13. Juli 2019 | Nationalmannschaft | von Judith Garbe

Vier Medaillen in den nicht-olympischen Bootsklassen

Marie-Louise Dräger hat Bronze im leichten Einer gewonnen. Fotos: DRV/Seyb
Jan Helmich und Valentin Luz haben Gold im PR3M2- gewonnen, Bronze ging an Dominik Siemenroth und Marc Lembeck.
Silber für Cara Pakszies, Ladina Meier, Katrin Thoma und Sophia Krause im leichten Doppelvierer.
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Entgegen dem Wetterbericht hing den gesamten Vormittag eine Regenwand über der Willem Alexander Baan, erst am frühen Nachmittag klarte der Himmel über Rotterdam etwas auf. Der Wind kam nicht mehr ganz so böig wie am Vortag, wehte aber immer noch kräftig von der Seite. Aus diesem Grund hatte die FISA die Rennen zunächst auf die Bahnen 2-7, ab Mittag dann auf 3-8 verschoben. So konnten nach den bei den Athleten unbeliebten Time-Trials gestern heute endlich „richtige“ Rennen gefahren werden.

Insgesamt fünf weitere deutsche Boots sind dabei ins Finale gerudert. Zudem wurden die ersten Medaillen in den nicht-olympischen Bootsklassen vergeben – vier davon (1x Gold, 1x Silber, 2x Bronze) gingen auf das Konto des Deutschen Ruderverbandes.

Dräger holt Bronze

Marie-Louise Dräger (Schweriner RG) hatte sich am Vormittag als Dritte für das heutige Finale qualifiziert. Die Siegerin des Weltcup-Finals vor einem Jahr in Luzern fand zunächst nicht gut ins Rennen und lag nach 500 m schon eine Bootslänge hinter dem führenden Trio. Auf der zweiten Teilstreck schob sich die Rostockerin aber immer näher. Als Dritte – mit 2,5 Sekunden Rückstand - ging es auf die letzten 500 m. Die Lücke zur Spitze konnte Dräger aber nicht mehr schließen, am Ende jubelt sie über Bronze.  „Ich bin auf jeden Fall zufrieden, das Rennen war richtig anstrengend bei dem Wind. Als ich unter der Brücke zum Start durchgefahren bin, habe ich gedacht, das ist ein Scherz. Nach 500 m wurden die Wellen etwas weniger und ich habe besser ins Rennen gefunden. Am Ende wollte ich den dritten Platz einfach absichern“, so Dräger nach der Siegerehrung.

Schäfer verpasst Medaille

Zum zweiten Mal in Folge ist Lucas Schäfer (Rudern und Sport Steinmühle) auf Rang vier im Finale gerudert. Nach 1.000 m hatte der leichte Einer-Fahrer schon zwei Bootslängen Rückstand auf den führenden Australier. Im weiteren Rennverlauf konnte er den Abstand nicht mehr verkürzen, am Ende fehlten rund 3,5 Sekunden auf Bronze.

Silber für den leichten Frauen Doppelvierer

Für den leichten Frauen-Doppelvierer war das Finale heute das erste und letzte Rennen der Regatta. Bei nur drei Boote gemeldeten Booten hatten Cara Pakszies, Ladina Meier, Katrin Thoma und Sophia Krause (RV Neptun Konstanz/Frankfurter RG Germania/Limburger Club für Wassersport) eine Medaille schon sicher – es ging nur um die Farbe. Das Quartett ordnete sich nach dem Start hinter den amtierenden Weltmeisterinnen aus China ein, die sich im weiteren Rennverlauf immer weiter lösen konnte. Mit rund vier Bootslängen Rückstand kamen die Deutschen auf dem Silberrang ins Ziel. „Es ist natürlich schade, dass nur drei Boote gemeldet haben, aber auch in solchen Rennen geben wir alle“, erklärt Thoma und Krause ergänzt. „Wir sind technisch leider nicht gut reingekommen, das hat sich dann leider wie eine Kette durch das Rennen gezogen. Unten am Start sind die Bedingungen extrem schwierig, es ist super wellig. Über die Strecke wird es aber langsam besser.“

Im Finale des leichten Männer-Doppelvierers waren fünf Nationen am Start. Das deutsche Boot mit Hendrik Winkel, Joscha Holl, Fabio Kress und Patrick Hofmockel (RV Dorsten/RC Rheinfelden/Akademischer RC Würzburg) hat beim Heimsieg der Niederländer als Vierter eine Medaille nur knapp verpasst.

