23. Juli 2026 | Nationalmannschaft | von Deutscher Ruderverband

DRV startet mit vier Vorlaufsiegen in die U23-Weltmeisterschaften in Duisburg

Mit einem erfolgreichen ersten Wettkampftag ist das deutsche Team in die U23-Weltmeisterschaften auf der Regattabahn Duisburg-Wedau gestartet. 17 deutsche Boote gingen in den Vorläufen und Bahnverteilungsrennen an den Start. Die Bilanz kann sich sehen lassen: Vier Vorlaufsiege, sieben direkte A-Finalqualifikationen sowie acht weitere Halbfinaleinzüge sorgen für eine vielversprechende Ausgangsposition vor den kommenden Renntagen. Lediglich der Frauen-Zweier ohne Steuerfrau und der Frauen-Vierer ohne Steuerfrau verpassten den Sprung in die Medaillenentscheidung und werden am Wochenende im C-Finale antreten.

Besonders erfreulich verlief der Auftakt für die deutschen Leichtgewichtsboote. Vor allem die von Julian Weber betreuten Mannschaften präsentierten sich in bestechender Form und untermauerten eindrucksvoll ihre Ambitionen auf Edelmetall. Aber auch in den offenen Bootsklassen überzeugten mehrere deutsche Crews mit starken Auftritten und wichtigen Vorlaufsiegen.

U23-Bundestrainer Dirk Brockmann: "Heute waren wirklich herausfordernde und wechselnde Bedingungen. Die Ergebnisse sind aber im Rahmen, überraschend für mich die Abstände im Frauen-Zweier und Frauen-Vierer. Das müssen wir analysieren, wie auch die Hebeleinstellungen. Da habe ich noch Verbesserungsbedarf gesehen. Positiv der Männer-Doppelzweier und Männer-Doppelvierer, die heute wirklich souverän ihr Leistungsvermögen abgeliefert haben. Auch die Leichtgewichts-Boote haben mich überzeugt.“

DRV Vorstand Leistungssport Robert Sens: “Die U23-WM ist in vollem Gange. Strammer Gegenwind in Duisburg. Nicht alle Teams sind super damit klar gekommen.  Starke Leistungen haben Nathalie Sendjuk im LW1x und der Männer-Doppelzweier und - Männer-Doppelvierer gezeigt. Nun heißt es für die Gesamtmannschaft, die Vorläufe zu analysieren und in den Turniermodus zu schalten.”

Jan Rothländer eröffnet die Heim-WM

Den ersten deutschen Start der Weltmeisterschaften absolvierte Jan Rothländer (Ruder-Club Bergedorf) im PR3-Männer-Einer. Für den von Claas Fischer betreuten Para-Ruderer ging es zunächst darum, sich auf internationalem Parkett zu präsentieren und Erfahrungen zu sammeln. Mit Rang fünf qualifizierte sich Rothländer für das A-Finale und darf dort erneut gegen die internationale Konkurrenz antreten.

Sendjuk setzt erstes Ausrufezeichen

Nur wenige Minuten später sorgte Nathalie Sendjuk (Ruderklub am Wannsee) für den ersten deutschen Vorlaufsieg der Titelkämpfe. Die Vorjahresmedaillengewinnerin im Leichtgewichts-Doppelzweier kontrollierte ihren Vorlauf im Leichtgewichts-Frauen-Einer nahezu über die gesamte Distanz. Vom Start weg fand die Berlinerin hervorragend ins Rennen und überzeugte mit einer technisch sauberen Vorstellung. Über die Streckenmitte kontrollierte sie das Feld, bevor sie auf den letzten 500 Metern den Sieg souverän absicherte und kontrolliert aus dem Streckenschlag ins Ziel fuhr.

Damit löste Sendjuk nicht nur souverän das Ticket für das A-Finale, sondern unterstrich gleichzeitig ihre Ambitionen auf eine Medaille am Sonntag. Trainer Julian Weber zeigte sich mit dem Auftritt entsprechend zufrieden.

