Vier A-Finals, drei B-Finals und die Premiere des Mixed-Doppelzweiers stehen für das deutsche U23-Team auf dem Programm
Bei den U23-Weltmeisterschaften auf der Duisburger Wedau beginnt am Samstag die erste Finalphase. Sieben deutsche Boote kämpfen in vier A- und drei B-Finals um die bestmöglichen Platzierungen. Den sportlichen Höhepunkt bildet der Männer-Doppelvierer, der nach zwei Siegen ungeschlagen in das Finale geht. Auch der Männer-Doppelzweier, der Frauen-Doppelvierer und der PR3-Männer-Einer rudern um die Medaillen.
Am Nachmittag folgt ein weiterer besonderer Moment: Der Mixed-Doppelzweier feiert seine Premiere im Programm einer U23-Weltmeisterschaft. Deutschland geht mit Charlotte Luster und Yannik Sens an den Start.
Drei B-Finals zum Auftakt
Der deutsche Wettkampftag beginnt um 9:10 Uhr mit dem B-Finale des Männer-Zweiers ohne Steuermann. Ensio Flöter (Ruderverein Hellas Offenbach) und Ole Hanack (Ruderverein Hellas Offenbach) starten auf Bahn vier. Das von Ralf Hollmann betreute Duo hatte das A-Finale als Vierter seines Halbfinals nur um einen Platz verpasst. Im B-Finale kämpfen Flöter und Hanack nun um die Ränge sieben bis zwölf.
Nur fünf Minuten später sind Charlotte Luster (Hallesche-Ruder-Vereinigung Böllberg/Nelson) und Helena Brenke (Karlsruher Ruder-Verein Wiking) gefordert. Auch der von Maximilian Pawlik betreute Frauen-Doppelzweier startet nach dem vierten Platz im Halbfinale auf Bahn vier. Das Ziel ist ein erfolgreicher Abschluss des gemeinsamen WM-Auftritts in dieser Bootsklasse.
Um 9:30 Uhr folgt das B-Finale des Männer-Vierers ohne Steuermann. Georg Rieck (Berliner Ruder-Club), Jakob Knapp (Berliner Ruder-Club), Johannes Benien (Ruderverein Dorsten) und Maximilian Brill (Rudergesellschaft Speyer 1883) gehen ebenfalls auf Bahn vier ins Rennen. Das von Mathias Helmkamp betreute Quartett hatte im Halbfinale in 5:59,09 Minuten den vierten Platz belegt und die A-Finalqualifikation damit knapp verpasst.
Jan Rothländer eröffnet die deutschen Medaillenrennen
Das erste A-Finale mit deutscher Beteiligung beginnt um 10:14 Uhr. Jan Rothländer (Ruder-Club Bergedorf) startet im PR3-Männer-Einer auf Bahn fünf. Der von Claas Fischer betreute deutsche Para-Ruderer hatte im Bahnverteilungsrennen den fünften Platz belegt.
Insgesamt stehen fünf Athleten im Finale. Zu den Favoriten zählt der Australier Sam Stunell, der als Titelverteidiger nach Duisburg gekommen ist. Für Rothländer bietet das Finale bei der Heim-WM die Gelegenheit, sich mit der internationalen Spitze seiner Bootsklasse zu messen.
Männer-Doppelzweier greift nach den Medaillen
Um 11:14 Uhr steht das A-Finale des Männer-Doppelzweiers auf dem Programm. Christian Aethner (Hallesche-Ruder-Vereinigung Böllberg/Nelson) und Tom Olbrich (Dresdner Ruderverein) starten auf Bahn fünf.
Das von Tim Grohmann betreute Duo hat sich in einem mit 24 Booten besonders großen und leistungsstarken Feld überzeugend behauptet. Nach dem Vorlaufsieg erreichten Aethner und Olbrich im Halbfinale den zweiten Platz. Damit haben sie sich unter den besten sechs Doppelzweiern der Welt etabliert und ihre Medaillenchance gewahrt.
Im Finale wird es darauf ankommen, vom Start an den Kontakt zur Spitze zu halten und auf der zweiten Streckenhälfte noch einmal alle Reserven zu mobilisieren.
Frauen-Doppelvierer startet auf Bahn eins
Der deutsche Frauen-Doppelvierer kämpft ab 11:57 Uhr um die Medaillen. Ewa Victoria Grzimek (Neuköllner Ruderclub Berlin), Julia Stoeber (Kettwiger Rudergesellschaft), Pauline von Hobe-Gelting (Rudervereinigung Kappeln) und Charlotte Burgdorf (Ruderverein Weser Hameln) gehen auf Bahn eins ins Finale.