Nur drei Boote hatten für das Finale des PR3M2- gemeldet – darunter zwei deutsche. Gold holten Jan Helmich und Valentin Luz Start (Offenbacher RG/RC Hansa Dortmund), die sich früh von den Ukrainern lösen konnten und mit mehr als sechs Längen Vorsprung als Erste die Ziellinie überquerten.  Dominik Siemenroth und Marc Lembeck (beide RTHC Leverkusen) kamen mit einem großen Rückstand als Dritte ins Ziel.

Am Vormittag standen die Halbfinals und Hoffnungsläufe auf dem Programm. Insgesamt 19 deutsche Boote mischten hier mit.

Menzel und Njwajide stehen im Finale

Leonie Menzel und Carlotta Nwajide (RC Germania Düsseldorf/Deutscher RC von 1884) haben das Ziel A-Finale erreicht. Im Hoffnungslauf führte das Duo das Feld fast das komplette Rennen an, im Endspurt zogen aber die Kanadierinnen noch vorbei. „Bis auf die letzten 500 m sind wir zufrieden“, so Menzel. „Aber es ist schon etwas ärgerlich, dass die Kanadierinnen am Ende noch vorbeigezogen sind. Unser Ziel, das Finale, haben wir aber erstmal erreicht“, ergänzt Nwajide.

Thiele im Endlauf

Ebenfalls ins Finale eingezogen ist Teamkollegin Annekatrin Thiele (SC DHfK Leipzig e.V., Abteilung Rudern) im Einer. Die Leipzigerin konnte sich als Dritte ihres Halbfinals für die Top-6 qualifizieren. „Das Feld ist ja auf jeder Regatta ein anderes. Hier für Rotterdam hatte ich mir auf jeden Fall das Finale als Ziel gesetzt, das habe ich erreicht. Das Rennen heute war schon besser als gestern, aber es ist immer noch Luft nach oben“, so Thiele. Pia Greiten (Osnabrücker RV) ist als Sechste ihres Laufes ins B-Finale gerudert. „Ich bin jetzt ja schon länger nicht im Einer gerudert. Mit dem Halbfinaleinzug war ich schon zufrieden“, so Greiten.

Naske und Krüger hinter Irland auf Rang zwei

Tim Ole Naske und Stephan Krüger (RG Hansa Hamburg/Frankfurter RG Germania) haben wie schon in Poznań das Finale erreicht. Das Duo ordnete sich nach dem Start hinter den überraschend starken Iren ein. Über das Mittelstück konnten sich die beiden dann von den drittplatzierten Australiern absetzen und als Zweite souverän das Finalticket lösen. „Das Mittelstück entwickelt sich langsam zu ihrer Stärke. Sie haben sich sehr konsequent von den Dritten gelöst. Auf den letzten Metern haben sie sich nochmal etwas versteuert, aber da war schon klar, dass es reicht“, so Trainer Karsten Timm zufrieden.

Zeidler gewinnt C-Finale

Für Oliver Zeidler (Donau-Ruder-Club Ingolstadt) ist die Regatta nach dem verpassten Halbfinaleinzug früher als üblich beendet. Im für ihn ungewohnten C-Finale konnte der Münchner heute nochmal seine Leistung abrufen und das Rennen mit mehr als zwei Bootslängen Vorsprung gewinnen. Geburtstagskind Stephan Riemekasten (Der Hamburger und Germania RC) wurde Sechster.

Männer-Vierer ohne mit Start-Ziel-Sieg ins Finale

Der Männer-Vierer ohne hat sich souverän für die Runde der letzten sechs qualifiziert. Felix Brummel, Felix Wimberger, Max Planer und Nico Merget (RV Münster/Passauer RG/Bernburger RC/Frankfurter RG Germania) haben vom Start weg das Tempo übernommen und den Sieg mit einer Bootslänge Vorsprung vor den Dänen ungefährdet ins Ziel gerudert. „Es war schon sehr windig, eine richtige Steuerherausforderung. Aber wir sind hier gut in die Regatta gekommen und konnten den Schwung mitnehmen. Nach Poznań geht es jetzt auf jeden Fall bergauf und wir sind guter Dinge für das Finale morgen“, erklärt Schlagmann Nico Merget. Auch Trainer Tim Schönberg zeigte sich zufrieden. „Das war auf jeden Fall ein gutes Rennen. Aber um morgen auch ganz vorne mitfahren zu können, müssen die Jungs alles noch stabiler umsetzen.“

