03. Nov. 2026 | Vereinsleben

Nachruf Hans-Georg "Juppi" Röhrig

Wir verabschieden uns traurig von unserem Ehrenmitglied und Freund, der am 14. Oktober 2026 im Alter von 81 Jahren verstorben ist.

„Un jetz seid esu jood un deit dat“

In Kanada hatte Juppi die erfolgreiche Bewerbung für die Ausrichtung der Ruderweltmeisterschaft 1998 in Köln auf Englisch vorgetragen. Zum Schluss wurde es kölsch. Wer ihn kannte, wird sich das gut vorstellen können. Er wollte etwas bewegen und verstand es, Menschen dafür zu gewinnen. Die Ruderweltmeisterschaften 1998 wurden zu einem großartigen Erfolg für die Stadt Köln, den Kölner Regatta Verband und den Deutschen Ruderverband.

Am 1. September 1961 trat Juppi in die Ruderriege der Germania ein. Vom Wanderrudern führte ihn sein Weg zur Rennruderei. Ab etwa 1970 betreute er Mannschaften der Germania, beschaffte Boote und warb Fördergelder ein. So kam auch der Achter „Berta Krupp von Bohlen und Halbach“ zu unseren Leichtgewichtsruderern.

Juppi schuf Möglichkeiten, damit andere trainieren und erfolgreich sein konnten: Es wurden 6 Deutsche Meisterschaften errungen, 3 im Leichtgewichtsachter und 3 Männer Doppelzweier. 3mal wurde der Kölner Stadtachter gewonnen und die Mannschaften der Germania waren bei der EM in Moskau 1973 und bei den Olympischen Spielen 1976 in Montreal. Hinter den Leistungen der Athleten standen auch immer Menschen, die ihren sportlichen Weg ermöglichten.

Juppi gehörte dazu. In „seiner“ Germania wirkte er als Ruderwart und lange als zweiter Vorsitzender. Er gestaltete Klubhausumbauten mit, sorgte für Finanzmittel und unterstützte die Mitglieder. Die damaligen „Jungen Wilden“ ließ er sich mit Vertrauen und Wohlwollen austoben. Dass sie ihren Platz und Freiraum im Klub fanden, war auch sein Verdienst. Für sein umfassendes Engagement wurde er zum Ehrenmitglied ernannt.

Auch am Aufbau des Ruderzentrums Fühlinger See war Juppi maßgeblich beteiligt. Er pflegte Kontakte zu Planern, Verwaltung, Förderern und Politik. Sein Herzensprojekt „Villa Olympia“ sollte den Athleten während ihrer intensiven Trainingsjahre ein Domizil bieten. Als erster Vorsitzender des Kölner Regatta Verbandes holte er mit vielen ehrenamtlichen Helferinnen und Helfern große Ruderereignisse nach Köln: Die FISA Masters Regatta 1992 und die Weltmeisterschaft 1998. Später wurde er Ehrenvorsitzender.

Juppi erhielt durch seine herausragenden Leistungen um den Rudersport zahlreiche Auszeichnungen: Die Plakette für besondere Verdienste des DRV 1999. Damit ist Juppi in feiner Ruder Gesellschaft mit dem Präsident des Weltruderverbandes FISA Thomas Keller 1968, Karl Adam 1972, Karl Heinz Bantle 1983 und Peter Michael Kolbe 1989. Vom FISA Präsident Denis Oswald erhielt er 2000 die FISA Medaille. Im Jahr 2002 trug er sich in das goldene Buch der Stadt Köln ein. Höhepunkt war 2004 die Verleihung des Bundesverdienstkreuzes durch OB der Stadt Köln, Fritz Schramma.

Dem Fühlinger See blieb er verbunden. Ab 2014 setzte er sich als erster Vorsitzender des Fördervereins dafür ein, ihn als Sportund Freizeitgelände für die Kölner Bevölkerung und als Lebensraum für Pflanzen und Tiere zu erhalten. Beruflich widmete sich Juppi der Lichtplanung. Die Beleuchtung des Domplatzes vor dem Haupteingang und die Deckenbeleuchtung der Piazzetta im Rathaus tragen auch seine Handschrift.

Erholung fand er mit Conny auf Sylt, auf dem Ellenbogen, häufig mit seinem Patenkind Michael. Gemeinsam verwandelten sie das Haus in Merheim in ein großzügiges Zuhause. Der Garten wurde zu seinem besonderen Steckenpferd. Die Freundschaften mit den Ruderfreunden aus alten Tagen blieben über all die Jahre.

Lieber Juppi, du hast viel bewegt. Was bleibt, sind die Orte, die du mitgestaltet hast, die Möglichkeiten, die du anderen eröffnet hast, und unsere Erinnerungen an dich. Dass du nicht mehr dabei bist, macht uns traurig. 

Conny und allen, die dir nahestanden, gilt unser tiefempfundenes Mitgefühl. Eine Wette mit deinem Freund Dieter hast du nun verloren. Sie erzählt auf ihre ganz eigene kölsche Weise von eurer Freundschaft: „Hinger dingem Sarch jonn ich op jeden Fall noch her un schmieße ding Ihre-nodele in et Loch!“