23. Aug. 2026 | Nationalmannschaft | von Hans Strauss

Deutsche Zweier und leichte Einer machen den Anfang, Sorgen um Windverhältnisse

Die Fahnen der WM-Teilnehmer an der Bosbaan flattern im Wind - ein schönes Bild, aber auf dem Wasser haben die Ruderer und Ruderinnen ihre Probleme. Foto: meinruderbild

Ruderer sind Frühaufsteher. Bei der Weltmeisterschaft in Amsterdam könnte an den Vormittagen auch etwas später trainiert werden, denn die Rennen beginnen an den ersten fünf WM-Tagen ungewöhnlich spät. An diesem Montag (24. August 2026), dem ersten WM-Tag, wird sogar erst um 16:05 Uhr gestartet mit knapp zwei Stunden Vorläufen. Bis einschließlich Freitag beginnt das Rennprogramm dann immer um 13:05 Uhr - ebenfalls ungewöhnlich spät. Man hofft, an den Nachmittagen mehr Zuschauer an die Strecke Bosbaan locken zu können. Am Wochenende, wo es dann jeweils um 10 Uhr losgeht, sind die Tribünen bereits ausverkauft.

Die Aktiven und die Trainer schauen mit Sorge auf die Zeitplangestaltung und hoffen, nicht die Leidtragenden zu sein. „An den letzten Tagen im Training war das Wasser vormittags immer spiegelglatt, an den Nachmittagen gab es unberechenbaren Wind“, sagt DRV-Cheftrainer Marcus Schwarzrock. Für diesen Montag, wenn die ersten sechs DRV-Boote zu Vorläufen antreten, wird Gegenwind bei Windstärke 4 bis 6 vorhergesagt - das bedeutet Wellengang.  

Johanna Reichardt macht den Anfang

Als erste deutsche Sportlerin geht Johanna Reichardt (ARC Würzburg) im leichten Frauen-Einer aufs Wasser. Um 16.10 Uhr trifft sie im zweiten Vorlauf auf drei andere Boote. Mit Kenia Lechuga Alanis (Mexiko) und Claire Friedlander (USA) hat sie zwei starke Konkurrentinnen im Kampf um die beiden direkten Qualifikationsplätze für das Halbfinale. Aber auch die sechs zeitschnellsten der drei Vorläufe kommen weiter.

Im ersten Vorlauf des leichten Männer-Einers startet Fabio Kress (ARC Würzburg) in einem Sechs-Boote-Feld (16:22 Uhr). Nach der Papierform sind er als letztjähriger WM-Vierter und Lokalmatador Cornelius Palsma (Niederlande) die beiden ersten Anwärter auf Rang eins und zwei und das direkte Weiterkommen ins Halbfinale.

Danach sind alle deutschen Zweier gefordert und freuen sich, dass die WM nun losgeht. Im Frauen-Zweier wurden Luise Bachmann und Tabea Schendekehl (RV Ingelheim und RC Hansa Dortmund) in den dritten und letzten Vorlauf gelost (16:49 Uhr). Tschechien und Chile, die beim Weltcup in Luzern als Zweite und Dritte auf dem Siegessteg standen, sind die Favoriten auf die Plätze 1 und 2, die direkt ins Halbfinale führen. Aber Bangemachen gilt nicht für das deutsche Boot, das sich mit einem guten Rennen ins Halbfinale bringen will.

Der Männer-Zweier mit Leonard Brahms und Tobias Strangemann (Berliner RC und RV Dorsten) startet im dritten der vier Vorläufe (17:06 Uhr). Ziel ist ebenfalls das Halbfinale. Litauen und Italien sind wahrscheinlich die stärksten Gegner, Norwegen konnte das DRV-Boot bei der EM im B-Finale hinter sich lassen.  

Der Frauen-Doppelzweier mit Lisa Gutfleisch und Sarah Wibberenz (Heidelberger RK und RC Havel Brandenburg) ist im zweiten Vorlauf am Start (17:23 Uhr). Griechenland und Litauen sind nach den bisherigen Saisonergebnissen die Favoriten, aber das Ziel ist dennoch der Aufstieg ins Halbfinale.

Lösbar scheint die erste Aufgabe für den Männer-Doppelzweier mit Oliver Holtz und Arno Gaus (Rostocker RC und Bonner RG) zu sein. Im letzten Montagsrennen (18 Uhr) geht es für Beide zunächst um das Erreichen des Viertelfinales. Nur zwei der gemeldeten 26 Boote scheiden in der ersten Runde aus. Stärkste Boote im Fünfer-Feld des deutschen Vorlaufs dürften Kroatien mit den Sinkovic-Brüdern und Italien sein.

Alle Rennen werden von World Rowing auf seiner Webseite gestreamt und auch bei Eurovision Sport gezeigt.

An den Rennen der Ersatzleute, den Spares Races, nimmt nur ein deutsches Boot teil. Der Männer-Zweier mit Max John und Hanno Brach (ORC Rostock und Gießener RG) trifft ab 11:10 Uhr auf Großbritannien und Australien.

 

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