U23-Weltmeisterschaften in Duisburg: 19 deutsche Boote kämpfen auf der Wedau um die Medaillen
Mehr als 600 der besten Nachwuchsruderinnen und -ruderer der Welt aus 49 Nationen kommen vom 23. bis 26. Juli 2026 zu den U23-Weltmeisterschaften nach Duisburg. Auf der traditionsreichen Regattabahn in Wedau treffen amtierende Titelträgerinnen und Titelträger auf internationale Debütanten und die nächsten großen Namen des Weltruderns.
Der Deutsche Ruderverband geht bei der Heim-WM mit 19 Booten an den Start. In mehreren Klassen gehören die deutschen Athletinnen und Athleten aufgrund ihrer Erfolge aus dem vergangenen Jahr zum erweiterten Kreis der Medaillenkandidaten. Besondere Aufmerksamkeit gilt den neuen Mixed-Wettbewerben, die in Duisburg erstmals im Programm einer U23-Weltmeisterschaft stehen.
U23-Bundestrainer Dirk Brockmann: „Zwei Jahre vor Olympia ist es immer schwer eine seriöse Prognose vor der U23-WM abzugeben. Ich bin aber wirklich gespannt auf die Rennen, denn die Teams haben in den letzten zwei Wochen wirklich einen Schritt nach vorne gemacht. Das Team an sich steht besser da, als ich es noch vor dem Trainingslager erwartet habe. Wir gehen mit einer gesunden Portion Selbstbewusstsein in die Rennen daher, ich freue mich wirklich auf die Rennen.“
Leichtgewichts-Frauen-Einer
Nathalie Sendjuk (Ruderklub am Wannsee) vertritt Deutschland im Leichtgewichts-Frauen-Einer. Die Deutsche gewann bei der U23-Weltmeisterschaft 2025 eine Medaille im Leichtgewichts-Doppelzweier und gehört damit auch bei ihrem Start im Einer zum Kreis der erfahrenen Athletinnen.
Favoritin ist die erst 19-jährige Italienerin Melissa Schincariol, die als amtierende U23-Weltmeisterin nach Duisburg kommt. Zu ihren stärksten Konkurrentinnen zählt Gavriela Lioliou aus Griechenland, die im vergangenen Jahr Gold im Leichtgewichts-Doppelzweier gewann und Schincariol bei den U23-Europameisterschaften im Einer bezwingen konnte.
Trainer: Julian Weber.
Leichtgewichts-Männer-Einer
Im Leichtgewichts-Männer-Einer startet Luca Britten (Saarbrücker Rudergesellschaft Undine) für Deutschland. Bei einem starken Feld mit 18 Booten trifft er unter anderem auf den italienischen WM-Bronzemedaillengewinner Luca Borgonovo.
Auch João Veloso aus Portugal, Sieger des ersten World Rowing Cups der Saison 2026, Alexandr Matronitchi aus Moldau und der erfahrene Slowake Peter Strecansky zählen zu den Athleten, die im Kampf um die Finalplätze eine wichtige Rolle spielen dürften.
Trainer: Diethelm Maxrath.
Frauen-Einer
Paula Lutz (Mannheimer Ruder-Club von 1875) geht im Frauen-Einer für Deutschland an den Start. Sie bringt bereits internationale Medaillenerfahrung aus dem Juniorinnen- und U23-Bereich mit und trifft in Duisburg auf eines der größten Felder der Weltmeisterschaften.
Zu den Favoritinnen gehört Varvara Lykomitrou aus Griechenland. Sie beendete die vergangene Saison als U23-Weltmeisterin im Doppelzweier und Junioren-Weltmeisterin im Einer. Auch Ella Boldisova aus Tschechien, Esther Fuerte aus Spanien und Bianca-Camelia Ifteni aus Rumänien zählen zu den international erfahrenen Konkurrentinnen.
Trainer: Maximilian Pawlik.
Männer-Einer
Mit Jesse Ilsemann (Ruder-Gesellschaft Hansa) ist Deutschland im mit 25 Booten größten Einer-Feld der Weltmeisterschaften vertreten.
Die Konkurrenz wird vom amtierenden U23-Weltmeister Cevdet Ege Mutlu angeführt. Der Türke gewann 2025 als erster Athlet seines Landes den Titel in dieser Bootsklasse. Ebenfalls wieder dabei sind der portugiesische WM-Dritte Diogo Goncalves und der italienische U23-Europameister Marco Selva.
Trainer: Jan Suhrhoff.
Frauen-Zweier ohne Steuerfrau
Tabea Wittenburg (Landesruderverband Mecklenburg-Vorpommern) und Tia Häusler (Landesruderverband Mecklenburg-Vorpommern) bilden den deutschen Frauen-Zweier. Da keines der drei Medaillenboote des vergangenen Jahres in unveränderter Besetzung zurückkehrt, gilt die Bootsklasse als besonders offen.
