31. Juli 2026 | Nationalmannschaft | von Hans Strauss

Drei deutsche Riemen-Boote und ein Para-Boot machen am ersten Tag von sich reden

Als Vorlaufsieger ins A-Finale des Frauen-Zweiers: Tabea Schendekehl und Luise Bachmann. Foto: meinruderbild
Guter Einstand für den Frauen-Vierer: Hannah Reif, Paula Hartmann, Annabelle Bachmann und Pia Greiten stehen im A-Finale der EM. Foto: meinruderbild
Hoffnung auf mehr: der Männer-Vierer mit Jasper Angl, Benedict Eggeling, Mark Hinrichs und René Schmela kämpft im A-Finale um eine EM-Medaille. Foto: meinruderbild
Sie verschieben die Koordinaten in ihrer Para-Bootsklasse PR3: Valentin Luz und Kathrin Marchand. Foto: meinruderbild
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Einen sehr ordentlichen Start in die Europameisterschaft in Varese legte die große Flotte des Deutschen Ruderverbandes am Freitag (31.7.2026) hin. Mit zwei Ausnahmen - Männer-Doppelzweier und Männer-Zweier - sind alle Boote in den A-Finals vertreten und kämpfen um Medaillen. Cheftrainer Marcus Schwarzrock sprach von „einem guten Tag“. Besonders hob er den Frauen-Zweier hervor, der seinen Vorlauf gewann, und den neu gebildeten Frauen-Vierer, der Vorlauf-Zweiter wurde. „Wir werden nun auch im Bereich Frauen Riemen handlungsfähig“, resümierte Schwarzrock.

Lob gab es auch für den Männer-Vierer ohne, der als Vorlauf-Zweiter Italien hinter sich ließ. „Hier hatten wir schon länger kein Boot mehr in einem A-Finale. Die Vier haben mir schon im Training gut gefallen, nun haben sie das auch im Rennen umgesetzt“, sagte der Cheftrainer. Für den Höhepunkt des Tages sorgten unzweifelhaft Valentin Luz und Kathrin Marchand, die im Para-Mixed-Zweier PR3 erneut eine Weltbestzeit aufstellten – nur findet sie nach dem Reglement keinen Eingang in die Rekordlisten, weil sie bei einer Europameisterschaft erzielt wurde.  

Zeidler geht extrem schnell an

Einen klaren Sieg brachte der Vorlauf des Männer-Einers für Oliver Zeidler (Frankfurter RG Germania). Nach extrem schnellen 1:35,38 Minuten für die ersten 500 Meter ließ der Olympiasieger bis ins Ziel keinen Zweifel an seiner Qualifikation fürs Halbfinale, auf eine Rekordzeit war er auf den zweiten 1000 Metern dabei nicht mehr aus.

Föster schafft es noch ins Halbfinale

Für Alexandra Föster (RC Meschede) war der Vorlauf im Frauen-Einer eine schwere Aufgabe. Vorne waren Joana Arsic (Serbien) und Viktorija Senkute (Litauen) von Föster nicht zu gefährden. Als Dritte schaffte sie es über die Zeit als elftes von zwölf Booten gerade noch ins Halbfinale.

Frauen-Zweier setzt sich von Tschechien ab

Luise Bachmann und Tabea Schendekehl (RV Ingelheim und RC Hansa Dortmund) lieferten sich im Vorlauf des Frauen-Zweiers lange ein enges Duell mit Tschechien um den Sieg. Nach der 1500-Meter-Marke setzte sich das deutsche Boot jedoch ab und kam mit einer guten Länge Vorsprung als Erster ins Ziel. Damit stehen Bachmann und Schendekehl im A-Finale der EM am Samstag (10:49 Uhr).

Männer-Zweier ohne kann Startniveau nicht halten

Für den neu besetzten Männer-Zweier gingen die Hoffnungen auf das Erreichen des A-Finales nicht in Erfüllung. Leonard Brahms und Tobias Strangemann (Berliner RC und RV Dorsten) waren beim Start hellwach und lagen nach 500 Metern auf Rang drei. Dieses Niveau konnten beide jedoch nicht halten und fielen auf den fünften und letzten Platz zurück. Fast 14 Sekunden betrug der Rückstand auf Laufsieger Rumänien. Nun geht es im B-Finale für Beide weiter.

