29. Sep 2022 | Verband | von Deutscher Ruderverband

Noch vier Wochen bis zum 66. Außerordentlichen Deutschen Rudertag 2022

Nur noch vier Wochen bis zum Rudertag in Hannover und es sieht gut aus: Die Planungen zur Strukturreform des Deutschen Ruderverbandes sind abgeschlossen. Die neue DRV-Struktur und Satzung wurden auf mehreren Dialogforen intensiv diskutiert, verbessert und abstimmungsreif erstellt. Somit fehlt nur noch eines: Ihre Anmeldung zum 66. Außerordentlichen Deutschen Rudertag am 29. Oktober 2022 in Hannover.

Vor dem Blick nach vorn, ein Blick zurück: Im Oktober letzten Jahres, beim Rudertag in Schweinfurt, erhielt das frisch gewählte DRV-Präsidium von den Delegierten den Auftrag, eine umfassende Strukturreform einzuleiten. Dank der Strukturkommission unter Leitung von Dr. Martina Schott und der Satzungs-AG, geführt von Dr. Lars Koltermann, ist es nun so weit: sowohl die neue Struktur als auch die neue Satzung sind fertig und bereit zur Präsentation und Abstimmung.

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Bei der Erarbeitung blickten alle Beteiligten mehrfach über den Tellerrand: So wurden die Organisationsstrukturen und Satzungen nationaler und internationaler Verbände (insbesondere DOSB, verschiedene LSB, Kanu, Hockey, Badminton, Schwimmen, Sportschützen, Alpenverein, Swiss Rowing, Australian Sport Commission) untersucht, bewertet und Bewährtes in die neue DRV-Struktur übernommen. Auch Fachliteratur, die Vorgaben von den Zuschussgebern insbesondere vom Bundesministerium des Innern (BMI), PotAS-Analyse, der aktuellen Rechtsprechung, des Gesetzgebers und Compliancevorgaben wurden berücksichtigt.

Was erwartet nun die Teilnehmer und Ruder-Deutschland? Was wird neu, was bleibt? Hier kommen die Antworten.

Das wird neu:
Der Vorstand nach §26 BGB wird hauptamtlich und ein ehrenamtliches Präsidium mit neuem Zuschnitt und Funktion eingeführt. Das neue Präsidium wird um operative Aufgaben entlastet, um mehr Raum für die Entwicklung von Strategien und Zielformulierungen zu erhalten. Es beaufsichtigt die Wahrnehmung der Verbandsaufgaben und Interessen der Mitglieder des DRV durch den Vorstand.

Das Präsidium kann jederzeit Spezialisten einladen, um sich temporär zu bestimmten Themen beraten zu lassen. Bei längerfristigem Bedarf kann das Präsidium strategische Projekte aufsetzen.

Was auffällt: Das neue Präsidium hat keine zugeordneten Aufgaben mehr.
Die Gründe dafür sind:

  • Good Governance - volle Kontrolle durch alle Präsidiumsmitglieder
  • alle Präsidiumsmitglieder sind für die Gesamtorganisation verantwortlich
  • hohe Flexibilität, da Aufgaben jeweils kompetenzbezogen übernommen werden können
  • Qualitätssteigerung, da gemeinsam Lösungen entwickelt werden
  • Präsidium kann sich jederzeit beraten lassen und Arbeitsgruppen zur Unterstützung einrichten

Arbeiten enger zusammen: Ehrenamt und Hauptamt
Mit Änderung der Aufgabenstellung des Präsidiums - weg vom operativen Geschäft - scheiden die Fachressortvorsitzenden aus der Präsidiumsfunktion aus und bilden zusammen mit dem Hauptamt die operative Ebene des Verbandes ab. Die Vorsitzenden der Fachressorts werden - wie gehabt - von einem Vorsitzenden geleitet, der nun vom Präsidium im Einvernehmen mit dem Vorstand bestellt wird.  Die Fachressorts arbeiten operativ, projektbezogen sowie auf Augenhöhe mit dem hauptamtlichen Vorstand sowie den DRV-Mitarbeiter*innen zusammen.

