24. Aug. 2026 | Nationalmannschaft | von Hans Strauss

Fünf von sechs Booten weiter im Rennen: Guter Start für die Nationalmannschaft

Mit schneller Zeit ins Halbfinale: Lisa Gutfleisch und Sarah Wibberenz im Doppelzweier. Foto: meinruderbild
Schnell unterwegs und nun im Viertelfinale: der Doppelzweier mit Arno Gaus und Oliver Holtz. Foto: meinruderbild und
Solider WM-Einstand und Halbfinaleinzug: Luise Bachmann und Tabea Schendekehl im Zweier. Foto: meinruderbild
Nach dem schlechten Start ging alles schief: Leonard Brahms und Tobias Strangemann verpassten im Männer-Zweier das Halbfinale. Foto: meinruderbild
Schaffte den Sprung ins Halbfinale des leichten Einers: Johanna Reichardt. Foto: meinruderbild
Ging mit beherztem Endspurt auf Nummer sicher: Fabio Kress steht im WM-Halbfinale des leichten Einers. Foto: meinruderbild
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Einen guten Start in die Weltmeisterschaft hat die deutsche Nationalmannschaft am Montag (24. August 2026) hingelegt. Fünf der sechs gestarteten Boote sind nach ihren Vorläufen weiter im Rennen um vordere Plätze. Der Frauen-Zweier und der schnelle Frauen-Doppelzweier qualifizierten sich über ihre Zeiten bereits für das Halbfinale. Mit einer guten Zeit schaffte der Männer-Doppelzweier den Einzug ins Viertelfinale. Nur der Männer-Zweier blieb hinter den Erwartungen zurück und muss nun im C-Finale weitermachen. Bei den Leichtgewichts-Einern stehen Fabio Kress nach Rang zwei und Johanna Reichardt über ihre Zeit in den Halbfinals.

„Sportlich können wir mit dem ersten Tag zufrieden sein. Die beiden Doppelzweier sind sehr gute Zeiten gefahren. Leider hat der Männer-Zweier einen schwarzen Tag erwischt, mit einem Krebs am Start ging es schon schlecht los“, sagte Cheftrainer Marcus Schwarzrock.

Die Bedingungen bezeichnete Schwarzrock wegen des Gegenwinds, der leicht von der Seite kam und böig war, als „unfair“. Die Vergleichbarkeit der Zeiten in den Vorläufen sei nicht mehr gegeben gewesen. „Wir haben es in Amsterdam schon einmal bei einer WM erlebt, dass es an den Nachmittagen zu windig wird. Insofern verstehe ich nicht, warum man den Fehler wiederholt und die Rennen nicht am Vormittag ansetzt.“   

Reichardt über die Zeit ins Halbfinale

Johanna Reichardt (ARC Würzburg) war die erste deutsche Sportlerin, die bei der WM 2026 an den Start ging. In ihrem Vorlauf des leichten Frauen-Einers belegte sie den dritten Platz hinter der dreifachen Olympia-Teilnehmerin Kenia Lechuga (Mexiko) und Claire Friedlander (USA).  Reichardts 8:54,29 Minuten bei Gegenwind waren aber die schnellste Zeit der nicht direkt Qualifizierten aus den drei Vorläufen, damit steht sie im Halbfinale am Mittwoch.

„Johanna muss weiter an ihrem Start arbeiten und beherzter losfahren. Auf der Strecke ist sie dann ordentlich gerudert, mit einem guten Endspurt. Im Halbfinale hat sie jetzt den etwas schwereren Lauf. Aber es ist weiterhin möglich ins Finale zu kommen“, sagte Trainer Andreas Holz.

Kress erkämpft sich Platz zwei und Halbfinale

Eine Energieleistung im Endspurt brachte Fabio Kress (ARC Würzburg) auf den zweiten Platz seines Vorlaufs und damit direkt ins Halbfinale des leichten Männer-Einers. Mit zwölf Hundertstelsekunden Vorsprung verwies er den Tunesier Gaith Kadri noch auf Rang drei. Am Start war Kress am Besten weggekommen und lag bei der 500-Meter-Marke vorne. Dann aber zogen der Mexikaner Alexis Lopez Garcia, der den Vorlauf dann auch gewann, und Kadri an ihm vorbei. 500 Meter vor dem Ziel war der Tunesier weit weggezogen, aber Kress gab gewaltig Gas und ballte nach seinem starken Abschluss im Ziel die Faust.

„Im Mittelteil hat man gemerkt, dass Fabios Bahn fünf durch den Wind nicht vorteilhaft war. Deshalb musste er im Endspurt nochmal Gas geben, um die direkte Quali zu sichern. Er bleibt einer der Medaillenanwärter“, sagte Trainer Andreas Holz.