Auch Männer-Doppelzweier im B-Finale

Schwer taten sich Oliver Holtz und Arno Gaus (Rostocker RC und Bonner RG) angesichts starker Gegner in ihrem Vorlauf des Männer-Doppelzweiers. Sie wurden Fünfte, erreichten aber über die Zeit als elfte von zwölf Mannschaften das Halbfinale. Dort allerdings war die Luft dann ebenfalls dünn für das DRV-Boot. In den Kampf um die Finalplätze konnte es nicht eingreifen, erneut wurde es Rang. Nun steht noch das B-Finale an.

Frauen-Doppelzweier als Zweiter ins A-Finale

Nach starken ersten 1000 Metern, zeitweiliger Führung und Rang zwei im Vorlauf hinter Griechenland hat der Frauen-Doppelzweier mit Lisa Gutfleisch und Sarah Wibberenz (Heidelberger RK und RC Havel Brandenburg) das A-Finale der Europameisterschaft am Samstag (11:19 Uhr) erreicht. Die direkte Qualifikation geriet im Finish nicht mehr in Gefahr.

Guter Einstand für den neuen Frauen-Vierer

Einen gelungenen Einstand legte der nach dem Weltcup in Luzern neu gebildete Frauen-Vierer hin. Hannah Reif, Paula Hartmann, Annabelle Bachmann und Pia Greiten (Frankfurter RG Germania, Mainzer RV, RV Ingelheim und Osnabrücker RV). Lediglich 1,11 Sekunden hatte das auf der ersten Streckenhälfte knapp in Führung liegende DRV-Boot im Ziel hinter dem Luzern-Dritten Großbritannien. Mit Rang zwei ist das A-Finale am Samstag (12:32 Uhr) erreicht.

Männer-Vierer will nach Medaille greifen

Die Umbesetzung im Männer-Vierer mit Jasper Angl als Strategen im Bug hat fürs Erste sehr gut funktioniert. Angl, Benedict Eggeling, Mark Hinrichs und René Schmela (RV Münster, RC Favorite Hammonia,  Limburger ClfW, Berliner RC) ballten teilweise die Faust, als mit dem zweiten Platz im Vorlauf hinter Rumänien die direkte Qualifikation fürs A-Finale am Samstag (12:18 Uhr) geschafft war. Italien musste sich mit Rang drei begnügen. Das deutsche Quartett fuhr hinter Rumänien und Großbritannien die drittschnellste Vorlaufzeit, was zuversichtlich macht. Der Gewinn einer Medaille liegt im Bereich des Möglichen. „Das ist realistisch. Morgen ist ein neuer Tag. Wir werden alles reinwerfen. Es ist ein spannendes Finale zu erwarten“, sagte Benedict Eggeling und Bundestrainerin Sabine Tschäge prophezeit: „Das Finale wird ein heißer Ritt.“

Heißer Ritt für den Männer-Doppelvierer

Für das aufregendste Rennen aus deutscher Sicht am ersten EM-Tag sorgte der Männer-Doppelvierer. Marc Weber, Felix Heinrich, Jonas Gelsen und Ole Hohensee (Frankfurter RG Germania, RK Normannia Braunschweig, RC Nassovia Höchst und Stralsunder RC) lagen nach dem Start und nach den ersten 1000 Metern auf dem fünften und letzten Platz. Auch teilweise 40 Schläge pro Minute brachte das DRV bis zur 1500-Meter-Marke nur auf Platz vier nach vorne. Der Endspurt war aber nicht zum ersten Mal unwiderstehlich und sicherte im Turbo-Modus noch Rang zwei hinter Kroatien, mit nur 23 Hundertsteln vor Tschechien. Das A-Finale am Samstag (12:47 Uhr) war erreicht. „Es war sehr knapp, auch zum B-Finale hin. Morgen müssen wir was Anderes zeigen“, sagte Felix Heinrich.

