12. Febr. 2026 | Verband

Sitzung des Arbeitskreises Ruderreviere und Umwelt in Koblenz-Ehrenbreitstein

Auf dem Foto von links nach rechts: Dr. Thomas Haarhoff (DRV, LRV Schleswig-Holstein und Brandenburg), Ingrid Ehwalt (LRV Berlin), Detlef Ostheimer (LRV Baden-Württemberg), Angela Haupt (DRV, LRV Berlin), Dr. Bernhard Trui (DRV Fachressort Wanderrudern, LRV Sachsen), Ottfried Milzer und Manfred König (beide LRV Rheinland), vorne Ulrich Rothe (LRV Hamburg), Ludwig Martin Büttner (DRV, Bayerischer RV, Michael Stoffels (DRV und NW RV).

Unter der Leitung von Michael Stoffels trafen sich die Vertreter des Fachressorts und die Landesvertreter für Ruderreviere und Umwelt in der Jugendherberge Festung Ehrenbreitstein Koblenz zum jährlichen Arbeitskreis. Leider fehlten krankheitsbedingt recht viele Vertreter.

 

Das wichtigste Thema war das Beteiligungsverfahren zur geplanten Sportboot-Verordnung des Bundes-Verkehrsministeriums (BMV). Zusammen mit den anderen im DOSB vertretenen Wassersportverbänden hat sich der Deutsche Ruderverband gegen die geplante Ausweitung der amtlichen Prüfung und Vergabe für Sportbootführerscheine weg vom jahrzehntelang etablierten Deutschen Motoryachtverband (DMYV) und dem Deutschen Segler-Verband (DSV) zu amtlichen anerkannten Verbandsscheinen gewandt. Bei der BOOT 2026 in Düsseldorf war den Verbänden signalisiert worden, dass das BMV seinen Verordnungsentwurf beibehalten will. Die Wassersportverbände, insbesondere auch Kanuten und Ruderer als muskelbetriebene Wassersportarten befürchten eine weitere Qualitätsverschlechterung bei den motorgetriebenen Wasserfahrzeugen.

Aber andere Bestandteile des Entwurfes sind für Rudern und Kanusport gefährlich: Eine sehr bürokratisch gehaltene Verkettung von Paragraphen für die Vermietung von Sportbooten - auch ohne Gewinnerzielungsabsicht - fordert Hersteller-Zertifikate und eine Mindestausrüstung auch für die in der EU-Sportboot-Richtlinie 2013/53 ausgenommenen Kanus und Kajaks und "ausschließlich für Rennen bestimmte und vom Hersteller  entsprechend gekennzeichnete Wasserfahrzeuge, einschließlich Rennruderbooten und Trainingsruderbooten im Unterschied zu Angelkähnen) mit der Androhung von Ordnungswidrigkeitenverfahren bei Nichtbeachtung. 

 

Eine Umsetzung in dieser Form würde das Ende des Verleihs von Wander- und Rennruderbooten zwischen den Vereinen und ganz streng genommen sogar innerhalb der Vereine bedeuten.

Die Stellungnahmen des Deutschen Ruderverbandes und des Deutschen Kanu-Verbandes wehren sich gegen dieses bürokratische Monster.

 

Referentenentwurf und Stellungnahmen zur SportbootVO

 

Das Beteiligungsverfahren für eine Befahrensverordnung des BMV im Einvernehmen mit dem Bundes-Umweltministerium für die Fulder und Ilmen Aue zwischen Ingelheim und Bingen am Mittelrhein ist ein Musterverfahren zwischen konsequenten Naturschutz mit der Forderung nach einem kompletten Befahrensverbot für alle Sportboote mit der Abwägung weniger Ausnahmen auch zur Wahrung des sozialen Friedens in der Region. Eine Entscheidung steht noch aus.

 

Dr. Jan Wiederhold von der in Koblenz sesshaften Bundesanstalt für Gewässerkunde stellte in seinem Gastvortrag die zahlreichen Aufgaben dieser Behörde des BMV vor. Über die Pegeldaten des Bundes hinaus gibt es auch zahlreiche andere für Wassersportler interessante Messreihen (Temperaturen, Gewässerqualität).

 

Aus den Landesverbänden gab es Berichte über die trotz jahrelanger Bemühungen des Bayerischen Ruderverbandes, die Passage in Donauwörth mit dem Projekt "City River" für Ruderboote und das Touristenschiff "Ulmer Schachtel" baulich sicher umzugestalten, eine misslungene bauliche Umsetzung.  Bei der Eröffnungsveranstaltung havarierten zwei Ruderboote, eins davon mit Totalschaden.

In Hamburg wird eine U-Bahn-Baumaßnahme jahrelang die Passage des Goldbekkanals mit Ruderbooten behindern.

 

Nicht nur in Frankreich selbst, sondern auch an den internationalen Schifffahrtsstraßen Mosel und Oberrhein sowie bei Basel wird das Schleusen und damit Befahren einiger Flüsse immer schwieriger. Hierzu wird das Fachressort eine Initiative starten, um mit einer Erklärung des Bundesverkehrsministeriums zu (äußerst niedrigen) Unfallzahlen auf den Bundeswasserstraßen und der Zulassung muskelgetriebener Booten in Schleusen zu einer Erleichterung bei den erforderlichen Genehmigungen gegenüber ausländischen Schleusenbetreibern bzw. Behörden zu kommen.

 

Diese und andere Nachrichten werden weiterhin im Gewässerkatalog des Deutschen Ruderverbandes eingepflegt.

 

Für die Aufgabe Klimaschutz und Nachhaltigkeit bildet sich im Fachressort eine neue Arbeitsgruppe, die mit Unterstützung der Projekte des Deutschen Kanu-Verbandes und des Deutschen Olympischen Sportbundes für den DRV ein Programm aufstellen wird. Interessenten für ehrenamtliche Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen können sich bei Michael Stoffels melden (michael.stoffels@rudern.de). 

Michael Stoffels

Vorsitzender des Fachressorts Ruderreviere, Technik, Umwelt und Klima

Mobil
+49 174 2936098