23. Sep 2022 | Jugend | von Karl Wiemer, Paul Rosenberg und Finja Kotter

DRJ Schwedencamp 2022

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Erneut ging es in diesem Jahr unter der Leitung von Paula Scholz (DRJ) nach Schweden. Dazu trafen sich 20 ruderbegeisterte Jugendliche in Hamburg, um zusammen mit 7 Teamer:innen und einem Bootsanhänger gen Norden zu fahren. Wie die letzten Jahre war das Basislager wieder auf dem Campingplatz in Lennartsfors, am Fuße des Sees Foxen.

Als Warm-up für die nächsten zwei Wochen haben wir gleich am Anfang eine zweitägige Wanderfahrt gemacht. Hier konnten sich alle mit dem Lagerbau auf Inseln und dem Kochen in kleinen Gruppen auf dem Trangia (Spirituskocher) vertraut machen. Nebenher konnten die ersten Ruderkilometer auf schwedischen Gewässern gesammelt werden. Die nächsten Tage im Camp wurden aufgrund von regnerischen Bedingungen mit kurzen Rudertouren, Wanderungen in Schwedens Natur oder Ausflügen verbracht. Ein Highlight war hier der Besuch eines Elchparks, in dem man die Elche hautnah erleben und sogar streicheln konnte. Pünktlich zu unserer langen Wanderfahrt, welche uns durch den Dalslandkanal bis zum Vänern führte, wurde das Wetter wieder sonnig und warm.

Der Dalslandkanal ist ein System aus vielen Schleusen und kleinen Kanälen, der viele Seen miteinander verbindet sodass man bis zum Vänern fahren kann. Täglich ruderten wir in unseren Vierern, die uns von mehreren Vereinen aus Deutschland geschenkt und danach von fleißigen Helfern aufbereitet wurden, 15-30 km.  Wir fuhren jeden Tag von Insel zu Insel, auf denen wir in Hängematten schliefen. Die Nächte waren meistens klar, sodass wir viele Sternschnuppen sehen konnten. Ein Highlight der Wanderfahrt war das Schleusen in Haverud, wo wir über ein stählernes Aquädukt fuhren und so gleichzeitig zur Touristenattraktion wurden. Am letzten Tag der Wanderfahrt sind wir um 4:30 Uhr aufgestanden, um den Sonnenaufgang auf dem größten See der EU mit zu erleben, was sich auf jeden Fall gelohnt hat. Das Wasser war glatt, alles war ruhig und es fuhren keine Motorboote.

Nach zwei ereignisreichen Wochen in der Wildnis Schwedens ging es einen Tag nach der Ankunft am Vänern wieder mit der Fähre in Richtung Deutschland.
 

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Bericht aus Sicht einer Teilnehmerin

Da ich schon das zweite mal mit ins Schwedencamp gefahren bin, war die Vorfreude entsprechend groß als ich mit meinen beiden Freundinnen und meinem Bruder nach Hamburg angereist bin. Empfangen wurden wir im Ruderclub Süderelbe, wo wir nach dem Abendbrot und einer Kennlernrunde nach Travemünde zur Fähre aufgebrochen sind. Am nächsten Morgen waren wir dann schon in Schweden, wo wir noch ein paar Stunden Fahrt im Auto zurücklegen mussten. Angekommen in Lennartsfors haben wir unser Basiscamp, bestehend aus unseren Zelten und dem Küchenzelt, aufgebaut. An den ersten Tagen haben wir eine zweitägige Wanderfahrt gemacht, wo wir uns untereinander beim Rudern noch besser kennengelernt haben, aber nebenbei auch Erfahrung im minimalistischem Packen oder beim Anlegen an felsigen Inseln sammeln konnten.

Viel Spaß gemacht hat mir auch das Kochen auf dem Trangia-Kocher, da wir das Essen auf unseren Geschmack innerhalb der Kochgruppe, die aus drei Personen bestand, anpassen konnten. Die darauffolgenden Tage konnten wir unser Programm teilweise selbst wählen. Während ich mit wenigen anderen 20km nach Töcksfors gerudert bin, war eine andere Gruppe im Elchpark in Ed und konnte die Elche bewundern. An einem weiteren Tag konnten wir zwischen Wandern, Blaubeeren pflücken rund um das Camp oder Rudern nach Norwegen wählen. Das Rudern nach Norwegen ist immer wieder etwas besonderes, wenn man zwischen den zwei Grenzsteinen durchrudert.

Leider war einige Tage das Wetter nicht ganz so gut, aber diese Zeit konnten wir gut mit Teambuildingaufgaben oder dem ein oder anderen UNO-Duell überbrücken. Mein persönliches Highlight war dann die große Wanderfahrt an den letzten 5 Tagen! Vorher mussten wir aber unser Camp auf dem Campingplatz abbauen. Dann sind wir von Montag bis Freitag von Lennartsfors nach Mellerud gerudert. Auf dieser Tour haben wir jede Nacht in der Hängematte geschlafen, was davor aufgrund des Wetters eher schwierig war. Dazu sind wir sehr viel durch die coolen schwedischen Schleusen geschleust, haben jeden Abend in unseren Kochgruppen gekocht, waren in den Seen baden und haben während des Ruderns gequatscht und Spaß gehabt.
Auf der letzten Insel vor Mellerud haben wir abends Lagerfeuer mit Stockbrot gemacht, Sternschnuppen gesehen und den letzten Abend der Wanderfahrt genossen. Nach einer sehr kurzen Nacht war das große Highlight dann das Rudern früh morgens über den Vänern, dem größten Binnensee der EU. In Mellerud haben wir uns dann über ein richtiges Bett in kleinen Hütten freuen können. Der Abschlussabend mit Wraps am See und Sternschnuppen schauen am Strand war dann ein sehr schöner Abschluss des Schwedencamps.

Insgesamt hat mir das Schwedencamp wieder sehr gut gefallen, die Gruppe und die Teamer waren alle nett, sodass wir eine schöne Zeit in Schweden verbringen konnten.

Paula Scholz

Beisitzerin (Breitensport/Aus- und Weiterbildung/Diversity)