Das ist außergewöhnlich: Zehn deutsche Boote stehen an diesem Sonntag (28.6.2026) beim Weltcup in Luzern in den A-Finals. Wie viele Medaillen dabei für den Deutschen Ruderverband herausspringen werden, ist schwer zu prognostizieren. Als Bank für Edelmetall gelten Oliver Zeidler, dessen vierter Sieg am Rotsee die logische Konsequenz seiner Überlegenheit an den ersten beiden Regatta-Tagen wäre, und der Para-Doppelzweier mit Valentin Luz und Kathrin Marchand. Zwischen 11:30 und 14:45 Uhr fallen die Entscheidungen. Die ARD überträgt alles in einem Livestream auf sportschau.de, World Rowing streamt die Rennen mit englischem Kommentar.
Den Reigen der A-Finals mit deutscher Beteiligung eröffnen Luise Bachmann und Tabea Schendekehl im Frauen-Zweier ohne (11:36 Uhr). Das äußerst knappe Halbfinale gab einen Vorgeschmack darauf, wie eng es wiederum zugehen könnte. Es folgt der Frauen-Doppelzweier (12:02 Uhr), mit dem Lisa Gutfleisch und Sarah Wibberenz durch die Finalteilnahme schon viel erreicht haben. Dagegen kann der Frauen-Doppelvierer mit Maren Völz, Juliane Faralisch, Johanna Debus und Frauke Hundeling schon selbstbewusst ans Finale herangehen (12:54). Beim Weltcup-Sieg in Sevilla wurde Großbritannien bezwungen, als zweiter starker Gegner kommen am Sonntag die Niederlande hinzu.
Spannend bleibt es, wenn danach der Männer-Doppelvierer ins Rennen geht (13:07 Uhr). Für Marc Weber, Felix Heinrich, Jonas Gelsen und Ole Hohensee, die in Sevilla Gold holten, lauten die stärksten Rivalen ebenfalls Niederlande und Großbritannien, die beide in diese Saison schon bezwungen wurden. Schafft es der Deutschland-Achter aufs Podium? Das ist die Frage vor der Entscheidung der Großboote (13:20 Uhr). Nach dem Aufwärtstrend im Vorlauf scheinen die Chancen trotz starker Gegnerschaft nicht schlecht zu stehen für Theis Hagemeister, Paul Klapperich, Mattes Schönherr, Olaf Roggensack, Tobias Strangemann, Tassilo von Müller, Julius Christ, Sönke Kruse und Steuermann Jonas Wiesen.
Im Finale des Frauen-Einers (13:32 Uhr) trifft Alex Föster auf sehr starke Konkurrenz. Möglicherweise läuft es darauf hinaus, zumindest das ewige Duell mit der für die Schweiz startenden Rostockerin Aurela-Maxima Janzen für sich zu entscheiden. Der im Neuaufbau befindliche Frauen-Achter ist ebenfalls nicht unter den topgewetteten Mannschaften. Für Paula Hartmann, Olivia Clotten, Antonia Galland, Tabea Kuhnert, Pia Greiten, Annabelle Bachmann, Hannah Reif, Nora Peuser und Steuermann Florian Koch geht es darum, den Abstand zu den Top-Nationen weiter zu verkürzen (13:49 Uhr).
Im A-Finale des PR3-Mixed-Doppelzweiers wollen Valentin Luz und Kathrin Marchand ihre Vormachtstellung in dieser Bootsklasse wiederum unter Beweis stellen (14:01 Uhr).
Als einzige Mixed-Klasse im olympischen Bereich kam in Luzern der Doppelzweier zustande. Sarah Wibberenz und Arno Gaus würden ihren Sieg von Sevilla gerne wiederholen. Inwieweit bei Wibberenz in ihrem zweiten Rennen des Tages die Kräfte reichen, bleibt abzuwarten (14:17 Uhr).
Das große Finale bildet die Einer-Entscheidung der Männer (14:30 Uhr). Oliver Zeidler möchte seiner Favoritenrolle gerecht werden Unter den Gegnern sind mit Yauheny Zalaty (Unabhängige neutrale Athleten) und Simon van Dorp (Niederlande) die beiden Athleten, die mit ihm bei den Olympischen Spielen von Paris auf dem Podest standen. Dabei ist mit Kai Schaetzle auch ein Schweizer Lokalmatador.
Am Sonntagmorgen gibt es bereits drei B-Finals mit deutscher Beteiligung. Marcus Klemp geht im Para-Einer PR1 ab 9:05 Uhr aufs Wasser. Der Männer-Zweier ohne mit Leonard Brahms und Frederik Breuer (9:20 Uhr) will ebenfalls für eine positiven Abschluss sorgen wie der Männer-Vierer ohne mit Mark Hinrichs, René Schmela, Benedict Eggeling und Jasper Angl (9:40 Uhr).