im Frauen-Zweier ohne Steuerfrau Florentina Riffel und Michelle Lebahn (beide Ruder-Club Potsdam). Riffel bringt eine Bronzemedaille aus Duisburg mit: Sie stand dort mit dem Frauen-Achter auf dem Podium. Gemeinsam mit Lebahn geht sie nun im Kleinboot an den Start. Im zweiten Vorlauf warten die Ukraine und Litauen.
Der Männer-Vierer ohne Steuermann mit Collin Liebe (Bessel-Ruder-Club), Moritz Bitz (Marbacher Ruderverein von 1920), Julius Watzka (Stuttgart Cannstatter Ruderclub von 1910) und David Kalle (Ruderclub Westfalen Herdecke 1929) greift um 8:50 Uhr ins Geschehen ein. Gegen Polen, Kroatien und Italien geht es bereits um den Einzug in das A-Finale. Bei sieben gemeldeten Mannschaften erreichen die jeweils ersten beiden der beiden Vorläufe und die beiden darüber hinaus zeitschnellsten Boote das Medaillenrennen.
Im Frauen-Vierer ohne Steuerfrau treten Tabea Koop (Ruderclub Rapid Berlin), Sara Grauer (Ruderverein Münster von 1882), Raphaela Werner (Mainzer Ruder-Verein von 1878) und Helena Wegener (Ruderklub am Wannsee) an. Grauer gewann bei der U23-WM Bronze im Frauen-Achter. Koop und Wegener waren in Duisburg im Frauen-Vierer sowie im Mixed-Achter eingesetzt, der Sechster wurde. Das neu zusammengesetzte EM-Quartett bestreitet um 9:00 Uhr ein Bahnverteilungsrennen gegen Tschechien, Österreich, Rumänien und Ungarn. Alle fünf Boote stehen bereits im Finale.
Mit Mads Schmied (Ruder-Club Potsdam) startet um 9:05 Uhr ein U23-Vizeweltmeister im Männer-Einer. In Duisburg gewann er Silber im Männer-Doppelvierer, nun stellt er sich allein der europäischen Konkurrenz. Sein erster Vorlauf führt ihn mit Athleten aus Moldau, Rumänien, Kroatien und Tschechien zusammen. In dem 14 Boote umfassenden Feld qualifizieren sich die jeweils ersten beiden der drei Vorläufe sowie sechs weitere Athleten über die Zeit für die Halbfinals.
Auch Pauline von Hobe-Gelting (Rudervereinigung Kappeln im Turn- und Sportverein Kappeln von 1876) wechselt vom Doppelvierer in den Frauen-Einer. Bei der Heim-WM belegte sie mit dem deutschen Quartett den vierten Platz. Ihr EM-Auftakt erfolgt um 9:25 Uhr im zweiten Vorlauf gegen Litauen, Moldau und Italien. Mit einer Platzierung unter den ersten beiden wäre der Einzug in das A-Finale gesichert; zusätzlich werden zwei Finalplätze über die Zeiten vergeben.
Eine vielversprechende neue Kombination bildet der Männer-Doppelzweier mit Jakob Rastetter (Hanauer Ruderclub Hassia) und Jesse Ilsemann (Ruder-Gesellschaft „Hansa“). Rastetter gewann in Duisburg gemeinsam mit Schmied Silber im Doppelvierer, Ilsemann erreichte im Einer den fünften Platz. Nun bündeln beide ihre Erfahrung im Doppelzweier. Um 9:35 Uhr treffen sie auf Kroatien, Tschechien und Bulgarien. Bei 13 gemeldeten Booten führt der Weg zum Finale zunächst über das Halbfinale.
Im Frauen-Doppelzweier vertreten Hannah Frenkler (Ruder-Club Tegel 1886) und Anna Schiefer (Deutscher Ruder-Club von 1884) die deutschen Farben. Ihr Vorlauf beginnt um 9:45 Uhr. Mit Österreich, Dänemark, Estland und Gastgeber Polen wartet ein Feld, in dem es unmittelbar um die A-Finalplätze geht. Auch hier sichern die ersten beiden Plätze das direkte Weiterkommen, ergänzt um zwei Boote über die Zeit.