Internationale Rennerfahrung bringt unter anderem das unter neutraler Flagge startende Duo Ekaterina Guseva und Elena Lushina mit, das in dieser Saison bereits bei zwei Weltcups angetreten ist. Für viele Mannschaften bietet sich in Duisburg die Gelegenheit, erstmals bei einer U23-Weltmeisterschaft auf das Podium zu fahren.
Trainer: Karsten Timm.
Männer-Zweier ohne Steuermann
Ensio Flöter (Ruderverein Hellas Offenbach) und Ole Hanack (Ruderverein Hellas Offenbach) gehen für Deutschland im Männer-Zweier an den Start.
Zu den etabliertesten Gegnern gehören Alexandros Chatziavgoustidis und Andreas Bourkas aus Griechenland. Sie belegten bei der U23-Weltmeisterschaft 2025 den sechsten Platz und gewannen im selben Jahr Bronze bei den Junioren-Weltmeisterschaften. Auch die australischen Junioren-Vizeweltmeister Jack Hansen-Knarhoi und Lachlan Brown wechseln in Duisburg in die U23-Altersklasse.
Trainer: Ralf Hollmann.
Frauen-Doppelzweier
Charlotte Luster (Hallesche-Ruder-Vereinigung Böllberg/Nelson) und Helena Brenke (Karlsruher Ruder-Verein Wiking) vertreten Deutschland im Frauen-Doppelzweier.
Im Mittelpunkt steht die Griechin Dimitra Kontou. Die dreifache U23-Weltmeisterin tritt diesmal gemeinsam mit Junioren-Weltmeisterin Eleni Diavati an. Zu den stärksten Herausforderinnen zählen außerdem die polnischen WM-Zweiten Anna Khlibenko und Julia Rogiewicz.
Für Charlotte Luster ist der Doppelzweier einer von zwei Starts bei dieser Weltmeisterschaft. Sie tritt zusätzlich gemeinsam mit Yannik Sens im neuen Mixed-Doppelzweier an.
Trainer: Maximilian Pawlik.
Männer-Doppelzweier
Christian Aethner (Hallesche-Ruder-Vereinigung Böllberg/Nelson) und Tom Olbrich (Dresdner Ruderverein) gehen im deutschen Männer-Doppelzweier an den Start. Mit 24 gemeldeten Booten gehört die Klasse zu den zahlenmäßig stärksten Wettbewerben der Weltmeisterschaften.
Die italienischen Titelverteidiger Josef Giorgio Marvucic und Marco Prati treffen unter anderem auf die amtierenden Junioren-Weltmeister Jonah Kirby und Jack Rafferty aus Irland. Auch Pedro Rodrigues und Tomas Neves aus Portugal, die 2025 U23-EM-Silber gewannen, werden im Kampf um die Medaillen erwartet.
Trainer: Tim Grohmann.
Frauen-Vierer ohne Steuerfrau
Der deutsche Frauen-Vierer wird von Melisa Mujic (Ruderverein Wandsbek), Marie Gelbert (Weilburger Ruderverein), Helena Wegener (Ruderklub am Wannsee) und Tabea Koop (Ruderclub Rapid Berlin) gebildet.
Die Besetzung kommt im Verlauf der Weltmeisterschaften auch im Mixed-Achter zum Einsatz. Internationale Orientierung bietet insbesondere der österreichische Vierer, der in unveränderter Formation beim zweiten World Rowing Cup der Saison den sechsten Platz belegte.
Die Niederlande gehen mit Elisabeth Boone, der U23-Weltmeisterin 2025 im Zweier, an den Start. Rumänien hat zwei Silbermedaillengewinnerinnen des vergangenen Jahres in das Boot zurückgeholt.
Trainer: Rick von Hooydonk.
Männer-Vierer ohne Steuermann
Georg Rieck (Berliner Ruder-Club), Jakob Knapp (Berliner Ruder-Club), Johannes Benien (Ruderverein Dorsten) und Maximilian Brill (Rudergesellschaft Speyer 1883) bilden den deutschen Männer-Vierer.
In dieser Bootsklasse wird ein enges Rennen erwartet. Großbritannien setzt drei U23-Weltmeister aus dem Achter des vergangenen Jahres ein und gewann zuletzt den Visitors’ Challenge Cup bei der Henley Royal Regatta.
China überzeugte beim zweiten Weltcup der Saison mit einem Sieg vor Rumänien. Auch in den weiteren Mannschaften sitzen zahlreiche Athleten mit Erfahrung aus U23- und Junioren-Weltmeisterschaften.