Britten kämpft sich ins Halbfinale

Luca Britten (Saarbrücker Rudergesellschaft Undine) traf im Leichtgewichts-Männer-Einer auf ein äußerst stark besetztes Feld. Der von Diethelm Maxrath betreute Saarländer behauptete sich über die gesamte Strecke im Spitzenfeld und belegte Rang zwei. Damit qualifizierte sich Britten sicher für das Halbfinale und bleibt weiterhin im Rennen um den Einzug ins Finale. Gerade in einer Bootsklasse mit zahlreichen internationalen Medaillengewinnern stellt der zweite Platz eine gute Ausgangsposition für die kommenden Rennen dar.

Leichtgewichts-Doppelzweier dominiert den Vorlauf

Eine der stärksten Vorstellungen des gesamten deutschen Teams lieferten Naveen Shah (Ruderverein Kurhessen-Cassel) und Maximilian Rühling (Mainzer Ruder-Verein) im Leichtgewichts-Männer-Doppelzweier ab.

Das Duo legte sich unmittelbar nach dem Start an die Spitze des Feldes und bestimmte das Rennen von Beginn an. Bereits über die mittleren 1000 Meter bauten die beiden ihren Vorsprung kontinuierlich aus und ließen der Konkurrenz keine Chance mehr.

Im Ziel betrug der Vorsprung auf Polen beeindruckende 18 Sekunden. Mit diesem souveränen Vorlaufsieg qualifizierten sich Shah und Rühling direkt für das A-Finale und gehören nach dieser Vorstellung zu den heißesten Medaillenkandidaten. Trainer Julian Weber zog ein positives Zwischenfazit: „Gute Rennen, aus denen sich klare Aufgaben für die Finals ableiten lassen. Voller Fokus auf die A-Finals am Sonntag.“

Reinke und Bergmann sichern Finaleinzug

Auch Melina Reinke (Neusser Ruderverein) und Charlotte Bergmann (Limburger Club für Wassersport) durften sich über einen gelungenen Auftakt freuen. Im Bahnverteilungsrennen des Leichtgewichts-Frauen-Doppelzweiers belegte das deutsche Boot Rang drei und qualifizierte sich damit für das A-Finale. Nun gilt es, in den kommenden Tagen die optimale Bahn zu nutzen und im Finale um die Medaillen mitzukämpfen.

Paula Lutz überzeugt mit Platz zwei

Im Frauen-Einer zeigte Paula Lutz (Mannheimer Ruder-Club von 1875) eine reife Leistung. Die von Maximilian Pawlik betreute Mannheimerin behauptete sich in einem hochklassigen Vorlauf im Spitzenfeld und belegte Rang zwei. Damit steht Lutz im Halbfinale und darf weiter von einer Finalteilnahme träumen. Gegen zahlreiche internationale Medaillengewinnerinnen war dies ein wichtiger erster Schritt.

Jesse Ilsemann zieht souverän ins Halbfinale ein

Auch Jesse Ilsemann (Ruder-Gesellschaft Hansa) meisterte seine erste Aufgabe erfolgreich. Im größten Einer-Feld der gesamten Weltmeisterschaften fuhr der von Jan Suhrhoff betreute Skuller auf Rang zwei und qualifizierte sich damit sicher für das Halbfinale. Gegen den amtierenden Weltmeister und weitere internationale Spitzenathleten behauptete sich Ilsemann souverän und darf mit Zuversicht auf die kommenden Rennen blicken.

Frauen-Zweier verpasst Medaillenrennen

Weniger erfreulich verlief der Auftakt für Tabea Wittenburg und Tia Häusler (beide Landesruderverband Mecklenburg-Vorpommern). Das von Karsten Timm betreute Duo belegte in seinem Vorlauf Rang fünf und verpasste damit den Einzug in die Halbfinals. Für die beiden endet damit bereits früh die Hoffnung auf das Medaillenrennen. Am Wochenende werden sie im C-Finale noch einmal um eine möglichst gute Platzierung kämpfen.

