Traum vom A-Finale geht vier Mal nicht in Erfüllung, Leichtgewicht Kress überzeugt
Drei DRV-Boote aus olympischen Klassen standen am Mittwoch in den Halbfinals, der Traum vom A-Finale ging für alle drei gegen starke Konkurrenz jedoch nicht in Erfüllung. Für den Frauen-Zweier, den Frauen-Doppelzweier und den Männer-Doppelzweier geht es nun am Freitag in den B-Finals weiter. Um die Medaillen kämpfen wird am Donnerstag dagegen Fabio Kress, der sein Halbfinale im Leichtgewichts-Einer überzeugend gewann. In den olympischen Einern erreichten Olympiasieger Oliver Zeidler und Alexandra Föster in ihren Vorläufen wie erwartet das Viertelfinale. Der PR3 Mixed-Doppelzweier steht nach seinem Vorlaufsieg im Finale.
Bachmann und Schendekehl auf Rang vier
Luise Bachmann und Tabea Schendekehl (RV Ingelheim und RC Hansa Dortmund) haben den Einzug ins A-Finale des Frauen-Zweiers nicht geschafft. Sie ruderten auf Platz vier hinter den USA, Frankreich und Tschechien. In der Anfangsphase blieben beide lange auf Tuchfühlung zu Tschechien und den USA auf den Plätzen zwei und drei, konnten das Niveau im Mittelteil aber nicht halten und fielen zeitweise auf Rang fünf hinter Australien zurück. Die letzten 500 Meter waren dann sehr schnell, die Messe aber schon gelesen, weil die Top-Drei zu weit weg waren. Im B-Finale am Freitag geht es nun um eine gute Gesamtplatzierung.
„Es war eine gute Leistung von den Beiden. Mit dem Angang können wir zufrieden sein, um 800 Meter hätten wir etwas mutiger sein können, da sind die anderen etwas zu weit weggekommen. Der Endspurt war stark, leider hat es dann nicht mehr zu Platz drei gereicht“, sagte Bundestrainer Alexander Schmidt. „Luise und Tabea sind jetzt das siebte Rennen zusammengefahren, jedes Rennen hat uns Erfahrungen gegeben, die uns immer etwas stärker gemacht haben. Wir sind stolz auf die Beiden.“
Platz sechs für Gutfleisch und Wibberenz
Im Halbfinale des Frauen-Doppelzweiers war die Tagesform von Lisa Gutfleisch und Sarah Wibberenz (Heidelberger RK und RC Havel Brandenburg) nicht gut genug, um sich für das A-Finale zu qualifizieren. Mehr als der sechste Platz war für das deutsche Boot nicht drin, die Enttäuschung war groß. Auf den Drittplatzierten Polen fehlten schon sechs Sekunden. „Nach dem Vorlauf hatten wir schon erwartet, etwas mehr in den Wettkampf eingreifen zu können. Die ersten 300 Meter waren in Ordnung, dann ist der Abstand einfach zu groß geworden. Bei diesen Gegnern haben wir im Weltcup schon besser ausgesehen“, sagte Bundestrainer Marcin Witkowski. Im B-Finale am Freitag soll es einen guten WM-Abschluss geben.
Weltklasse-Boote zu stark für Holz und Gaus
Eine schwer lösbare Aufgabe hatten Oliver Holtz und Arno Gaus (Rostocker RC und Bonner RG) im Halbfinale des Männer-Doppelzweiers. In die Entscheidung um die drei Plätze im A-Finale konnte das junge deutsche Boot nicht eingreifen, ließen als Fünftplatzierte aber zumindest Rumänien hinter sich. Die Niederlande, Serbien und Spanien ruderten so stark, dass sie auf den letzten Metern das Tempo herausnehmen konnten. Kroatien mit den Sinkovic-Brüdern musste Rang vier und den verpassten Kampf um die Medaillen akzeptieren.
„Wir hatten absolute Weltklasse-Boote als Gegner, trotzdem war der Abstand etwas groß. Die Jungs haben gut gekämpft und alles in die Waagschale geworfen. Die besondere Drucksituation war eine wichtige Erfahrung“, sagte Bundestrainer Eric Johannesen. Die gute Entwicklung wollen Holtz und Gaus nun noch mal im B-Finale am Freitag nachweisen.