Luca Britten (Saarbrücker Rudergesellschaft Undine) startet um 10:05 Uhr im Leichtgewichts-Männer-Einer. Bei der U23-WM wurde er Zweiter des B-Finals und damit Achter der Gesamtwertung. In Kruszwica bietet sich ihm die nächste Gelegenheit, das A-Finale zu erreichen. Im ersten Vorlauf trifft er auf Gegner aus der Ukraine, Lettland und Aserbaidschan.
Um 10:15 Uhr steigt Nathalie Sendjuk (Ruderklub am Wannsee) im Leichtgewichts-Frauen-Einer ins EM-Wochenende ein. Nach ihrem U23-Weltmeistertitel in Duisburg gehört sie zu den aussichtsreichen deutschen Medaillenhoffnungen. Im Bahnverteilungsrennen trifft sie auf Konkurrenz aus Polen, Italien und Kroatien sowie eine unter neutraler Flagge startende Athletin. Alle fünf Teilnehmerinnen sind bereits für das Finale qualifiziert.
Ebenfalls als amtierende U23-Weltmeister gehen Naveen Shah (Ruderverein Kurhessen-Cassel) und Maximilian Rühling (Mainzer Ruder-Verein von 1878) im Leichtgewichts-Männer-Doppelzweier an den Start. Nach Silber bei der U23-WM 2025 gelang ihnen in Duisburg der Sprung auf die höchste Stufe des Podiums. In Kruszwica wollen sie ihre erfolgreiche gemeinsame Saison fortsetzen. Das Bahnverteilungsrennen um 10:25 Uhr bestreiten sie gegen Italien und Polen; alle drei Mannschaften stehen im Finale.
Im Leichtgewichts-Frauen-Doppelzweier rudern Jette Lisdat (Hannoverscher Ruder-Club von 1880) und Melina Reinke (Neusser Ruderverein) gemeinsam. Reinke gewann bei der U23-WM mit Charlotte Bergmann Bronze in dieser Bootsklasse. Mit Lisdat an ihrer Seite geht sie nun in neuer Besetzung in die EM. Um 10:30 Uhr trifft das Duo im Bahnverteilungsrennen auf die Ukraine, Griechenland und Italien. Auch hier sind sämtliche Boote bereits für das Finale qualifiziert.
Der Männer-Doppelvierer mit Max Laurens Thiele (Wassersportverein Godesberg 1909/11), Felix Krones (Universitätssportverein TU Dresden, Abteilung Rudern), Lucas Haaser (Laubegaster Ruderverein Dresden) und Noel Jaschke (Ruderverein Rauxel von 1922) startet um 10:35 Uhr. Nach WM-Silber für die deutsche Mannschaft in Duisburg tritt der DRV in Kruszwica mit einer vollständig veränderten Besetzung an. Im ersten Vorlauf warten die Schweiz, Litauen, Norwegen, Polen und eine unter neutraler Flagge startende Mannschaft. Zwei direkte Finalplätze sowie die zusätzliche Qualifikation über die Zeit machen einen konzentrierten Auftakt erforderlich.
Den Abschluss der deutschen Vormittagsstarts bildet um 11:00 Uhr der Frauen-Achter. Im Boot sitzen Lene Holkenbrink (Ruder-Club Allemannia von 1866), Leonie Ristow (Ruder-Club Potsdam), Melisa Mujic (Ruderverein Wandsbek), Julina Kalinowski (Preetzer Ruder Club), Tabea Wittenburg (Landesruderverband Mecklenburg-Vorpommern von 1990), Emma Sander (Schweriner Rudergesellschaft von 1874/75), Gesa Junge und Aenne zum Felde (beide Ruder-Gesellschaft „Hansa“) sowie Steuerfrau Magdalena Hallay (Ruderclub Germania Düsseldorf 1904).