Schröder und Gebauer im C-Finale vorne

Nur 0,24 Sekunden fehlten Wolf-Niclas Schröder und Paul Gebauer gestern zum Halbfinaleinzug im Männer-Zweier ohne. Im heutigen C-Finale konnten sie erneut eine starke Leistung abrufen und den Sieg nach Hause rudern. Der zweite deutsche Zweier mit Marc Leske und Paul Schröter (Crefelder RC/RK am Wannsee) kam nicht über den fünften Platz hinaus. „Das war eine ordentliche Vorstellung von Wolf-Niclas und Paul. Es fehlen sicher noch einige Boote in dem Feld, aber das war schon mal ein kleiner Lichtblick. Wenn wir die nächsten sechs Wochen jetzt noch an der Ausdauer arbeiten können etc, bin ich sehr zuversichtlich“, so Disziplintrainer Uwe Bender.

Osborne und Rommelmann weiterhin ungeschlagen

Jason Osborne und Jonathan Rommelmann (Mainzer RV/Crefelder RC) bleiben weiter in der Siegerspur. Das Duo setzte sich im Halbfinale mit einer Bootslänge Vorsprung gegen den Weltmeister Paul O’Donovan und seinen Bootspartner Fintan McCarthy aus Irland durch und mischt morgen wieder im Medaillenkampf mit. „Die Iren haben uns wie zu erwarten ordentlich unter Druck gesetzt.  Wir sind froh, dass wir das Rennen für uns entscheiden konnten. Rudertechnisch konnten wir auf jeden Fall alles umsetzen“, so Rommelmann. „Jetzt bin ich gespannt, wie es morgen wird. Die Iren und Norweger sind auf jeden Fall stark einzuschätzen. Ich denke, da wird die Tagesform entscheiden.“

12 Hundertstel fehlen dem Frauen-Zweier ohne

Anna-Calina Schanze und Tabea Schendekehl (Ratzeburger RC/ Hansa von 1898 e.V. Dortmund) haben das Finale um nur 12 Hundertstel verpasst. Das Duo lag lange Zeit auf dem dritten Rang, musste sich im Endspurt aber den Spanierinnen geschlagen geben. „Wir sind auf jeden Fall zufrieden. An unserem Endspurt müssen wir aber noch feilen. Aber alles Schritt für Schritt“, so Schanze. Für den zweiten Zweier ohne stand heute bereits das C-Finale auf dem Programm. Dort belegten Constanze Duell und Luisa Neerschulte (Münchner RC/RR ETUF Essen) den sechsten Platz.

Frauen-Vierer ohne im B-Finale

Auch der Frauen-Vierer ohne hat den Einzug in die Runde der letzten sechs verpasst. Isabelle Hübener, Juliane Faralisch, Ida Kruse und Alexandra Höffgen (RC Potsdam/Frankfurter RG Germania/RV Münster/Neusser RV) sind beim Sieg der Niederländerinnen schon früh in Rückstand geraten. Als Vierter des Hoffnungslaufes rudern sie morgen im B-Finale um eine gute Platzierung.

Frauen-Achter abgeschlagen

Der Frauen-Achter hat als Sechster des Hoffnungslaufes das Finale ebenfalls verpasst. Alyssa Meyer, Marie-Sophie Zeidler, Annabel Oertel, Christin Stöhner, Melanie Göldner, Frauke Hundeling, Anna Härtl, Charlotte Wesselmann und Steuerfrau Larina Hillemann (RC Tegel/Donau-Ruder-Club Ingolstadt/RC Potsdam/ORC Rostock/RC Potsdam/DRC v. 1884/RC Potsdam/RK Flensburg/Lübecker RG) haben bereits nach 600 m den Anschluss an die Spitze verloren und mussten im weiteren Rennverlauf weiter abreißen lassen. „Zwischen 600 und 700 Meter war irgendwie die Luft kurz raus. Da sind sie von jetzt auf gleich zurückgefallen. Das war eigentlich anders abgesprochen. Die Leistung ist auf jeden Fall ausbaufähig“, so Trainer Werner Nowak.  

