Nachruf auf Prof. Dr. Johannes Heinrich, “Heinz”, Altena
11. Nov. 1933 - 23. Sept. 2026
Der deutsche Rudersport und die gesamte Vereinsfamilie trauern um eine prägende
Persönlichkeit und einen unermüdlichen Förderer des Rudersports, der am 23. September
2026 in Oberhausen verstorben ist.
Heinz Altena prägte den Sport über viele Jahre auf allen Ebenen. Immer wieder gelang es
ihm, die Solidarität der Rudergemeinschaft für den Rudersport zu beschwören, mit klugen
Argumenten und seiner heiteren, beharrlichen, diplomatischen Art.
Als langjähriger Vorstand und Präsident im Ruderverein Oberhausen war er tief in seiner
Heimat verwurzelt und setzte sich dort mit gleicher Leidenschaft für die Basis ein, wie er es
auch auf nationaler und internationaler Bühne tat. 2017 wurde ihm das
Bundesverdienstkreuz am Bande verliehen.
Mit seinem ersten Engagement für das nicht-olympische Leichtgewichtsrudern trug er dazu
bei, dass beim Rudertag 1988 in Frankfurt die Stimmen des DRV für die Einführung des
Leichtgewichtsruderns bei Olympia gewonnen werden konnten. 1990 half er, die finanzielle
Eigenbeteiligung für die WM in Tasmanien erheblich zu senken, ab 1993 übernahm Heinz
Altena die Rolle des Referenten für das Leichtgewichtsrudern im DRV, später für die
nicht-olympischen Bootsklassen und füllte sie bis Anfang der 2000er aus.
Diese Aufgabe war so aufwendig wie herausfordernd, da die nicht-olympischen
Bootsklassen keinerlei Förderung vom Bund erhalten und von Seiten des DRV immer
weniger Mittel zur Verfügung gestellt wurden. Mit enormem Fleiß, organisatorischem
Geschick und diplomatischer Ausdauer glich er diese Lücken aus und gab den
Leichtgewichten eine starke, unüberhörbare Stimme. Es gelang ihm die ersten Sponsoren
für Leichtgewichtsboote zu gewinnen und immer wieder Spenden von großen Stiftungen und
vielerlei Zuschüsse und Zuwendungen zu akquirieren.
Sein größter und historischer Erfolg kam mit der Einführung der Leichtgewichtsklassen bei
den Olympischen Spielen. Vor allem auch seinem unermüdlichen Einsatz ist es zu
verdanken, dass das Leichtgewichtsrudern in Atlanta 1996 seine viel bejubelte olympische
Premiere feierte.
Sein Name wird für immer mit dem Aufstieg und den Erfolgen des deutschen
Leichtgewichtsruderns verbunden bleiben.
Und nicht nur damit, denn als Professor an der TU Delft galt er international als “Papst” des
Grubenwetters, arbeitete lange für die Ruhrkohle AG, ein Bergmann mit ganzem Herzen.
Auch in der Synode und im Presbyterium hat er sich ein Angedenken erworben, wurde zum
Rechtsritter des Johanniter-Ordens gewählt. Im Ruhrgebiet hatte er beste Beziehungen zu
den großen Stiftungen und den alten Industrie-Familien.
Unsere Gedanken und unser tiefes Mitgefühl gelten seiner Familie und seinen Freunden.
Wir werden ihm ein ehrendes Andenken bewahren.