Zwölf Chancen auf Edelmetall: DRV blickt auf den Finaltag in Kruszwica
Nach einem turbulenten Auftakt richtet sich bei den U23-Europameisterschaften im polnischen Kruszwica der Blick auf die Medaillenentscheidungen. Am morgigen Sonntag, 6. September, ist der Deutsche Ruderverband in zwölf A-Finals und vier B-Finals vertreten. Zusätzlich zu den 14 am Samstag gestarteten Booten gehen ein Mixed-Doppelzweier und ein Mixed-Achter ins Rennen. Die deutschen Einsätze beginnen um 8:35 Uhr und enden mit dem Mixed-Achter um 14:27 Uhr.
Der Samstag hatte den Mannschaften einiges an Anpassungsfähigkeit abverlangt. Eine klemmende Startbrücke führte dazu, dass ein Großteil der Vorläufe als Zeitläufe ausgetragen wurde. Erst die Halbfinals am Nachmittag fanden wieder im gewohnten direkten Vergleich statt. Für den Finaltag hoffen die Aktiven nun auf einen reibungslosen Ablauf – in einer freundlichen und charmanten Regattaatmosphäre, die trotz der Herausforderungen den ersten Wettkampftag prägte.
Besondere Aufmerksamkeit gilt den beiden deutschen Weltmeisterbooten. Naveen Shah (Ruderverein Kurhessen-Cassel) und Maximilian Rühling (Mainzer Ruder-Verein von 1878) bestreiten ihr Finale im Leichtgewichts-Männer-Doppelzweier um 10:53 Uhr. Die U23-Weltmeister von Duisburg gewannen den Vorlauf souverän vor Italien und Polen. Gegen dieselben beiden Mannschaften wollen sie nun auch im entscheidenden Rennen vorne liegen.
Nathalie Sendjuk (Ruderklub am Wannsee) greift um 14:03 Uhr nach einer weiteren internationalen Medaille. Die U23-Weltmeisterin im Leichtgewichts-Frauen-Einer setzte sich am Samstag ebenfalls im Bahnverteilungsrennen durch. Mit 3,13 Sekunden Vorsprung auf die Italienerin Melissa Schincariol legte sie einen vielversprechenden Auftakt hin. Im Finale trifft sie außerdem auf Konkurrenz aus Kroatien und Polen sowie auf die unter neutraler Flagge startende Maryia Barysevich.
Auch die weiteren deutschen Leichtgewichtsboote haben sich eine gute Ausgangsposition erarbeitet. Jette Lisdat (Hannoverscher Ruder-Club von 1880) und Melina Reinke (Neusser Ruderverein) starten um 11:05 Uhr im Leichtgewichts-Frauen-Doppelzweier. Nach Platz zwei im Bahnverteilungsrennen hinter Griechenland wollen sie erneut vor Italien und der Ukraine bleiben. Reinke hatte bei der U23-WM mit Charlotte Bergmann Bronze gewonnen. Luca Britten (Saarbrücker Rudergesellschaft Undine) bestreitet um 13:51 Uhr das Finale im Leichtgewichts-Männer-Einer. Der WM-Achte qualifizierte sich als Zweiter seines Vorlaufs für das Medaillenrennen.
Mit zwei überzeugenden Auftritten hat sich der Männer-Doppelzweier für das Finale um 12:05 Uhr empfohlen. Jakob Rastetter (Hanauer Ruderclub Hassia) und Jesse Ilsemann (Ruder-Gesellschaft „Hansa“) gewannen zunächst ihren Vorlauf und wurden anschließend Zweite des Halbfinals hinter Frankreich. Rastetter bringt WM-Silber aus dem Doppelvierer mit, Ilsemann wurde in Duisburg im Einer Fünfter. Im EM-Finale warten neben Frankreich auch Italien, Lettland, die Schweiz und die Türkei.
Bereits um 11:53 Uhr treten Hannah Frenkler (Ruder-Club Tegel 1886) und Anna Schiefer (Deutscher Ruder-Club von 1884) im Frauen-Doppelzweier an. Nach dem zweiten Platz im Vorlauf treffen sie im Finale auf Griechenland, Litauen, Estland, Tschechien und Belgien.
Den Auftakt der deutschen Medaillenrennen übernehmen um 10:17 Uhr Florentina Riffel und Michelle Lebahn (beide Ruder-Club Potsdam) im Frauen-Zweier ohne Steuerfrau. Riffel gewann bei der U23-WM Bronze im Achter und will nun gemeinsam mit Lebahn im Kleinboot angreifen. Zwölf Minuten später folgt der Männer-Vierer ohne Steuermann mit Collin Liebe (Bessel-Ruder-Club), Moritz Bitz (Marbacher Ruderverein von 1920), Julius Watzka (Stuttgart Cannstatter Ruderclub von 1910) und David Kalle (Ruderclub Westfalen Herdecke 1929). Beide deutschen Mannschaften erreichten ihre Finals als Vorlaufzweite.
Um 10:41 Uhr ist der Frauen-Vierer ohne Steuerfrau gefordert. Tabea Koop (Ruderclub Rapid Berlin), Sara Grauer (Ruderverein Münster von 1882), Raphaela Werner (Mainzer Ruder-Verein von 1878) und Helena Wegener (Ruderklub am Wannsee) belegten im Bahnverteilungsrennen hinter Rumänien und Österreich Rang drei. Diesen Platz wollen sie im Finale mindestens bestätigen. Der Frauen-Achter geht nach Platz zwei im Vorlauf um 12:17 Uhr ins Medaillenrennen.
Zum Abschluss stehen zwei Mixed-Finals mit deutscher Beteiligung an. Im Mixed-Doppelzweier treten um 14:15 UhrJesse Ilsemann und Anna Schiefer gemeinsam an. Für beide ist es der zweite Finalstart des Tages. Gegner sind Moldau, Italien, Rumänien und Griechenland.
Der Mixed-Achter beendet um 14:27 Uhr das deutsche Wettkampfprogramm. Helena Wegener, Raphaela Werner, Julius Watzka, Moritz Bitz, Carl Sgonina, Justus Beckmann, Florentina Riffel und Michelle Lebahn bilden gemeinsam mit Steuerfrau Magdalena Hallay die Mannschaft. Auch für diese Besetzung gilt es, nach den Einsätzen in den anderen Bootsklassen noch einmal die Kräfte zu bündeln. Im Sechs-Boote-Feld warten Rumänien, Tschechien, Italien, die Ukraine und Österreich.
Zuvor kämpfen vier deutsche Boote in den B-Finals um einen versöhnlichen Abschluss. Den Anfang machen um 8:35 Uhr Justus Beckmann und Carl Sgonina im Männer-Zweier ohne Steuermann. Es folgen der Männer-Doppelvierer um 8:40 Uhr, Mads Schmied im Männer-Einer um 9:00 Uhr und Pauline von Hobe-Gelting im Frauen-Einer um 9:05 Uhr.
Mit zwölf Booten in den Medaillenentscheidungen bietet der Sonntag dem DRV zahlreiche Chancen auf einen erfolgreichen EM-Abschluss. Die Weltmeisterboote haben ihre Ambitionen bereits unterstrichen; nun müssen sie und die weiteren deutschen Finalisten ihre Leistungen im entscheidenden Rennen bestätigen.