Das von Tiago Loureiro betreute Quartett hatte sich mit dem dritten Platz im Vorlauf direkt für das A-Finale qualifiziert. Der deutsche Doppelvierer trifft dort auf ein starkes Feld. Insbesondere die USA, Großbritannien, Polen und Italien hatten bereits im Vorfeld der Weltmeisterschaften Medaillenambitionen erkennen lassen.
Von der Außenbahn aus muss das deutsche Boot sein eigenes Rennen entwickeln. Gelingt es dem Quartett, die Verbindung zu den führenden Booten zu halten, ist im Finale einiges möglich.
Männer-Doppelvierer ungeschlagen ins Finale
Die beste deutsche Ausgangsposition besitzt der Männer-Doppelvierer. Jakob Rastetter (Hanauer Ruderclub Hassia), Paavo Tore Schewe (Olympischer Ruder-Club Rostock), Yannik Sens (Berliner Ruder-Club) und Mads Schmied (Ruder-Club Potsdam) starten um 12:12 Uhr auf Bahn drei.
Das von Tim Schönberg betreute Boot hat bislang beide Rennen gewonnen. Bereits im Vorlauf setzte der deutsche Doppelvierer ein erstes Ausrufezeichen. Im Halbfinale bestätigte das Quartett seine Leistung und erreichte in 5:46,02 Minuten erneut als erstes Boot das Ziel.
Nach zwei Siegen gehört Deutschland im Finale zum engeren Kreis der Medaillen- und Titelkandidaten. Die Konkurrenz ist allerdings hochkarätig: In der mit 18 Booten besetzten Klasse stehen zahlreiche Athleten mit internationaler Erfahrung. Der deutsche Doppelvierer muss seine bislang gezeigte Leistung daher ein drittes Mal auf den Punkt abrufen.
Historische Premiere im Mixed-Doppelzweier
Nach den Finalrennen richtet sich der Blick um 15:05 Uhr auf eine neue Bootsklasse. Erstmals in der Geschichte der U23-Weltmeisterschaften wird der Mixed-Doppelzweier ausgetragen. Deutschland startet im ersten Vorlauf mit Charlotte Luster (Hallesche-Ruder-Vereinigung Böllberg/Nelson) und Yannik Sens (Berliner Ruder-Club).
Beide gehen damit am Samstag zum zweiten Mal an den Start: Luster bestreitet am Morgen das B-Finale im Frauen-Doppelzweier, Sens zuvor das A-Finale im Männer-Doppelvierer. Das von Tim Grohmann betreute Duo bringt viel internationale Erfahrung mit. Beide gewannen bereits bei den U23-Weltmeisterschaften 2025 eine Medaille.
Im Premierenfeld trifft das deutsche Boot auf starke Konkurrenz. Unter anderem sind in anderen Mannschaften Olympia-, U23- und Junioren-Weltmeister vertreten. Der Vorlauf ist für Luster und Sens damit nicht nur eine historische Premiere, sondern zugleich die erste Hürde auf dem Weg in das Mixed-Finale.
Der deutsche Zeitplan am Samstag
- 09:10 Uhr: Männer-Zweier ohne Steuermann, B-Finale – Bahn 4
- 09:15 Uhr: Frauen-Doppelzweier, B-Finale – Bahn 4
- 09:30 Uhr: Männer-Vierer ohne Steuermann, B-Finale – Bahn 4
- 10:14 Uhr: PR3-Männer-Einer, A-Finale – Bahn 5
- 11:14 Uhr: Männer-Doppelzweier, A-Finale – Bahn 5
- 11:57 Uhr: Frauen-Doppelvierer, A-Finale – Bahn 1
- 12:12 Uhr: Männer-Doppelvierer, A-Finale – Bahn 3
- 15:05 Uhr: Mixed-Doppelzweier, Vorlauf 1
Vier Medaillenentscheidungen, drei B-Finals und die Premiere des Mixed-Doppelzweiers machen den Samstag zu einem abwechslungsreichen und richtungsweisenden Wettkampftag für das deutsche U23-Team. Besonders der bislang ungeschlagene Männer-Doppelvierer darf mit großen Ambitionen in sein Finale gehen.