Beide leichten Frauen-Doppelzweier verpassen Endlauf

Leonie Pieper und Leonie Pless (RC Germania Düsseldorf/Frankfurter RG Germania) als Vierte und Ronja-Fini Sturm und Vera Spanke (Neusser RV/RC Havel Brandenburg) als Fünfte haben das Finale im leichten Doppelzweier verpasst. Pieper und Pless lieferten sich auf der zweiten Streckenhälfte einen spannenden Zweikampf mit den Britinnen, am Ende fehlten knapp 1,5 Sekunde zum Finaleinzug.

Johannes Schmidt (Offenbacher RG) hat als Sechster seines Hoffnungslaufes das A-Finale des PR1M1x verpasst. Der Offenbacher rudert morgen im B-Finale um eine gute Platzierung.

Joachim Agne und Mahni Fatahi (Akademischer RC Würzburg/Ulmer RC Donau) beenden Weltcup im leichten Doppelzweier auf dem 18. Rang. Im C-Finale kamen sie nicht über den sechsten Platz hinaus.

Neun A-Finals mit deutscher Beteiligung

Morgen stehen insgesamt neun A-Finals und sieben B-Finals mit deutscher Beteiligung auf dem Programm. Die B-Finals starten um 8.25 Uhr, die A-Finals beginnen um 10.35 Uhr und sind live auf Worldcoming.com zu sehen. Den Zeitplan gibt es hier

Events

Boote

Vorlauf 1 8:27.83 2 . Platz
Halbfinale A/B 2 8:06.62 3 . Platz
Finale A 8:40.07 5 . Platz

Vorlauf 4 8:18.43 3 . Platz
Halbfinale A/B 1 8:32.63 6 . Platz
Finale B 8:27.33 4 . Platz

Vorlauf 6 7:29.22 2 . Platz
Finale C 6:57.42 1 . Platz

Vorlauf 6 7:31.90 3 . Platz
Finale C 7:15.07 6 . Platz

Vorlauf 1 8:21.50 2 . Platz
Halbfinale A/B 2 8:10.76 3 . Platz
Finale A 8:50.38 3 . Platz

Vorlauf 2 7:25.78 1 . Platz
Halbfinale A/B 1 7:16.23 2 . Platz
Finale A 8:08.15 4 . Platz

Finale A 12:55.62 4 . Platz

Vorlauf 1 11:24.93 3 . Platz
Hoffnungslauf 1 11:12.07 6 . Platz
Finale B 11:42.62 1 . Platz

Vorlauf 2 7:33.74 3 . Platz
Hoffnungslauf 1 7:25.72 2 . Platz
Finale A 8:15.34 5 . Platz

Vorlauf 1 7:42.33 2 . Platz
Halbfinale A/B 2 7:33.87 4 . Platz
Finale B 7:43.68 3 . Platz

Vorlauf 3 7:47.86 3 . Platz
Halbfinale A/B 1 7:41.23 5 . Platz
Finale B 7:45.36 5 . Platz

Vorlauf 1 6:47.10 1 . Platz
Halbfinale A/B 1 6:42.04 1 . Platz
Finale A 7:01.59 1 . Platz

Vorlauf 3 7:08.70 4 . Platz
Finale C 6:48.46 6 . Platz

Vorlauf 2 0:00.00
Halbfinale A/B 1 7:39.61 4 . Platz
Finale B 7:55.69 1 . Platz

Vorlauf 2 0:00.00
Finale C 7:48.21 6 . Platz

Vorlauf 2 7:13.14 6 . Platz
Finale C 7:05.66 5 . Platz

Vorlauf 3 6:58.49 4 . Platz
Finale C 6:50.38 1 . Platz

Finale A 8:51.57 1 . Platz

Finale A 9:56.30 3 . Platz

Vorlauf 1 6:48.33 1 . Platz
Finale A 6:46.64 1 . Platz

Vorlauf 2 6:05.05 1 . Platz
Finale A 6:01.91 2 . Platz

Finale A 7:24.26 2 . Platz

Finale A 6:46.96 4 . Platz

Vorlauf 2 7:12.23 6 . Platz
Hoffnungslauf 2 7:09.16 4 . Platz
Finale B 7:06.02 3 . Platz

Vorlauf 2 6:17.93 2 . Platz
Hoffnungslauf 2 6:15.71 1 . Platz
Finale A 6:15.94 3 . Platz

Vorlauf 1 6:46.56 5 . Platz
Hoffnungslauf 1 6:43.67 6 . Platz
Finale B 6:46.13 4 . Platz

Vorlauf 1 5:47.70 1 . Platz
Finale A 5:50.88 2 . Platz

Galerien