22. Juli 2026 | Nationalmannschaft | von Deutscher Ruderverband

Nachruf: Ruderwelt trauert um Olympiasieger Olaf Tufte

Olaf Tufte begeisterte im Boot, aber noch mehr außerhalb - er unterstützte viele Projekte und Anliegen des Rudersports uneigennützig, wie hier von der Deutschen Ruderjugend (Bild: Christgau)

Der internationale Rudersport trauert um einen seiner größten Athleten: Der norwegische Olympiasieger Olaf Tufte ist im Alter von 50 Jahren verstorben. Dies bestätigte seine Familie am Dienstag. Tufte wurde am Montag bewusstlos auf seinem Familienhof gefunden und trotz sofort eingeleiteter Rettungsmaßnahmen in ein Krankenhaus nach Oslo geflogen, wo er am Dienstag verstarb. Nach Angaben der Familie gab es keine Zeugen des Vorfalls und keinen Verdacht auf einen Arbeitsunfall.

Mit Olaf Tufte verliert der Rudersport eine prägende Persönlichkeit, die über mehr als zwei Jahrzehnte die internationale Skullszene mitprägte. Der Norweger nahm zwischen 1996 und 2021 an sieben Olympischen Spielen teil – eine außergewöhnliche Karriere, die ihresgleichen sucht. Seine größten Erfolge feierte Tufte im Einer. Bei den Olympischen Spielen 2004 in Athen gewann er Gold und wiederholte diesen Triumph vier Jahre später in Peking. Hinzu kamen eine Silbermedaille bei den Spielen 2000 in Sydney sowie Bronze 2016 in Rio de Janeiro. Auch auf Weltmeisterschaftsebene gehörte Tufte über viele Jahre zur absoluten Weltspitze und gewann zwei Weltmeistertitel sowie weitere Medaillen. Unvergessen bleiben auch seine packenden Duelle mit dem deutschen Ausnahme-Ruderer Marcel Hacker. Über viele Jahre lieferten sich beide einige der denkwürdigsten Einer-Rennen ihrer Generation und prägten damit eine Ära des internationalen Rudersports. Die Nachricht von Tuftes Tod löste auch bei Hacker große Bestürzung aus, der sich tief erschüttert über den Verlust seines langjährigen sportlichen Weggefährten zeigte. 

Selbst mit 45 Jahren gehörte der Ausnahmeathlet noch zur norwegischen Nationalmannschaft und belegte bei den Olympischen Spielen in Tokio 2021 mit dem Doppelvierer den neunten Platz. Seine außergewöhnliche Ausdauer, sein unermüdlicher Trainingsfleiß und seine Bodenständigkeit machten ihn weit über den Rudersport hinaus zu einem Vorbild.

Der norwegische Ruderverband würdigte Tufte als außergewöhnlichen Menschen und Familienvater, der dem Rudersport unermüdlich gedient habe. In seiner Mitteilung beschreibt der Verband ihn als eine prägende Persönlichkeit des Rudersports mit einem unstillbaren Willen, sich und den Sport stetig weiterzuentwickeln. Besonders bewegend ist der Hinweis, dass Tufte noch am vergangenen Freitag am Leistungszentrum Årungen junge Athletinnen und Athleten betreute, die Norwegen in diesem Sommer international vertreten werden. „Wie immer war Olaf voller positiver Energie. Dass er nun nicht mehr unter uns ist, ist schlicht unbegreiflich“, heißt es in der Erklärung des norwegischen Verbandes.

Auch Norwegens Ministerpräsident Jonas Gahr Støre würdigte Tufte als einen der größten Sporthelden des Landes. Er habe Norwegen unzählige Momente der Freude geschenkt, sei einer der erfolgreichsten Ruderer der Geschichte des Landes und für viele Menschen ein großes Vorbild gewesen.

Mit Olaf Tufte verliert die internationale Ruderfamilie nicht nur einen herausragenden Olympiasieger, sondern auch einen Sportler, der Generationen von Ruderinnen und Ruderern inspirierte. Sein Name wird untrennbar mit dem olympischen Rudersport verbunden bleiben.

Der Deutsche Ruderverband spricht seiner Ehefrau Aina, seinen beiden Kindern, seiner gesamten Familie sowie dem Norges Roforbund und der gesamten norwegischen Ruderfamilie sein tief empfundenes Mitgefühl aus.