Frauen-Doppelvierer muss sich der Schweiz beugen

Der Frauen-Doppelvierer hat seine Aufgabe im Vorlauf gelöst. Platz zwei hinter dem stark auftretenden Boot aus der Schweiz brachte den Einzug ins A-Finale am Samstag (12:32 Uhr). Maren Völz, Juliane Faralisch, Johanna Debus und Frauke Hundeling (RC Potsdam, Frankfurter RG Germania, RV Hellas Offenbach und Deutscher RC) konnten Rumänien, das anfangs mitgemischt hatte, klar distanzieren. „Wir sind besser reingekommen als zuletzt, aber damit, wie wir es hinten raus gelöst haben, sind wir nicht zufrieden“, sagte die am Schlag rudernde Frauke Hundeling.

Frauen-Achter lässt Italien noch hinter sich

Eher Schonung war angesichts von fünf Doppelstarterinnen für den Frauen-Achter im Bahnverteilungsrennen angesagt. Vorne zogen Rumänien und Italien ihr Rennen durch, für das DRV-Boot mit Paula Hartmann, Nora Peuser, Antonia Galland, Annabelle Bachmann, Pia Greiten, Olivia Clotten, Luise Bachmann, Tabea Schendekehl und Florian Koch (Mainzer RV, RU Arkona Berlin, RC am Baldeneysee, RV Ingelheim, Osnabrücker RV, Neusser RV, RV Ingelheim, RC Hansa Dortmund und Donau-RC Ingolstadt) reichte es auf den letzten 500 Metern noch zur Verbesserung auf Rang drei vor Italien.

Schneller Männer-Achter Zweiter hinter Rumänien

Bei relativ starkem Wellengang im Nachmittag gelang dem Männer-Achter ein schnelles, gutes Rennen, das nach 5:26,34 Minuten mit dem zweiten Rang belohnt wurde. Noch besser unterwegs war nur Rumänien, das in 5:24,39 Minuten nur drei Sekunden über der Weltbestzeit blieb. Der Dritte AIN (Neutrale Athleten) war schon über acht Sekunden langsamer als das deutsche Boot. Die Mannschaft war mit dem ersten Rennen nach der Umbesetzung – Frederik Breuer kam ins Boot und übernahm die Schlagposition – zufrieden. „Das war ein Schritt nach vorne. Uns ist ein besserer Start in die Regatta gelungen als bei den Weltcups in Sevilla und Luzern“, sagte Steuermann Jonas Wiesen. Zufrieden blickte auch Bundestrainer Mark Emke auf die Entwicklung des Boots: „Das war ein guter Start mit der neuen Besetzung, ein solides Rennen auf Basislevel. Aber wir können mehr.“ Was sich im Finale am Sonntag (12:07 Uhr) niederschlagen soll.

Klemp schafft Einzug ins A-Finale des Para-Einers

Marcus Klemp (Olympischer RC Rostock) konnte sehr zufrieden sein. Als Dritter seines Vorlaufs qualifizierte er sich in der sehr stark besetzten Konkurrenz des Para-Einers PR1 für das A-Finale der EM. Nach den vier direkt qualifizierten Giacomo Perini (Italien), Benjamin Pritchard (Großbritannien), Roman Poliansky (Ukraine) und Alexis Sanchez (Frankreich) war „Klempi“ der Zeitbeste.

Luz und Marchand zeigen ihre großen Fähigkeiten

Valentin Luz und Kathrin Marchand (Frankfurter RG Germania und RTHC Bayer Leverkusen) ließen es im Bahnverteilungsrennen des Mixed-Doppelzweiers PR3 gleich krachen. Den Schiebewind auf dem Lago di Varese nutzten die Titelverteidiger zu einer Demonstration ihrer Fähigkeiten und unterboten in 6:57,52 Minuten ihre eigene Weltbestzeit um 72 Hundertstelsekunden. Der Rekord bleibt aber inoffiziell, weil dafür nur bei Weltmeisterschaften und Weltcups erreichte Leistungen gewertet werden. Der Zweitplatzierte Ukraine lag rund 24 Sekunden hinter dem deutschen Duo zurück.