Zeidler siegt in seinem Vorlauf
Standesgemäß hat Oliver Zeidler (Frankfurter RG Germania) seinen Vorlauf im Einer-Wettbewerb der Männer gewonnen. Der Olympiasieger von Paris gewann unangefochten vor dem Schweden Samuel Oskarsson und zog damit ins Viertelfinale am Freitag ein. „Vorne war sehr starker Gegenwind, erst hinten raus wurde es besser, aber ich habe mein Rennen gewonnen“, sagte Zeidler. In der letzten Phase der Vorbereitung in München musste er ebenfalls mit sehr viel Gegenwind leben. Aber der Topfavorit ist entschlossen, sich durchzukämpfen und weiß: „Es wird jetzt von Runde zu Runde härter.“ Auch in den sechs weiteren Vorläufen gab es keine Überraschungen. Die wechselnden Winde sorgten für kuriose Zeitunterschiede. So war der Spanier Aleix Garcia beim Sieg im siebten Vorlauf 14 Sekunden schneller als Zeidler im vierten.
Föster schnell genug für das Viertelfinale
Ein ordentlicher Einstand gelang Alexandra Föster (RC Meschede) im Frauen-Einer, auch wenn der eigentliche Plan nicht aufging. „Wir wollten Platz zwei, das hat nicht geklappt. Jetzt sehen wir weiter“, sagte Trainer Sebastian Kleinsorgen. Die Favoritin in Fösters Vorlauf war Lauren Henry, aber nach einem guten Start lag sie bei der ersten Zwischenzeit knapp vor der Britin, die 2024 Olympiasiegerin im Doppelvierer gewesen war. Dass Henry nicht zu halten sein würde, war keine Überraschung. Bis zur 1000-Meter-Marke musste Föster aber auch die starke US-Amerikanerin Lauren O`Connor vorbeiziehen lassen. Daran änderte sich bis ins Ziel nichts mehr. Föster wurde Dritte vor der routinierten Anna Prakaten (Usbekistan), war aber die Zeitschnellste aller nicht direkt Qualifizierten und der Einzug ins Viertelfinale am Freitag war somit klar.
Brahms/Strangemann beenden WM auf Rang 15
Der Männer-Zweier mit Leonard Brahms und Tobias Strangemann (Berliner RC und RV Dorsten) belegte im C-Finale den dritten Platz hinter den USA und Irland und beendete die WM damit auf Gesamt-Rang 15. „Deutlich besser gerudert als im Vorlauf und damit zumindest ein versöhnlicher Abschluss für die Jungs“, sagte Bundestrainer Heiner Schwarz. Und blickte auch auf zwei Boote, die seine Schützlinge hinter sich gelassen hatten: „Slowenien haben sie in diesem Jahr noch nicht geschlagen und Schweden stand in Luzern immerhin im A-Finale. Der Wermutstropfen bleibt, dass eine vergleichbare Leistung am Montag im Vorlauf wohl zum Einzug in die Top 12 gereicht hätte.“
Fabio Kress zieht seinen Rennplan durch
Fabio Kress (Akademischer RC Würzburg) hat sich mit einem großen Sieg im Halbfinale des Leichtgewichts-Männer-Einers in die Mitfavoritenrolle auf den Weltmeister-Titel geschoben. Bei der 1000-Meter-Marke lag Kress zwar knapp hinter dem Titelverteidiger Felipe Kluver Ferreira (Argentinien), holte sich die Führung aber wieder zurück und gab sie bis ins Ziel nicht mehr ab. Vier Ruderer kamen eng beieinander die erstmals gut gefüllte Haupttribüne der Bosbaan, Kress spulte sein Rennen jedoch wie ein Uhrwerk ab und ließ sich den Sieg nicht nehmen. „Ich habe den Rennplan zu 100 Prozent eingehalten, das hat sich bezahlt gemacht“, sagte Kress. „Er hat heute bewiesen, dass er bei den Besten ist und wird morgen versuchen eine Medaille zu holen“, sagte Trainer Andreas Holz. Zweiter wurde Mikikta Kreneyeu (AIN), als Dritter kam auch Ferreira wieder ins A-Finale, das schon am Donnerstag ausgetragen wird.