Mujic war bei der U23-WM im Frauen-Vierer und im Mixed-Achter im Einsatz, Wittenburg im Frauen-Zweier. Die EM-Mannschaft ist gegenüber dem Bronze-Achter von Duisburg vollständig neu besetzt. Gegen Polen, Spanien und Rumänien geht es im ersten Vorlauf um den Einzug in das A-Finale.
Für den DRV beginnt das EM-Wochenende damit mit einem dicht getakteten Vormittag. Während vier deutsche Boote in Bahnverteilungsrennen ihre Finalgegner kennenlernen, kämpfen die übrigen zehn Mannschaften bereits um das Weiterkommen. Neben den bewährten Weltmeisterbooten richtet sich der Blick besonders auf die neuen Kombinationen und die Frage, wie gut sie ihre individuelle Erfahrung gemeinsam auf das Wasser bringen.
Deutsches Team:
Leichtgewichts-Frauen-Einer (BLW1x)
Nathalie Sendjuk (Ruderklub am Wannsee)
Leichtgewichts-Frauen-Doppelzweier (BLW2x)
Jette Lisdat (Hannoverscher Ruder-Club von 1880), Melina Reinke (Neusser Ruderverein)
Leichtgewichts-Männer-Einer (BLM1x)
Luca Britten (Saarbrücker Rudergesellschaft Undine)
Leichtgewichts-Männer-Doppelzweier (BLM2x)
Naveen Shah (Ruderverein Kurhessen-Cassel), Maximilian Rühling (Mainzer Ruder-Verein von 1878)
Frauen-Einer (BW1x)
Pauline von Hobe-Gelting (Rudervereinigung Kappeln im Turn- und Sportverein Kappeln von 1876)
Frauen-Doppelzweier (BW2x)
Hannah Frenkler (Ruder-Club Tegel 1886), Anna Schiefer (Deutscher Ruder-Club von 1884)
Frauen-Zweier ohne Steuerfrau (BW2−)
Michelle Lebahn (Ruder-Club Potsdam), Florentina Riffel (Ruder-Club Potsdam)
Frauen-Vierer ohne Steuerfrau (BW4−)
Raphaela Werner (Mainzer Ruder-Verein von 1878), Sara Grauer (Ruderverein Münster von 1882), Tabea Koop (Ruderclub Rapid Berlin), Helena Wegener (Ruderklub am Wannsee)
Frauen-Achter (BW8+)
Melisa Mujic (Ruderverein Wandsbek), Leonie Ristow (Ruder-Club Potsdam), Emma Sander (Schweriner Rudergesellschaft von 1874/75), Gesa Junge (Ruder-Gesellschaft „Hansa“), Julina Kalinowski (Preetzer Ruder Club), Tabea Wittenburg (Landesruderverband Mecklenburg-Vorpommern von 1990), Aenne zum Felde (Ruder-Gesellschaft „Hansa“), Lene Holkenbrink (Ruder-Club Allemannia von 1866), Steuerfrau Magdalena Hallay (Ruderclub Germania Düsseldorf 1904)
Männer-Einer (BM1x)
Mads Schmied (Ruder-Club Potsdam)
Männer-Doppelzweier (BM2x)
Jesse Ilsemann (Ruder-Gesellschaft „Hansa“), Jakob Rastetter (Hanauer Ruderclub Hassia)
Männer-Doppelvierer (BM4x)
Lucas Haaser (Laubegaster Ruderverein Dresden), Noel Jaschke (Ruderverein Rauxel von 1922), Felix Krones (Universitätssportverein TU Dresden, Abteilung Rudern), Max Laurens Thiele (Wassersportverein Godesberg 1909/11)
Männer-Zweier ohne Steuermann (BM2−)
Justus Beckmann (Ruderverein Bochum von 1920), Carl Sgonina (Dresdner Ruder-Club 1902)
Männer-Vierer ohne Steuermann (BM4−)
Moritz Bitz (Marbacher Ruderverein von 1920), David Kalle (Ruderclub Westfalen Herdecke 1929), Collin Liebe (Bessel-Ruder-Club), Julius Watzka (Stuttgart Cannstatter Ruderclub von 1910)