Trainer: Mathias Helmkamp.
Leichtgewichts-Frauen-Doppelzweier
Melina Reinke (Neusser Ruderverein) und Charlotte Bergmann (Limburger Club für Wassersport) starten für Deutschland im Leichtgewichts-Frauen-Doppelzweier. Insgesamt gehen vier Boote in dieser Klasse an den Start.
Als Favoritinnen gelten die Titelverteidigerinnen Paschalina Mouratidou und Gavriela Lioliou aus Griechenland. Lioliou tritt in Duisburg zusätzlich im Leichtgewichts-Einer an. Frankreich setzt mit Rose Gallen ebenfalls eine Athletin ein, die bereits 2025 die Silbermedaille gewinnen konnte.
Trainer: Oliver Kampmeier.
Leichtgewichts-Männer-Doppelzweier
Im Leichtgewichts-Männer-Doppelzweier gehört das deutsche Boot zu den großen Hoffnungsträgern. Naveen Shah (Ruderverein Kurhessen-Cassel) und Maximilian Rühling (Mainzer Ruder-Verein) gewannen 2025 gemeinsam die Silbermedaille bei den U23-Weltmeisterschaften und greifen in Duisburg erneut nach dem Podium.
Vier der sechs Medaillengewinner des Vorjahres sind auch 2026 wieder in dieser Klasse vertreten. Dazu zählt der Italiener Tito Christoforakis, der seinen Titel mit seinem neuen Partner Niccolò Gandola verteidigen möchte.
Trainer: Julian Weber.
Frauen-Doppelvierer
Ewa Victoria Grzimek (Neuköllner Ruderclub Berlin), Julia Stoeber (Kettwiger Rudergesellschaft), Pauline von Hobe-Gelting (Rudervereinigung Kappeln) und Charlotte Burgdorf (Ruderverein Weser Hameln) bilden den deutschen Frauen-Doppelvierer.
Großbritannien geht als Titelverteidiger an den Start, hat mit Olivia Cheesmur aber nur noch eine Athletin aus dem siegreichen Boot des vergangenen Jahres dabei. Polen setzt drei WM-Bronzemedaillengewinnerinnen von 2025 ein, während Italien mit drei Athletinnen aus dem damaligen viertplatzierten Boot auf Kontinuität setzt.
Trainer: Tiago Loureiro.
Männer-Doppelvierer
Jakob Rastetter (Hanauer Ruderclub Hassia), Paavo Tore Schewe (Olympischer Ruder-Club Rostock), Yannik Sens (Berliner Ruder-Club) und Mads Schmied (Ruder-Club Potsdam) vertreten Deutschland im Männer-Doppelvierer. Mit 18 Booten ist die Konkurrenz stark und international erfahren besetzt.
Zwölf Athleten aus dem Finale der U23-Weltmeisterschaften 2025 sind erneut in dieser Bootsklasse dabei. Tschechien tritt als Titelverteidiger an und wird von Miroslav Vokalek angeführt. Das Boot belegte in dieser Saison beim zweiten World Rowing Cup den vierten Platz.
Auch ein unter neutraler Flagge startendes Boot sowie Polen, das beim Weltcup in Sevilla den achten Rang erreichte, zählen zum erweiterten Favoritenkreis.
Trainer: Tim Schönberg.
Frauen-Achter
Der deutsche Frauen-Achter geht mit Charlotte Johnson (Frankfurter RG Germania), Lanea Estelle Rüter (Ruder-Club Tegel), Daniela Thiermann Estatuet (Der Hamburger und Germania Ruder Club), Julia Irmler (Ruder-Club Witten), Sara Grauer (Ruderverein Münster), Nike Tomma Utesch (Der Hamburger und Germania Ruder Club), Florentina Riffel (Ruder-Club Potsdam) und Alina Krüger (Rudervereinigung Kappeln) sowie Steuerfrau Emma Lauri Mehner (Dresdner Ruder-Club) an den Start.
Besondere internationale Erfahrung bringt Lanea Estelle Rüter mit. Sie gewann 2025 im Frauen-Doppelvierer die Silbermedaille bei den U23-Weltmeisterschaften und wechselte für diese Saison in den Riemenbereich.
Favorisiert ist Großbritannien. Vier Athletinnen des britischen Achters sind bereits U23-Weltmeisterinnen – zwei aus dem Achter und zwei aus dem Vierer des vergangenen Jahres. Auch die USA, 2025 Zweite, gehören erneut zu den Medaillenkandidatinnen.
Trainerin: Catriona Sens.