Offenbacher Duo erreicht Halbfinale

Ensio Flöter und Ole Hanack (beide Ruderverein Hellas Offenbach) hielten im Männer-Zweier ohne Steuerfrau lange Kontakt zur Spitze ihres Vorlaufes. Am Ende belegte das von Ralf Hollmann betreute Boot Rang vier. Damit qualifizierte sich die Crew für das Halbfinale und wahrt weiterhin ihre Chance auf den Einzug in die Medaillenentscheidung.

Doppelzweier der Frauen bleibt im Medaillenrennen

Charlotte Luster (Hallesche-Ruder-Vereinigung Böllberg/Nelson) und Helena Brenke (Karlsruher Ruder-Verein Wiking) erwischten im Frauen-Doppelzweier einen ordentlichen Auftakt. Gegen starke internationale Konkurrenz belegte das von Maximilian Pawlik betreute Boot Rang drei und qualifizierte sich damit für das Halbfinale. Für die deutsche Crew ist damit weiterhin alles möglich. In einer der qualitativ am stärksten besetzten Bootsklassen der Weltmeisterschaften bleibt das Ziel Finaleinzug weiterhin in Reichweite.

Männer-Doppelzweier dominiert den Vorlauf

Für einen weiteren deutschen Höhepunkt sorgten Christian Aethner (Hallesche-Ruder-Vereinigung Böllberg/Nelson) und Tom Olbrich (Dresdner Ruderverein). Das von Tim Grohmann betreute Duo präsentierte sich vom ersten Schlag an äußerst souverän und gewann seinen Vorlauf im Männer-Doppelzweier Mit dem Sieg unterstrichen die beiden eindrucksvoll ihre Ambitionen in einer Bootsklasse mit 24 gemeldeten Booten. Der direkte Halbfinaleinzug verschafft der Crew zudem einen wertvollen Regenerationstag, bevor es um den Finaleinzug geht.

Frauen-Vierer ohne muss ins C-Finale

Keine Chance auf die Medaillen blieb dagegen dem Frauen-Vierer ohne Steuerfrau. Melisa Mujic (Ruderverein Wandsbek), Marie Gelbert (Weilburger Ruderverein), Helena Wegener (Ruderklub am Wannsee) und Tabea Koop (Ruderclub Rapid Berlin) belegten in ihrem Vorlauf Rang fünf. Die von Rick von Hooydonk betreute Mannschaft verpasste damit den Einzug in die nächste Runde und wird die Weltmeisterschaften im C-Finale beenden.

Männer-Vierer wahrt Finalchance

Besser lief es für den Männer-Vierer ohne Steuerfrau. Georg Rieck (Berliner Ruder-Club), Jakob Knapp (Berliner Ruder-Club), Johannes Benien (Ruderverein Dorsten) und Maximilian Brill (Rudergesellschaft Speyer 1883) erreichten unter der Betreuung von Mathias Helmkamp Rang drei ihres Vorlaufs.

Damit qualifizierte sich das Quartett für das Halbfinale und bleibt weiterhin im Rennen um den Finaleinzug. Nach einem kontrollierten Auftakt wird es nun darum gehen, sich im Halbfinale gegen die internationale Spitze durchzusetzen.

Frauen-Doppelvierer fährt solide ins A-Finale

Eine solide Vorstellung zeigte auch der Frauen-Doppelvierer. Ewa Victoria Grzimek (Neuköllner Ruderclub Berlin), Julia Stoeber (Kettwiger Rudergesellschaft), Pauline von Hobe-Gelting (Rudervereinigung Kappeln) und Charlotte Burgdorf (Ruderverein Weser Hameln) sicherten sich mit Rang drei ihres Vorlaufes direkt den Einzug ins A-Finale. Die von Tiago Loureiro betreute Mannschaft hielt sich über die gesamte Distanz im Kreis der besten Boote und darf nun am Wochenende um die Medaillen kämpfen.

