23. Febr. 2026 | Hochschule | von Daniel Riechmann, 1.Vorsitzender Marburger Ruderverein

Marburger Ruderteam startet mit umfassender Leistungsdiagnostik an der Uni Marburg in die neue Saison

v.l. Janis Zemke (Trainingswissenschaftler), Trainer Nils Nagel, Athletin Julia Becht (Bild Riechmann)
v.l. Christin Anbaum, Janis Zemke (beide Trainingswissenschaft), Athletin Julia Becht, Trainer Nils Nagel (Bild Riechmann)
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Marburg. Das Ruderteam der Philipps-Universität Marburg hat mit einer mehrtägigen Leistungsdiagnostik die Vorbereitung auf die kommende Wettkampfsaison begonnen. Unter der Leitung von Teamleiter Daniel Riechmannund Trainer Nils Nagel wurden dabei sämtliche sportlichen Fähigkeiten der Athletinnen und Athleten systematisch überprüft. Die Ergebnisse zeigen, dass die Mannschaften an die sportlich erfolgreichen Monate des vergangenen Jahres anknüpfen können.

Wissenschaft und Leistungssport Hand in Hand

Im Marburger Rudersport ist professionelle sportwissenschaftliche Begleitung seit vielen Jahren Tradition. Trainer und Athletinnen setzen auf datenbasierte Trainingsteuerung. Unter der Leitung von Dr. Matthias Hoppen und Christin Ambaum wurden in den neuen Laboren der Trainingswissenschaft der Universität zahlreiche leistungsphysiologische Messungen durchgeführt: Neben der maximalen Sauerstoffaufnahme (VO₂max), der Leistung an der Laktatschwelle und der maximalen Laktatbildungsrate wurden auch Kraftprofile, Herzfrequenzverläufe und Körperzusammensetzungen ermittelt.

„Die Leistungsdiagnostik ist ein zentraler Baustein, um Training individuell anzupassen und die Athletinnen und Athleten gezielt auf die Saison vorzubereiten“, erklärt Trainer Nils Nagel. „Die Daten zeigen uns genau, an welchen Punkten wir ansetzen müssen – sei es im Ausdauerbereich, in der Maximalkraft oder der Technik.

Vorbereitung auf die Regattasaison

Für die knapp 40 Athletinnen und Athleten markiert die Diagnostik den Startschuss in eine intensive Trainingsphase. Bereits im Frühjahr stehen Trainingslager und Regatten auf dem Programm, bei denen die Ergebnisse der Sporttests in der Praxis umgesetzt werden sollen. Die Motivation für die anstehende Wettkampfperiode speist sich nicht zuletzt aus dem erfolgreichen Vorjahr. Das Ruderteam aus Marburg hatte bei der Deutschen Hochschulmeisterschaft starke Leistungen gezeigt und sich bei den Rhine-Ruhr Games, der internationalen Studierenden-Olympiade, in mehreren Rennen erfolgreich behauptet. Der größte Erfolg im Jahr 2025 war der Europameistertitel von Lucas Schäfer. Diese Erfolge haben das Selbstvertrauen der Teams gestärkt und den Anspruch gefestigt, auch in Zukunft auf nationaler und internationaler Ebene konkurrenzfähig zu bleiben.

Uni und Ruderverein in einem Boot

„Die enge Zusammenarbeit von Universität und Marburger Ruderverein zeigt, wie fruchtbar die Verbindung zwischen Wissenschaft und Vereinssport sein kann“, betont Daniel Riechmann, der zugleich Vorsitzender des Marburger Rudervereins ist. „Marburg etabliert sich damit einmal mehr als Standort mit sportwissenschaftlicher Expertise und hoher Leistungsorientierung im Rudersport.“

Dr. Jens Kruse, Leiter des Zentrums für Hochschulsport betont, wie wichtig eine solche Diagnostik für die langfristige Entwicklung der Teams ist. Er erklärt, dass nur mit präzise erhobenen Daten individuelle Stärken sichtbar werden und Trainingspläne so gestaltet werden können, dass jede Sportlerin und jeder Sportler optimal gefördert wird. Die Ergebnisse der Tests lieferten nach seinen Worten ein „deutliches Signal“, dass sich die Marburger Mannschaften auf einem sehr guten Weg befinden.

Mit den Ergebnissen der Leistungsdiagnostik im Rücken beginnt nun die detaillierte Vorbereitung auf die nächste Wettkampfsaison. Geplant sind unter anderem ein technikorientiertes Trainingslager, umfangreiches Wassertraining zur Verbesserung der Mannschaftskoordination, sowie eine präzise abgestimmte Athletikarbeit auf Grundlage der erhobenen Daten. Trainer Nils Nagel betont, dass die kommenden Wochen entscheidend dafür sein werden, wie stark sich die Teams bis zum Saisonauftakt im April weiterentwickeln können.

Die Stimmung innerhalb des Teams ist ausgesprochen positiv. Die Athletinnen und Athleten blicken mit großer Spannung auf die Saison und sind fest entschlossen, die starke Position des Marburger Rudersports weiter auszubauen. Kurz vor Beginn der Wettkampfsaison ist eine zweite Testbatterie geplant.

Ein weiterer wichtiger Faktor für die positive Entwicklung der Marburger Ruderinnen und Ruderer ist die enge Zusammenarbeit zwischen der Universität und dem Verein in der Ausbildungsarbeit. Eine Woche vor dem Trainingslager der Uni-Mannschaft wird es einen einwöchigen Einstiegskurs in den Rudersport geben. Nach Aussagen von Daniel Riechmann ist diese Zusammenarbeit das Geheimnis hinter dem langjährigen Erfolg.

Doch noch vor dem Trainingslager findet der erste Wettkampf der Saison statt. Am kommenden Wochenende startet das Team bei den Deutschen Hochschulmeisterschaften im Ergometerrudern in Düsseldorf