29. Sep 2026 | Nationalmannschaft | von Deutscher Ruderverband

Zwei Goldmedaillen und Bronze bei der Sprint-Premiere in Shanghai

Alexandra Föster gewinnt Gold (Bild: Worldrowing)
Bronze für Gränitz und Heinrich (Bild: Worldrowing)
Frühes Aus für Oliver Zeidler im Viertefinale (Bild: Worldrowing)
Wibberenz und Gutfleisch unterliegen den Weltmeisterinnen im Viertelfinale (Bild: Worldrowing)
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Die deutsche Nationalmannschaft hat bei den erstmals ausgetragenen World Rowing Shanghai Sprints einen erfolgreichen Auftritt hingelegt. Auf dem Suzhou Creek im Herzen der chinesischen Metropole gewann Alexandra Föster Gold im Frauen-Einer. Der deutsche Mixed-Achter sicherte sich ebenfalls den Titel, während Tom Gränitz und Felix Heinrich im Männer-Doppelzweier Bronze holten.

Das neue Wettkampfformat stellte die Athletinnen und Athleten vor besondere Herausforderungen. Statt der klassischen 2.000 Meter wurden die Rennen über lediglich 500 Meter und im direkten Duell ausgetragen. Neben Explosivität und hoher Endgeschwindigkeit waren auf der lang gezogenen Kurve des Suzhou Creek auch präzises Steuern, taktisches Geschick und die unmittelbare Reaktion auf den jeweiligen Gegner gefragt.


Historisches Gold für Alexandra Föster

Alexandra Föster präsentierte sich vom ersten Rennen an in ausgezeichneter Form. Auf dem Weg ins Finale setzte sie sich unter anderem gegen die US-Amerikanerin Sophia Vitas durch. Vitas durfte nach ihrer schnelleren Viertelfinalzeit die Innenbahn wählen, doch Föster nutzte den versetzten Start und baute ihren Vorsprung früh aus. Die Amerikanerin kämpfte bis zum Schluss, konnte den Abstand jedoch nicht mehr entscheidend verkürzen.

Auch im entscheidenden Rennen bewies Föster ihre Klasse und sicherte sich den Sieg im Frauen-Einer. Damit gewann sie nicht nur die erste deutsche Goldmedaille des Wochenendes, sondern zugleich den ersten Titel in der Geschichte des neuen Veranstaltungsformats.


Bronze für Gränitz und Heinrich

Im Männer-Doppelzweier belohnten sich Tom Gränitz und Felix Heinrich mit der Bronzemedaille. Im Halbfinale hatte das deutsche Boot nach einer anfänglichen Führung durch einen Steuerfehler noch den Einzug in das Goldfinale verpasst. Im Rennen um Platz drei meldete sich das Duo jedoch eindrucksvoll zurück.

Deutschland erwischte gegen Cedar Cunningham und Jacob Plihal aus den USA den besseren Start. Während es bei der amerikanischen Crew in den ersten Schlägen zu Unruhe kam, steuerten Gränitz und Heinrich auf der Innenbahn eine enge Linie entlang der Bojen. Die US-Amerikaner fanden anschließend ihren Rhythmus und kämpften sich bis zur Streckenhälfte wieder heran.

Auf den letzten 100 Metern waren beide Boote nahezu gleichauf. Gränitz und Heinrich mobilisierten noch einmal alle Kräfte und retteten einen hauchdünnen Vorsprung über die Ziellinie. In 1:31,20 Minuten sicherten sie Deutschland die Bronzemedaille.


Viertelfinal-Aus für Oliver Zeidler

Für Oliver Zeidler endete der Wettbewerb im Männer-Einer bereits im Viertelfinale. Der amtierende Weltmeister kam in dem für ihn ungewohnten Boot nicht wie erhofft zurecht und musste sich Konan Pazzaia aus Irland geschlagen geben.

Pazzaia startete schnell und verschaffte sich früh einen Vorsprung. Zeidler steigerte sich im Rennverlauf und setzte auf den letzten Metern zu einer starken Aufholjagd an. Auf der kurzen Strecke blieb ihm jedoch nicht mehr genügend Zeit, den Iren einzuholen. Pazzaia gewann das Rennen in 1:37,95 Minuten.