Männer-Achter
Leon Gronbach (Rudergesellschaft Speyer 1883), Carl Sgonina (Dresdner Ruder-Club), Julius Kaim (Ruderriege TVK Essen), Lino Zastrow (Universitätssportverein TU Dresden, Abteilung Rudern), Felix Zeymer (Hallesche-Ruder-Vereinigung Böllberg/Nelson), Justus Beckmann (Ruderverein Bochum), Vinzent Kuhn (Ruderverein Münster) und Leonardo Rosenquist (Ruder-Club Allemannia) bilden gemeinsam mit Steuerfrau Mia Wegele (Crefelder Ruder-Club) den deutschen Männer-Achter.
Großbritannien hat die vergangenen sechs U23-Weltmeisterschaften in dieser Bootsklasse gewonnen. Das diesjährige Boot ist jedoch vollständig neu zusammengestellt und verfügt über vergleichsweise wenig internationale Erfahrung.
Mehr Kontinuität bringt unter anderem Tschechien mit. Sieben Athleten des tschechischen Achters gewannen 2025 gemeinsam Silber bei den U23-Europameisterschaften.
Trainer: Christian Viedt.
Mixed-Doppelzweier
Der Mixed-Doppelzweier feiert in Duisburg seine Premiere bei den U23-Weltmeisterschaften. Deutschland geht mit Charlotte Luster (Hallesche-Ruder-Vereinigung Böllberg/Nelson) und Yannik Sens (Berliner Ruder-Club) an den Start.
Beide gewannen 2025 bei der U23-Weltmeisterschaft in Poznań bereits Medaillen und gehören damit zu den international erfahrensten Besetzungen des Feldes.
Starke Konkurrenz kommt aus Griechenland mit der Olympia-Medaillengewinnerin Dimitra Kontou. Irland setzt Junioren-Weltmeister Jonah Kirby gemeinsam mit Holly Davis ein. Für Italien rudert der U23-Weltmeister im Männer-Doppelzweier Marco Prati zusammen mit Noemi de Vincenzi.
Trainer: Tim Grohmann.
Mixed-Achter
Auch der Mixed-Achter steht in Duisburg erstmals auf dem Programm einer U23-Weltmeisterschaft.
Das deutsche Boot besteht aus Melisa Mujic (Ruderverein Wandsbek), Charlotte Burgdorf (Ruderverein Weser Hameln), Johannes Benien (Ruderverein Dorsten), Ole Hanack (Ruderverein Hellas Offenbach), Tom Olbrich (Dresdner Ruderverein), Maximilian Brill (Rudergesellschaft Speyer 1883), Helena Wegener (Ruderklub am Wannsee) und Tabea Koop (Ruderclub Rapid Berlin). Gesteuert wird der Achter von Mia Wegele (Crefelder Ruder-Club).
Mehrere Mitglieder des deutschen Mixed-Achters treten während der Titelkämpfe zusätzlich im Vierer, Zweier oder Achter an. Zu den Favoriten gehört Rumänien. Mehrere Athletinnen und Athleten des rumänischen Bootes gewannen bereits den Mixed-Achter bei den U23-Europameisterschaften 2025.
Trainer: Dirk Brockmann, U23-Bundestrainer.
Para-Männer-Einer PR3
Jan Rothländer (Ruder-Club Bergedorf) vertritt Deutschland im PR3-Männer-Einer. Insgesamt gehen fünf Athleten an den Start.
Titelverteidiger ist der Australier Sam Stunell, der 2025 die erste Austragung dieses Wettbewerbs gewann. Später holte er bei den Weltmeisterschaften in Shanghai sowie beim dritten Weltcup der Saison jeweils Bronze im PR3-Mixed-Doppelzweier.
Zu seinen Konkurrenten gehören zwei erst 16 Jahre alte Athleten. Erwan Chamouleau aus Frankreich ist der jüngste Teilnehmer der gesamten Weltmeisterschaften und bestreitet in Duisburg seinen ersten internationalen Wettkampf. Akbarali Abduvaliev aus Usbekistan gewann in dieser Saison bereits den PR3-Mixed-Doppelzweier beim zweiten World Rowing Cup.
Trainer: Claas Fischer.
Heim-WM als besonderer Höhepunkt
Für das deutsche Team bieten die U23-Weltmeisterschaften in Duisburg die seltene Gelegenheit, vor heimischem Publikum um internationale Titel und Medaillen zu kämpfen. Die Regattabahn in Wedau war bereits Schauplatz von Weltmeisterschaften, Junioren-Weltmeisterschaften und Weltcup-Regatten.
Mit der U23-WM 2026 rückt Duisburg erneut in das Zentrum des internationalen Rudersports. Zugleich bildet die Veranstaltung einen wichtigen Meilenstein auf dem Weg zum World Rowing Cup 2028, der ebenfalls auf der traditionsreichen Regattastrecke ausgetragen wird.