Solide Premiere für den Frauen-Zweier

Im Frauen-Zweier gelang Luise Bachmann und Tabea Schendekehl (RV Ingelheim und RC Hansa Dortmund) eine solide WM-Premiere. Sie wurden Dritte ihres Vorlaufes hinter Chile und Tschechien. Ihre Zeit brachte sie als neuntes Boot im Gesamtranking sicher ins Halbfinale am Mittwoch. Auf den ersten 1000 Metern ließen Bachmann und Schendekehl den Kontakt zu den beiden Favoriten nicht abreißen, dann aber drehte Chile auf, ließ auch Tschechien förmlich stehen und kam zu einem überlegenen Sieg. Eine halbe Sekunde Rückstand hatte das deutsche Boot im Ziel auf die Tschechinnen. „Beide sind ein gutes Rennen gefahren, wir sind erst mal zufrieden“, sagte Bundestrainer Alexander Schmidt. „Die Bedingungen waren recht anspruchsvoll und nicht ganz fair. Der erste Schritt ist gemacht, jetzt geht der volle Fokus auf das Halbfinale.“

Männer-Zweier verpatzt seinen Vorlauf

Nicht nach Wunsch verlief der Vorlauf des Männer-Zweiers für Leonard Brahms und Tobias Strangemann (Berliner RC und RV Dorsten). Als Fünfter und Letzter ihres Vorlaufs hatten beide auch mit ihrer Zeit keine Chance auf die Qualifikation fürs Halbfinale und bestreiten am Mittwoch nun das C-Finale. „Am Start sind wir nicht gut ins Rennen gekommen und haben uns davon leider etwas aus dem Konzept bringen lassen. In der Folge sind wir das Tempo der vorderen Boote mit viel zu hohem Aufwand mitgegangen, was auf der zweiten Streckenhälfte deutlich Körner gekostet hat“, lautete das Fazit von Bundestrainer Heiner Schwarz. Italien und Litauen holten sich die beiden direkten Halbfinalplätze, die bei der EM noch bezwungenen Norweger kamen als Dritter über die Zeit ebenfalls weiter. Auf den zweiten 1000 Metern kassierte auch China noch die Deutschen, ist aber trotzdem im C-Finale wieder der Gegner. Schwarz haderte mit dem verpatzten Rennverlauf: „Dass am Ende nur drei Sekunden zum Weiterkommen fehlen, ist besonders ärgerlich.“

Viertbeste Zeit aller Vorläufe für Frauen-Doppelzweier

Auftrag erfüllt, Halbfinale erreicht: Lisa Gutfleisch und Sarah Wibberenz (Heidelberger RK und RC Havel Brandenburg) kamen im zweiten von vier Vorläufen des Frauen-Doppelzweiers auf Rang drei hinter Litauen und Frankreich und ließen dabei Italien und Griechenland hinter sich. Mit ihrer Zeit waren Beide das schnellste der vier Boote, die sich so für die Semis am Mittwoch qualifizierten. Insgesamt lieferten Gutfleisch und Wibberenz sogar die viertbeste Zeit aller Vorläufe ab. Bundestrainer Marcin Witkowski war entsprechend zufrieden mit dem WM-Einstand des neuen Bootes: „Das war ein richtig starkes Rennen, noch dazu im schnellsten aller Vorläufe. Beide sind taktisch gut gefahren, haben nicht zu aggressiv angefangen, und hatten die Chance, auch Frankreich noch zu schlagen. Aber der Abstand war doch etwas zu groß gewesen.“

Männer-Doppelzweier tankt Selbstvertrauen

Auch der Männer-Doppelzweier legte einen gelungenen WM-Einstand hin. Im schnellsten der fünf Vorläufe ruderten Oliver Holtz und Arno Gaus (Rostocker RC und Bonner RG) hinter den Sinkovic-Brüdern (Kroatien) und dem neuen Boot aus Frankreich auf den dritten Platz – mit der drittbesten Zeit aller 26 Boote. Die Qualifikation für das Viertelfinale war somit kein Problem. Und Bundestrainer Eric Johannesen war zufrieden. „Ein sehr positiver Einstieg, trotz der böigen Bedingungen. Gut gefahren, die Jungs. Es war wichtig für sie, dass sie die im Trainingslager erarbeiteten Punkte auch im Rennen umsetzen konnten.“

Lange Zeit, sich zu freuen, bleibt aber nicht. Am Dienstagnachmittag folgen bereits die Viertelfinals, das mit Selbstvertrauen angegangen werden kann. „Morgen kommt für uns schon ein entscheidendes Rennen, weil wir uns fürs Halbfinale qualifizieren wollen, da geht jetzt der ganze Focus drauf“, sagte Johannesen. Gegner werden Rumänien, Tschechien, Australien, Türkei und Norwegen sein.

So geht es am Dienstag weiter

Am Dienstag sind in Amsterdam aus dem DRV-Aufgebot Para-Doppelzweier PR2, Para-Mixed-Vierer PR3, alle olympischen Vierer und der leichte Männer-Vierer in ihren Vorläufen an der Reihe. Zudem bestreitet der Männer-Doppelzweier sein Viertelfinale.

Events

Boote

Vorlauf 3 7:22.38 5 . Platz
Finale C

Vorlauf 3 7:56.78 3 . Platz
Halbfinale A/B 2

Vorlauf 5 6:50.38 3 . Platz
Viertelfinale 3

Vorlauf 2 7:43.22 3 . Platz
Halbfinale A/B 2

Vorlauf 2

Vorlauf 2

Vorlauf 2

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