Rang vier für Johanna Reichardt
Im Halbfinale des Leichtgewichts-Frauen-Einers mit Johanna Reichardt (Akademischer RC Würzburg) gab es frühzeitig klare Verhältnisse. Femke van die Viet (Niederlande), Niede Karzon (Uruguay) und Valeria Shedzel (AIN) hatten sich schon nach 500 Metern deutlich abgesetzt und machten die drei Finalplätze unter sich aus. Reichardt kämpfte, kam aber nicht an das Spitzentrio heran und wurde Vierte. „Der Halbfinallauf war etwas zu stark für sie. Wir haben damit leider das A-Finale verpasst, aber greifen morgen im B-Finale an und wollen das auch gewinnen“; sagte Trainer Andreas Holz kämpferisch.
Luz und Marchand geben sich keine Blöße
Valentin Luz und Kathrin Marchand (Frankfurter RG Germania und RTHC Bayer Leverkusen) sind die klaren Favoriten im PR3 Mixed-Doppelzweier. Und dieser Rolle sind sie im Vorlauf schon einmal gerecht geworden. Schnell und stilistisch gut ruderten sie zum Start-Ziel-Sieg vor Brasilien. Trotz der schwierigen Bedingungen kam dabei auch eine schnelle Zeit heraus. „Alles ist nach Plan gelaufen. Beide sind schnell rausgegangen, haben ihren Rhythmus gefunden und sind ein schnelles Rennen gefahren. Das wollen wir im Finale wiederholen“, sagte Bundestrainer Marc Stallberg. Das Finale wird am Freitag ausgetragen.
So geht es am Donnerstag weiter
In den ersten Finals der WM haben vier deutsche Boote die Chance, nach Medaillen zu greifen. Der Leichtgewichts-Männer-Doppelzweier (16:26 Uhr), Fabio Kress im leichten Männer-Einer (16:41 Uhr) und der PR2-Mixed-Doppelzweier (17:20 Uhr) sind alle mit guten Aussichten am Start. Für den PR3-Mixed-Vierer (17:40 Uhr) ist die Teilnahme am A-Finale schon ein Erfolg.
Außerdem ist der wichtige Halbfinaltag für die deutschen Vierer, da ist Spannung garantiert. Frauen-Vierer (15:25 Uhr), Männer-Vierer (15:40 Uhr), Frauen-Doppelvierer (15:52 Uhr) und Männer-Doppelvierer (15:52 Uhr) kämpfen nacheinander um die A-Finals.
Der Vorlauf im PR1-Männer-Einer (13:36 Uhr) und das B-Finale im leichten Frauen-Einer (14:16 Uhr) stehen ebenfalls auf dem Programm.
Events
Boote
| Vorlauf 4 |
| Vorlauf 4 | 8:03.41 | 3 . Platz |
| Vorlauf 1 | 7:45.72 | 2 . Platz |
| Vorlauf 2 | 8:54.29 | 3 . Platz |
| Vorlauf 2 |
| Vorlauf 3 | 7:22.38 | 5 . Platz | |
| Finale C | 6:54.48 | 3 . Platz |
| Vorlauf 3 | 7:56.78 | 3 . Platz | |
| Halbfinale A/B 2 | 7:29.74 | 4 . Platz | |
| Finale B |
| Vorlauf 5 | 6:50.38 | 3 . Platz | |
| Viertelfinale 3 | 6:45.44 | 2 . Platz | |
| Halbfinale A/B 2 | 6:36.28 | 5 . Platz | |
| Finale B |
| Vorlauf 2 | 7:43.22 | 3 . Platz | |
| Halbfinale A/B 2 | 7:19.12 | 6 . Platz | |
| Finale B |
| Vorlauf 2 | 7:16.61 | 1 . Platz | |
| Finale A |
| Vorlauf 3 |
| Vorlauf 2 | 9:17.44 | 1 . Platz | |
| Finale A |
| Vorlauf 2 | 7:47.44 | 1 . Platz | |
| Finale A |
| Vorlauf 3 | 6:24.70 | 2 . Platz | |
| Halbfinale A/B 2 |
| Vorlauf 3 | 7:31.33 | 4 . Platz | |
| Halbfinale A/B 1 |
| Vorlauf 2 | 6:16.11 | 1 . Platz | |
| Halbfinale A/B 2 |
| Vorlauf 2 | 6:59.92 | 4 . Platz | |
| Halbfinale A/B 2 |
| Vorlauf 2 |
| Vorlauf 1 |
| Finale A |