Bier und Umbach dominieren ihr Vorrennen

Sehr gut präsentierten sich Jasmina Bier und Paul Umbach (RG Hansa Hamburg und RC Nürtingen) im Bahnverteilungsrennen des PR2 Mixed-Doppelzweiers. Als hätte es die Verletzungspause von Bier nicht gegeben, dominierten beide das Bahnverteilungsrennen. Israel hatte den etwas besseren Start, dann übernahmen die beiden Deutschen und hatten auch dank ihrer technischen Überlegenheit im Ziel zweieinhalb Sekunden Vorsprung auf Isreal. Dritter wurde die Ukraine.

Mixed-Vierer muss noch an sich arbeiten

Nicht so gut lief es für den PR3 Mixed-Vierer mit Steuermann bei seiner Rennpremiere. Im Bahnverteilungsrennen mussten sich Hermine Krumbein, Jan Helmich, Daniel Müller-Groß, Susanne Lackner und Till Martini (RK Normannia Braunschweig, RC Hansa Dortmund, RTHC Bayer Leverkusen, Mannheimer RV Amicitia und Olympischer RC Rostock) mit dem vierten Platz unter vier Booten begnügen. Großbritannien gewann vor Italien und Frankreich.

Leichtgewicht: Kress und Männer-Zweier im A-Finale

Im Leichtgewichtsbereich qualifizierte sich der amtierende Europameister Fabio Kress (ARC Würzburg) in seinem Vorlauf erneut für das Finale. Nachdem er seit der deutschen Kleinbootmeisterschaft kein Rennen mehr bestritten hatte, benötigte er etwas Anlaufzeit, arbeitete sich dann aber auf Rang zwei hinter Griechenland vor und gab ihn auch nicht mehr ab. Johanna Reichardt (ARC Würzburg) musste sich im Bahnverteilungsrennen des Frauen-Einers auf den fünften Platz. Als Sieger des Bahnverteilungsrennens im leichten Zweier gingen Patrick Erdmann und Johannes Ursprung (beide ARC Würzburg) bei ihrer internationalen Premiere hervor. Sie setzten sich gegen Moldawien und Georgien souverän durch und hatten auch mit dem Wellengang keine Probleme. Um die Medaillen geht es nun am Samstag (13:32 Uhr).

Das Programm am Samstag

World Rowing streamt die A-Finals am Samstag zwischen ca. 10:35 und 13:15 Uhr auf seiner Webseite. In der ARD-Sportschau im ersten Programm ist die EM mit dem Abschneiden der deutschen Mannschaft am Samstag zwischen 15:30 und 15:50 Uhr Thema.

Events

Boote

Vorlauf 2 6:46.45 1 . Platz

Vorlauf 3 7:37.40 3 . Platz

Vorlauf 2 9:14.38 3 . Platz

Vorlauf 1 6:55.94 2 . Platz

Vorrennen/Bahnverteilungsrennen 7:54.45 5 . Platz

Vorlauf 1 6:33.16 5 . Platz
Finale B

Vorlauf 2 7:02.63 1 . Platz
Finale A

Vorrennen/Bahnverteilungsrennen 6:54.96 1 . Platz
Finale A

Vorlauf 2 6:16.94 5 . Platz
Halbfinale A/B 2 6:24.84 5 . Platz
Finale B

Vorlauf 2 6:54.08 2 . Platz
Finale A

Vorlauf 2

Vorrennen/Bahnverteilungsrennen 8:14.44 1 . Platz
Finale A

Vorrennen/Bahnverteilungsrennen 6:57.52 1 . Platz
Finale A

Vorlauf 1 5:52.09 2 . Platz
Finale A

Vorlauf 2 6:29.77 2 . Platz
Finale A

Vorlauf 2 5:43.57 2 . Platz
Finale A

Vorlauf 1 6:17.59 2 . Platz
Finale A

Vorrennen/Bahnverteilungsrennen 5:26.34 2 . Platz
Finale A