Auch im Mixed-Doppelzweier traten Föster und Zeidler gemeinsam an. Die deutsche Kombination erreichte die K.-o.-Runde, musste sich dort den späteren Siegern vom World-Team ganz knapp geschlagen geben und konnte somit nicht in den Kampf um die Medaillen eingreifen. 


Wibberenz und Gutfleisch fordern die Weltmeisterinnen

Sarah Wibberenz und Lisa Gutfleisch trafen im Viertelfinale des Frauen-Doppelzweiers auf die irischen Weltmeisterinnen Zoe Hyde und Mags Cremen. Das deutsche Duo lieferte den favorisierten Gegnerinnen zunächst ein enges Rennen.

Die auf der Innenbahn gestarteten Irinnen übernahmen erst ungefähr bei der Streckenhälfte die Führung. Anschließend vergrößerten sie ihren Vorsprung bis ins Ziel und entschieden das Duell in 1:41,43 Minuten für sich.


Mixed-Achter gewinnt zweites deutsches Gold

Am zweiten Wettkampftag sorgte der deutsche Mixed-Achter für den nächsten Höhepunkt. Das Team zeigte bereits in den ersten Runden starke Leistungen und behauptete sich auf der anspruchsvollen, kurvenreichen Strecke.


Besonders dramatisch verlief das Halbfinale gegen die Niederlande. Beide Boote lieferten sich bis zur Ziellinie ein Duell auf Augenhöhe, das Deutschland mit einem Vorsprung von lediglich 0,04 Sekunden für sich entschied. Im Finale bestätigte die Mannschaft ihre Leistung und gewann die zweite deutsche Goldmedaille des Wochenendes. Im erfolgreichen Boot saßen Sarah Wibberenz, Lisa Gutfleisch, Luise Bachmann, Tabea Schendekehl, Tom Gränitz, Felix Heinrich, Olaf Roggensack und Theis Hagemeister. Gesteuert wurde der Achter von Florian Koch.

Durch diesen Erfolg durften sich auch die beiden Bronzemedaillengewinner Gränitz und Heinrich noch über Gold freuen. Insgesamt kehrten damit zehn der elf deutschen Aktiven mit mindestens einer Goldmedaille aus Shanghai zurück.


Teamgeist als Grundlage des Erfolgs

Einen wichtigen Anteil am erfolgreichen Auftritt hatte die Betreuung durch Heino Zeidler. Mit großem persönlichen Engagement und viel Motivation unterstützte er die Mannschaft während des gesamten Aufenthalts. Seine Vorstellung davon, Rudern nicht nur als individuellen Leistungssport, sondern auch als gemeinschaftliches Erlebnis zu leben, prägte das deutsche Team in Shanghai. Neben den sportlichen Leistungen zeichneten vor allem der Zusammenhalt, die gegenseitige Unterstützung und die Freude am gemeinsamen Wettkampf die Mannschaft aus. Diese positive Atmosphäre bildete eine wichtige Grundlage dafür, dass die Athletinnen und Athleten ihre Leistung in den entscheidenden Rennen abrufen konnten.


Erfolgreiche Premiere für das deutsche Team

Mit zwei Goldmedaillen und einer Bronzemedaille fällt die Bilanz der deutschen Mannschaft bei der Premiere der World Rowing Shanghai Sprints äußerst positiv aus. Die Athletinnen und Athleten bewiesen, dass sie auch in einem völlig neuen Wettkampfformat zur internationalen Spitze gehören.


Gleichzeitig zeigte die Veranstaltung, welches Potenzial kurze Rennen, direkte Duelle und eine urbane Kulisse für die Präsentation des Rudersports besitzen. Die 500-Meter-Distanz und die ungewöhnliche Streckenführung sorgten für spannende Entscheidungen und verlangten den Teilnehmenden sportlich wie taktisch alles ab.

Zwei Titel, eine Bronzemedaille, großer Zusammenhalt und viele besondere Momente: Die deutsche Nationalmannschaft hinterließ in Shanghai sportlich und als Team einen starken Eindruck.