Oft kam in den vielen Dialogforen die Frage auf, warum die Fachressortleitungen nicht mehr wie sonst alle zwei Jahre beim Rudertag gewählt werden, sondern jederzeit bei Bedarf bestellt werden können.
Die Gründe dafür liegen auf der Hand:

  • schnelle Einrichtung eines Fachressorts
  • bei Bedarf leichte Nachbesetzung
  • zeitnahe Umsetzungen von aktuellen Themen und Projekte
  • kein langes Abwarten bis zum nächsten Rudertag nach Ausscheiden eines Fachressortleitenden
  • höhere Transparenz bei der Besetzung der Leitungsfunktion durch Ausschreiben von Stellen, auf die sich Interessierte bewerben können
  • flexibler Einstieg ins ehrenamtliche Engagement durch Wegfall der Wahl beim Rudertag
  • mehr beteiligte Personen, die eng mit den Fachressortleitenden zusammenarbeiten

Ruder-Deutschlands wäre nichts ohne seine teils weit über 100 Jahre alten Rudervereine und deren beeindruckenden Engagements. Daher wurden die Vereine und deren Wünsche beim „Neustart“ berücksichtigt:

Wo werden die Vereine berücksichtigt?

  • Rudertag
  • Wahl des Präsidiums
  • Länderrat
  • Fachressorts
  • Arbeitsgruppen und Projekte
  • Vereinspreis
  • Umweltzertifikat
  • Gesundheitssiegel
  • virtuelle und analoge Vereinsgespräche
  • direkter Kontakt mit dem Hauptamt
  • Öffentlichkeitsarbeit des Verbandes

Stärkung der Einbindung der Athleten
Die Athletenvertretung wird breiter aufgestellt: Sie besteht aus den Kadersprechern der verschiedenen Disziplingruppen. Zur Vertretung der Interessen und der fachlichen Belange der Aktiven bestehen in der DRV-Struktur zahlreiche fest verankerte Austausch- und Diskussionswege. Auf dem Rudertag haben alle Athletenvertreter Teilnahme- und Rederecht. Zudem sind die Bundeskaderathleten berechtigt, einen aktiven oder ehemaligen Bundeskaderathleten zur Wahl in das Präsidium auf dem Rudertag vorzuschlagen.

Was bleibt:
Nur weil manches neu und anders wird, bedeutet das nicht, dass alles schlecht oder veraltet ist. Im Gegenteil: Viele Strukturen, Gremien und Ausschüsse bleiben mit ihren Kompetenzen erhalten:

  • Rudertag
  • Deutsche Ruderjugend
  • Länderrat
  • Beirat Leistungssport
  • Ältestenrat
  • Rechtsausschuss
  • Regelkommission
  • Rechnungsprüfende

Die Vorteile im Überblick
Natürlich bedeuten Veränderungen zunächst Umstellung, Eingewöhnen und auch Fremdeln mit dem unbekannten Neuen. Doch wer nicht mit der Zeit geht, der geht mit der Zeit. Doch sowohl bei den Machern als auch bei den Teilnehmern der Dialogforen lagen am Ende der Diskussionen die Vorteile auf der Hand:

  • Themen und Ziele können leichter und schneller priorisiert werden
  • laufende Arbeiten können kontinuierlich analysiert und dokumentiert werden
  • geleistete Arbeit kann besser bilanziert werden
  • Zusammenarbeit und Prozesse werden optimiert
  • operative Projekte werden enger und effektiver verzahnt
  • intensiverer Austausch und mehr Synergieeffekte zwischen den einzelnen Einheiten
  • schnellere Richtungskorrektur bei möglichen Fehlentwicklungen
  • einfacheres Aufgreifen von neuen Themen

Gut zu wissen:
Die Entscheidung über die Struktur und Satzung haben keinen Einfluss auf die Organisation des Leistungssports, da dieser seit dem 65. Rudertag 2021 in Schweinfurt hauptamtlich geführt wird.

Die vorgeschlagene Struktur sowie die neue Satzung werden erst nach dem Rudertag 2024 wirksam, da durch die Wahl auf dem 65. Rudertag 2021 in Schweinfurt alle Wahlämter bis 2024 festgelegt sind. Das gilt auch für die Aufgabenzuordnung im Hauptamt sowie für die Rollenklärung zwischen den hauptamtlichen Mitarbeitenden und den Fachressorts, deren Entscheidungsbefugnisse und Zusammenarbeitsregeln ebenfalls bis 2024 geklärt werden.

Die endgültige Tagesordnung und die finalen Antragstexte für den 66. Außerordentlichen Deutschen Rudertag wurden am 16. September per Verbandsrundschreiben an die Mitgliedsvereine verschickt sowie veröffentlicht. Kurz gesagt: es ist alles vorbereitet, der 29. Oktober 2022 kann kommen.

Fehlt nur noch eure Anmeldung für den Rudertag im Toto-Lotto-Saal des Landessportbundes Niedersachsen - wir freuen uns auf eure Teilnahme und wegweisende Entscheidungen in Hannover!

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Cornelia Stampnik

Referentin Verbandsentwicklung

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