Zwei Silbermedaillen und starke Teamleistung am ersten Finaltag der U23-WM
Deutscher Doppelvierer und Doppelzweier gewinnen Silber – drei Siege in den B-Finals – Frauen-Doppelvierer auf Rang vier
Der erste Finaltag der U23-Weltmeisterschaften auf der Duisburger Wedau verlief für den Deutschen Ruderverband erfolgreich. Mit zwei Silbermedaillen, einem vierten Platz,
einem fünften Platz, sowie einem Sieg und zwei zweiten Plätzen in den B-Finals präsentierte sich das deutsche Team in der Breite stark und bestätigte die positive Entwicklung der vergangenen Tage.
Bereits am Morgen sorgten die drei deutschen B-Finalboote für einen gelungenen Auftakt. Im Männer-Zweier ohne Steuermann fuhren Ensio Flöter (Ruderverein Hellas Offenbach) und Ole Hanack (Ruderverein Hellas Offenbach) ein beherztes Rennen und belegten den zweiten Platz im B-Finale. Noch besser lief es für den Männer-Vierer ohne Steuermann: Georg Rieck (Berliner Ruder-Club), Jakob Knapp (Berliner Ruder-Club), Johannes Benien (Ruderverein Dorsten) und Maximilian Brill (Rudergesellschaft Speyer 1883) gewannen ihr B-Finale souverän und sicherten sich damit Gesamtrang sieben. Auch Charlotte Luster (Hallesche-Ruder-Vereinigung Böllberg/Nelson) und Helena Brenke (Karlsruher Ruder-Verein Wiking) zeigten im Frauen-Doppelzweier eine starke Leistung und ruderten als Zweite des B-Finals ebenfalls auf den siebten Gesamtrang.
Im ersten A-Finale des Tages stellte sich Jan Rothländer (Ruder-Club Bergedorf) im PR3-Männer-Einer der internationalen Spitze. Der deutsche Para-Ruderer ging das Rennen mutig an und behauptete sich lange im Kampf um Rang vier. Erst auf den letzten Metern musste er noch einen Konkurrenten vorbeiziehen lassen und belegte am Ende den fünften Platz.
Anschließend sorgte der Männer-Doppelzweier für die erste deutsche Medaille des Tages. Christian Aethner (Hallesche-Ruder-Vereinigung Böllberg/Nelson) und Tom Olbrich (Dresdner Ruderverein) bewahrten in einem hochklassigen Finale auch in der entscheidenden Rennphase die Ruhe, hielten den Kontakt zur Spitze und sicherten sich mit einer überzeugenden Vorstellung die Silbermedaille.
Auch der Frauen-Doppelvierer präsentierte sich kämpferisch. Ewa Victoria Grzimek (Neuköllner Ruderclub Berlin), Julia Stoeber (Kettwiger Rudergesellschaft), Pauline von Hobe-Gelting (Rudervereinigung Kappeln) und Charlotte Burgdorf (Ruderverein Weser Hameln) entwickelten von der Außenbahn aus ihr eigenes Rennen, arbeiteten sich auf den letzten 500 Metern noch an Polen vorbei und erreichten als Vierte das Ziel.
Den sportlichen Höhepunkt aus deutscher Sicht bildete das Finale des Männer-Doppelvierers. Jakob Rastetter (Hanauer Ruderclub Hassia), Paavo Tore Schewe (Olympischer Ruder-Club Rostock), Yannik Sens (Berliner Ruder-Club) und Mads Schmied (Ruder-Club Potsdam) gehörten nach zwei Siegen in Vorlauf und Halbfinale zu den Titelkandidaten. Im Finale erwischte das deutsche Quartett jedoch nicht den perfekten Start und musste zunächst einem Rückstand hinterherfahren. Mit einer starken zweiten Streckenhälfte kämpfte sich das Boot wieder auf den Silberrang vor und setzte auf den letzten Metern sogar noch einmal die führenden Briten unter Druck. Am Ende fehlten nur wenige Zehntelsekunden zum Weltmeistertitel.
U23-Bundestrainer Dirk Brockmann zog entsprechend ein positives Fazit des ersten Finaltages:
„Die drei B-Finals waren insgesamt richtig stark. Besonders der Männer-Zweier ohne und der Frauen-Doppelzweier haben ihre besten Rennen der gesamten Regatta gezeigt. Auch der Männer-Vierer ohne hat bewiesen, dass er das A-Finale nur äußerst knapp verpasst hat. Im PR3-Einer ist Jan Rothländer ein mutiges Rennen gefahren und hat im Vergleich zum vergangenen Jahr einen deutlichen Schritt nach vorn gemacht. Der Frauen-Doppelvierer hat beherzt gekämpft und sich am Ende noch auf Rang vier vorgeschoben. Unsere beiden Silbermedaillen waren ebenfalls das Ergebnis sehr starker Rennen. Der Männer-Doppelzweier ist ruhig geblieben und hat seine Chance konsequent genutzt. Beim Männer-Doppelvierer war nach dem Halbfinale vielleicht noch etwas mehr erhofft worden. Der Start war heute nicht ganz so gut wie gestern, aber die Mannschaft hat großartig gekämpft, sich wieder auf Platz zwei vorgearbeitet und den Sieger bis zum Schluss unter Druck gesetzt. Insgesamt können wir mit dem Tag absolut zufrieden sein.“
Am Nachmittag richtete sich der Blick schließlich noch auf die historische Premiere des Mixed-Doppelzweiers. Charlotte Luster (Hallesche-Ruder-Vereinigung Böllberg/Nelson) und Yannik Sens (Berliner Ruder-Club) feierten den ersten deutschen Start in dieser neuen U23-WM-Bootsklasse und sammelten wertvolle Erfahrungen für die weiteren Rennen. Sie belegten Rang zwei hinter Rumänien und haben berechtigte Chancen auf Edelmetall im morgigen Finalrennen.
Mit zwei Silbermedaillen und zahlreichen starken Mannschaftsleistungen geht das deutsche Team mit Rückenwind in den abschließenden Wettkampftag der U23-Weltmeisterschaften in Duisburg.