Männer-Doppelvierer setzt Ausrufezeichen

Eine der beeindruckendsten Leistungen des gesamten ersten Wettkampftages zeigte der deutsche Männer-Doppelvierer. Jakob Rastetter (Hanauer Ruderclub Hassia), Paavo Tore Schewe (Olympischer Ruder-Club Rostock), Yannik Sens (Berliner Ruder-Club) und Mads Schmied (Ruder-Club Potsdam) dominierten ihren Vorlauf eindrucksvoll und fuhren ungefährdet zum Sieg.

Mit dieser Vorstellung setzte die Crew von Trainer Tim Schönberg ein deutliches Signal an die internationale Konkurrenz. Der Vorlaufsieg bedeutete zugleich den sicheren Halbfinaleinzug und unterstrich die berechtigten Hoffnungen auf eine Medaille bei diesen Weltmeisterschaften.

Frauen-Achter sammelt wichtige Erkenntnisse

Im Bahnverteilungsrennen des Frauen-Achters belegte Deutschland Rang drei. Charlotte Johnson (Frankfurter RG Germania), Lanea Estelle Rüter (Ruder-Club Tegel), Daniela Thiermann Estatuet (Der Hamburger und Germania Ruder Club), Julia Irmler (Ruder-Club Witten), Sara Grauer (Ruderverein Münster), Nike Tomma Utesch (Der Hamburger und Germania Ruder Club), Florentina Riffel (Ruder-Club Potsdam), Alina Krüger (Rudervereinigung Kappeln) sowie Steuerfrau Emma Lauri Mehner (Dresdner Ruder-Club) mussten den souveränen Siegerinnen aus den USA den Vortritt lassen.

Trotz des deutlichen Rückstands sammelte die von Catriona Sens betreute Mannschaft wichtige Erkenntnisse für das Finale und sicherte den dritten Platz souverän ab. 

Männer-Achter mit Steigerungspotenzial

Den Abschluss des ersten Wettkampftages aus deutscher Sicht bildete der Männer-Achter. Leon Gronbach (Rudergesellschaft Speyer 1883), Carl Sgonina (Dresdner Ruder-Club), Julius Kaim (Ruderriege TVK Essen), Lino Zastrow (USV TU Dresden), Felix Zeymer (Hallesche-Ruder-Vereinigung Böllberg/Nelson), Justus Beckmann (Ruderverein Bochum), Vinzent Kuhn (Ruderverein Münster), Leonardo Rosenquist (Ruder-Club Allemannia) und Steuerfrau Mia Wegele (Crefelder Ruder-Club) erreichten Rang drei ihres Vorlaufes.

Während Großbritannien an der Spitze früh davonzog, hielt die deutsche Crew auf der ersten Streckenhälfte zunächst Kontakt. Im weiteren Rennverlauf mussten die von Christian Viedt betreuten Athleten jedoch auch Neuseeland ziehen lassen. Trotz der ausbaufähigen Vorstellung steht der deutsche Achter im A-Finale und erhält dort die Gelegenheit, sich deutlich verbessert zu präsentieren.

Vier Vorlaufsiege als starkes Signal

Aus deutscher Sicht fällt die Bilanz des ersten Wettkampftages insgesamt positiv aus. Vier Vorlaufsiege, sieben direkte A-Finaleinzüge und acht weitere Halbfinalqualifikationen zeigen, dass sich die intensive Vorbereitung der vergangenen Wochen ausgezahlt hat.

Besonders die Leichtgewichtsboote von Trainer Julian Weber sowie die Vorlaufsieger im Männer-Doppelzweier und Männer-Doppelvierer setzten deutliche Ausrufezeichen. Gleichzeitig bieten die zahlreichen Halbfinalqualifikationen weiteren deutschen Booten die Chance, in den kommenden Tagen den Sprung in die Medaillenentscheidungen zu schaffen.

Damit startet das deutsche Team mit Rückenwind in die nächsten Wettkampftage der Heim-Weltmeisterschaften in Duisburg. Die Grundlage für ein erfolgreiches Wochenende mit zahlreichen Finalteilnahmen und Medaillenchancen ist gelegt.

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